(openPR) Pfungstadt, 12.11.2010 – Das in Pfungstadt ansässige Familienunter-nehmen Skoberne GmbH erhält den Hessischen Landespreis für bei-spielhafte Beschäftigung und Integration schwerbehinderter Menschen im Jahr 2010. Bei der Kategorie Unternehmen mittlerer Größe von 21 bis 200 Beschäftigten steht Skoberne landesweit an erster Stelle. Die Preis-verleihung durch den Hessischen Sozialminister Stefan Grüttner erfolgt am Freitag, 12. November, mit einer Veranstaltung in Dillenburg. Mit dieser Auszeichnung „würdigt die Hessische Landesregierung Unter-nehmen der Privatwirtschaft, die beispielhaft durch ihr Engagement für den Erhalt von Arbeitsplätzen und zur Eingliederung schwerbehinderter Menschen in das Arbeitsleben beitragen“.
„Das ist doch ganz normal!“, äußert sich Geschäftsführerin Heike Skoberne spontan auf die Frage nach der Motivation für das besondere Engagement des Betriebs, der zu den führenden Herstellern von Abgasleitungen für Brennwerttechnik gehört, und weiter: "Eigentlich wollten wir uns nicht bewer-ben, weil ich unser Engagement als selbstverständlich ansehe. Auf Anregung des Unternehmerverbandes Südhessen e.V., der uns arbeitsrechtlich betreut und berät, haben wir am Wettbewerb teilgenommen“. Die Jury für die Preis-vergabe hat jedoch einen überdurchschnittlichen Einsatz festgestellt. Sie be-rücksichtigt Kriterien wie die Höhe der Beschäftigungsquote schwerbehinder-ter und gleichgestellter Menschen, die Beschäftigung schwerbehinderter und gleichgestellter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durch nicht der
Beschäftigungspflicht unterliegende Arbeitgeber, die Beschäftigung beson-ders betroffener schwerbehinderter Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen oder die Schaffung behindertengerechter Arbeits- und Ausbildungsplätze.
Das Unternehmen Skoberne GmbH
Die Skoberne GmbH mit heute 34 Mitarbeitern gehört zu den führenden Her-stellern von Abgasleitungen für Brennwerttechnik. Das Unternehmen wurde im Jahr 1987 von Willi Skoberne in Seeheim-Jugenheim gegründet. Herr Skoberne begann mit der Entwicklung und Produktion von Energiesparsys-temen auf Wärmetauscherbasis in einer Doppelgarage. In den Folgejahren entwickelte die Skoberne GmbH mit 3 bis 4 Mitarbeitern Abgasleitungen aus Polypropylen für die Abgasabführung von Brennwertgeräten. Aufgrund der niedrigen Abgastemperaturen von max. 120 °C bei Brennwertgeräten erwies sich Polypropylen als das geeignete Material für eine optimale Abgasleitung.
Schon bald wurde die Doppelgarage zu klein, so dass 1990 ein Firmengelän-de in Pfungstadt bezogen wurde. Eine Erweiterung dort erfolgte 2001. Die Skoberne GmbH verfügt heute über ca. 10.000 Quadratmeter Produktions- und Lagerfläche. Zu den 34 Beschäftigten gehören auch 3 Mitarbeiter mit Behinderung. Jährlich werden mehr als 1.500.000 m Abgasleitungen ausge-liefert. 1992 trat der Schwiegersohn des Firmengründers, Sven Schuchmann, in die Geschäftsleitung ein, 2 Jahre später die Tochter von Willi Skoberne, zunächst als Prokuristin, später als Geschäftsführerin. Sie leitet das Unter-nehmen zusammen mit ihrem Schwager.
Behindertenhilfe Bergstraße
Die Zusammenarbeit mit der Behindertenhilfe Bergstraße (BHB), gemeinnüt-zige GmbH, begann im Jahr 2000 in Bensheim-Auerbach. Skoberne-Betriebsleiter Lothar Glanzner wurde durch ein Gespräch mit einer Mutter, deren behinderte Tochter gerade ihre Arbeit in der Werkstatt aufgenommen hatte, auf die Behindertenhilfe Bergstraße aufmerksam. Herr Glanzner und Herr Schuchmann suchten daraufhin persönlich die Werkstatt der Behinder-tenhilfe auf, um sich ein eigenes Bild zu machen. Die dort tätigen Gruppen, so gibt es z.B. eine Metall-, eine Elektro-, eine Montagegruppe aber auch Gruppen, die Teile zusammenstellen und verpacken, haben ihre Erwartungen weit übertroffen. Bereits einige Tage später konnten die ersten Montageversuche an Abgasrohren im Hause der BHB erfolgreich durchgeführt werden. Seitdem gibt es eine enge Zusammenarbeit. Seit 2001 werden ständig Montagearbeiten an die verschiedenen Be-treuungsgruppen der Behindertenhilfe vergeben.
„Fester und verlässlicher Bestandteil – Dank an alle Mitarbeiter“
Ende 2003 wurde der Grundstein für eine Ausweitung der Zusammenarbeit in der Form, dass Menschen mit Behinderung in das Arbeitsleben des Unter-nehmens vor Ort eingegliedert werden, gelegt. Es wurde eigens hierfür ein Werkstattbereich eingerichtet mit eigenem Aufenthaltsbereich. Die Arbeits-schritte wurden festgelegt und in Arbeitsplänen dokumentiert. Einem Skober-ne-Mitarbeiter wurde die fachliche Verantwortung für die Werkstatt übertra-gen. Seit 2004 reisen an jedem Arbeitstag der Woche 4 bis 8 Menschen mit Behinderung, begleitet von einem Betreuer der BHB, im Kleinbus an. Im Hause Skoberne arbeiten sie sehr erfolgreich an der Fertigstellung von Klein-serien. Die Fehlerquote liegt bei nahezu Null. Neben der hohen Arbeitsquali-tät zeichnet sich die Gruppe durch eine besondere Flexibilität hinsichtlich der durchgeführten Arbeiten aus, so Heike Skoberne.
Darüber hinaus werden Großserien im Hause der BHB in Bensheim-Auerbach von Menschen mit Behinderung gefertigt, montiert, gepackt und geprüft. Die Metallgruppen der BHB in Bensheim und Fürth fertigen Drehteile aus Kunststoff, die Schreinerei Sonderpaletten. Außerdem wird regelmäßig eine Arbeitsgruppe mit der Pflege der Außenanlage der Skoberne GmbH beauftragt. Die Tendenz des Auftragsvolumens ist steigend. „Somit ist die Behindertenhilfe Bergstraße mit ihren Mitarbeitern zu einem festen und vor allem verlässlichen Bestandteil unseres Unternehmens geworden. Für die gute und erfolgreiche Zusammenarbeit sind wir allen Mitarbeitern im Betrieb zu Dank verpflichtet “, stellt Heike Skoberne fest.
„Ermutigende Beispiele“
Dies wird Minister Grüttner als Preisverleiher freuen, denn der Landespreis soll aus der Sicht des Hessischen Sozialministeriums dazu beitragen, „dass ermutigende Beispiele für die berufliche Integration von schwerbehinderten Menschen bekannt werden“.














