(openPR) Jede Sprache habe ihre Regeln, ob die Sprache nur gesprochen oder auch geschrieben werde, ob man sich der Regeln bewusst sei oder ihnen unbewusst folge, heißt es in der niederdeutschen Sprachgesellschaft „Fehrs-Gilde“. Sie hat die plattdeutschen Regeln anschaulich und leicht verständlich formuliert.
Als „kennzeichnend niederdeutsch“ bezeichnet sie die fehlende Unterscheidung zwischen Dativ (3. Fall) und Akkusativ (4. Fall). „Ik geev den Mann dat Book = Ich gebe dem Mann das Buch“ steht neben „Ik seh den Mann = Ich sehe den Mann“. Auch den Genitiv (2. Fall) ersparen sich die Niederdeutschen: „Wegen den Regen bliev ik to Huus = Wegen des Regens bleibe ich zu Hause“. Und man sagt schlicht „Se hebbt em ümmer beluert = Sie haben ihn immer beobachtet“, es gibt kein „Er stand unter ständiger Beobachtung“. Vieles klingt sehr nach Englisch, Niederländisch und Skandinavisch, den Sprachen, die ja auch dem Niederdeutschen sehr verwandt sind.
Niederdeutsche Sprachwissenschaftler, Lehrer und Schriftsteller haben ihre Vorstellungen in das Buch eingebracht. Und eine starke Gliederung, eine farbliche Gestaltung und viele Beispiele machen einzelne Abschnitte zu leicht verdaulichen Häppchen. „So ’n Grammatik, op disse Oort, harrn wi al lang nödig hatt. Lett sik allens finnen, un is allens goot verkoort. Respekt!“, meint der Germanist und Platt-Autor Prof. Dr. Reimer Bull. Erschienen ist das handliche Buch im Wachholtz Verlag in dessen Edition Fehrs-Gilde. Es hat die ISBN 978-3-529-03200-4 und kostet 19,90 Euro.









