(openPR) Die moderne Frau auf der Karriereleiter – ein Weg nach oben oder nur knapp daran vorbei?
Viele Zahlen, Daten und Fakten kursieren über die Karrieren von Frauen in Deutschland.
Und in erster Linie geht es um das liebe Geld: weibliche Berufstätige verdienen laut Statistischem Bundesamt für die gleiche Arbeit etwa 30 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Hört man sich in Unternehmensberatungen, Anwaltskanzleien, IT-Häusern und anderen Branchen um, so finden sich viele Beispiele, die diese Zahlen belegen. Jedoch sind Diskussionen, die vor dem Hintergrund der „Diskriminierung“ von Frauen geführt werden, mühselig, langwierig und oft einseitig emotional geprägt.
Zielführender ist es wohl zu fragen, welche Kriterien für Frauen bei der Wahl ihres Arbeitsplatzes eine entscheidende Rolle spielen, um frühzeitig gewollt - oder auch ungewollt - die Weichen für eine große, mittlere, kleine oder gar keine Karriere zu stellen. Junge Absolventinnen suchen in erster Linie nach persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten, netten Vorgesetzen und Kollegen sowie der in der heutigen Zeit selten erreichbaren Jobsicherheit.
Der Wunsch ist die Vereinbarkeit von Berufsleben, einem gut gefüllten Geldbeutel und einer glückliche Beziehung. Die Realität hingegen ist einerseits geprägt durch den gesellschaftlichen Druck, anderseits aber beispielsweise auch durch das Elternhaus, in dem Vater und Mutter bereits erfolgreiche Unternehmer sind und den Karriereweg von Tochter oder Sohn schon vor der Geburt schriftlich fixiert haben. Die Wenigsten machen sich an dieser Stelle um ihre eigene Definition des Begriffs der Karriere Gedanken. In Zeiten von Wirtschaftskrisen, wiederkehrenden Booms, Social Networking und der „Mein Haus, mein Auto, meine Yacht“-Philosophie, ist die Erfolgsspur eines Menschen oft zu sehr durch seine beruflichen Leistungen und Erfolgen geprägt. Von Karriere im privaten Bereich zu sprechen? Fehlanzeige. Unpassend. Hausfrau bleibt Hausfrau. Mama bleibt Mama. Punkt.
Aber was ist mit dem Begriff der sogenannten „persönlichen Karriere“? Kann man nicht auch mit Kind, Kegel und einem erfüllten Berufsleben weitere individuelle Ziele erreichen? Erstaunlicherweise sind es seltener die männlichen Alpha-Tiere, die im Rahmen der Debatte um die mögliche Vereinbarkeit von Baby und Bürostuhl unmissverständliche Kommentare gegenüber Schwangeren abgeben, sondern erstaunlicherweise die eigenen Geschlechtsgenossinnen: Schon-Mamas, Mehrfach-Mamas, Noch-Nicht-Mamas, Niemals-Mamas, Vollzeit-Mamas, Teilzeit-Mamasund die Über-40-Frauen. Spricht man mit einer Auswahl von ihnen über die eigene Planung, direkt nach dem Mutterschutz wieder „sanft“ in den Job durch anfängliche Home-Office und Teilzeitarbeit einzusteigen, erntet man Reaktionen von mitleidigem Schmunzeln bis hin zum strafenden Kopfschütteln, gepaart mit Kommentaren von: „Ja, ja, das hab ich auch vorgehabt und danach kommt alles anders als man denkt“, über „Nach 8 Wochen wieder arbeiten? Mamas brauchen ihre Auszeit, nimm Dir mindestens 3 Jahre“ bis hin zu „Das Kind soll nach einem Jahr schon in die Krippe? Also ich weiß ja nicht“. Für so manche Frau irritierend. Und wenn man jetzt noch an die erschwerten Bedingungen für Wiedereinsteigerinnen ins Berufsleben denkt, dann kann der Gedanke an die klassische Karriereleiter dezent ad acta gelegt werden. Oder gibt es vielleicht doch noch einen Hoffnungsschimmer am Horizont?
Abgesehen davon, dass es immer mehr Frauen in vorwiegend kleinen und mittleren Unternehmen gelingt, eine Führungspositionen einzunehmen und sich das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, das Ministerium für Arbeit und Soziales, als auch Institutionen wie der Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI), der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) durch Bilanzen und Publikationen dem sensiblen Themengebiet widmen, so ist doch letztendlich jede Frau auf sich alleine gestellt. Das ist auf der einen Seite beschwerlich und ressourcenraubend. Betrachtet man das Ganze aber unter einem anderen Blickwinkel und nimmt sich die Zeit, die letzten vergangenen Berufsjahre selbstkritisch unter die Lupe zu nehmen, so eröffnet sich jeder Frau eine entscheidende Möglichkeit: durch ihre persönliche Definition von Glück, Erfolg und Karriere den individuell richtigen Weg einzuschlagen.






















