(openPR) Professor Dr. Dr. Eva Maria Haberfellner in den Ruhestand verabschiedet
Seit 2007 leitet Frau Professor Dr. Dr. Eva Maria Haberfellner die Schule Schloss Salem. Wandert man ihren Lebenspfad entlang, nimmt die Antwort nach der Frage „Wer bin ich? – All das und noch viel mehr“ Gestalt an. Jeder Schüler, jeder Student fragt sich irgendwann – wer bin ich – Sportler, Künstler, Unternehmer, Handwerker? So erging es sicher auch der gebürtigen Oberösterreicherin als sie 1964 ihre Matura ablegte und mit ihrem anschließenden Studium der Betriebswirtschaftslehre in Wien den Grundstein für ihre sehr erfolgreiche, bilderbuchhafte akademische Karriere legte. Sie dürfte sehr schnell herausgefunden haben, wer sie ist und was sie kann: nämlich ein ganze Menge, vor allem lehren, gestalten und Vorbild sein. Geehrt und gelobt wurde Frau Professor Dr. Dr. Eva Maria Haberfellner hierfür am vergangenen Wochenende an der ESB Business School der Hochschule Reutlingen, an der sie nicht nur Professorin, sondern auch acht Jahre lang (1. März 1987 – 31. Mai 1995) Dekanin war.
Eine Dekanin, die in große Fußstapfen treten durfte: sie folgte nämlich Gründungsdekan Professor Dr. Hans Tümmers, der auch die Laudatio auf seine langjährige Kollegin nur zu gerne hielt, da sich deren Lebens- und Berufslinien seit nunmehr bald vierzig Jahren immer wieder kreuzen. In den siebziger Jahren begegneten sich die beiden das erste Mal. Nachdem Eva Maria Haberfellner an der damaligen Hochschule für Welthandel in Wien (heutige Wirtschaftsuniversität) 1969 ihr Studium als Diplom-Kaufmann abgeschlossen hatte, war sie schon zwei Jahre später als Dr. rer. pol. Als wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für Romanische Sprachen und Auslandswissenschaften an der Hochschule für Welthandel tätig: „Ähnlich wie Eva Maria Haberfellner hatte auch ich BWL an einer ehemaligen Handelshochschule – nämlich der von Nürnberg – studiert und arbeitete danach ebenfalls an einem Lehrstuhl für Romanische Sprachen und Auslandswissenschaft. Der einzige Unterschied in dieser Lebensphase war, dass Eva Maria ihre Promotion weit schneller abgeschlossen hatte als ich. Ansonsten teilten wir dasselbe Schicksal eines Assistentendaseins von Ordinarien der alten Schule.“
Eine besondere Aufgabe erhielten Eva Maria Haberfellner und Hans Tümmers 1971 mit der Gründung eines Vereins namens „Internationale Vereinigung Sprache und Wirtschaft“, deren Gründerväter ihre jeweiligen Professoren waren und deren Ziel es war „das Fähnlein der Wirtschaftssprachen und der Landeskunde hoch zu halten“.
Von nun an sollten sich die Wege der beiden damals zukünftigen ESB-Dekane nicht mehr trennen: während sie als Doktorin der Wirtschaftswissenschaften ein Zweitstudium der Romanistik aufnahm, das sie 1979 mit dem Dr. phil. abschloss, führte das Schicksal Hans Tümmers 1973 mit 29 Jahren als Dozent für Wirtschaftsfranzösisch nach Reutlingen an die „Fachhochschule“. Als 1977 das Ministerium in Stuttgart die Hochschulen des Landes aufforderte, sich Gedanken über neue Studiengänge zu machen, nutzte Hans Tümmers die Gunst der Stunde und schlug vor, „das Studium der Betriebswirtschaftslehre mit dem der Kulturwissenschaften zu verbinden und dabei auch ein integriertes Auslandsstudium vorzusehen. Als Dekan, der ich seit einem Jahr im Amt war, hatte ich auch die Möglichkeit, solche Pläne auf eigene Initiative hin besser durchzusetzen, und so entstand ein neuer Studiengang „BWL-Fremdsprachen“, für den auch neue Professorenstellen geschaffen wurden“, freut sich Tümmers noch heute.
So wurde Eva Maria Haberfellner zum Wintersemester 1978/79 an die Hochschule Reutlingen berufen, denn eine der neuen Stellen für das Fachgebiet „Wirtschaftsfranzösisch“ war ausgeschrieben „und wer könnte zu diesem Fachgebiet eine noch größere Kompetenz aufweisen als Frau Dr. rer. pol. Dr. phil. Eva Maria Haberfellner von der nunmehrigen Wirtschaftsuniversität Wien, ausgewiesen mit zwei kompletten Studienabschlüssen und zwei einschlägigen Promotionen,“ so Tümmers.
Von nun an war sie zunächst im Fachbereich Außenwirtschaft der Fachhochschule Reutlingen tätig. Doch schon im Sommer 1978 zeichneten sich „tiefgreifende Veränderungen“ mit der Gründung eines neuen Fachbereichs mit der Bezeichnung ESB ab – die drei Buchstaben standen damals noch für „Europäisches Studienprogramm für Betriebswirtschaft“.
Obwohl Eva Maria Haberfellner noch zwei weitere Jahre dem Fachbereich Außenwirtschaft angehörte, war sie dennoch ein realer Teil des Europäischen Studiengangs. So nahm sie an den ersten Besprechungsrunden mit den Kollegen der zukünftigen Partnerhochschulen aus Reims und London teil.
Auch hier in Reutlingen machte die Österreicherin schnell in ihrem Fachbereich Außenwirtschaft Karriere. Schon nach wenigen Monaten wurde sie zur stellvertretenden Fachbereichsleiterin gewählt und konnte dabei wertvolle Einblicke in Führungsfragen eines Fachbereichs gewinnen und bereits ab dem Wintersemester 1980/81 war Eva Maria Haberfellner Professorin an der damaligen „ESB“.
Gemeinsam bauten Hans Tümmers und Eva Maria Haberfellner mit vielen Mitstreitern eine akademische Einrichtung auf, „die nicht in das klassische deutsche Hochschulraster passte“ und heute zu den renommiertesten Business Schools in Deutschland zählt. „Eine Fakultät mit 60 Professoren, 50 Mitarbeitern und 2.200 Studierenden, deren Größe und Stärke in Reputation, Ranking und internationaler Wahrnehmung ohne die Aufbauarbeit von Prof. Dr. Dr. Eva Maria Haberfellner in den 80er und 90er Jahren heute nicht vorhanden wäre“, so ESB-Dekan Professor Dr. Ottmar Schneck in seiner Rede. Auch weilte Haberfellner wie der Gründungsdekan Tümmers acht Jahre in ihrem Amt als Dekanin, was heute ganz und gar nicht mehr üblich ist. Fakt ist, dass ohne ihre Pionierarbeit das Europäische Studienprogramm für Betriebswirtschaft aus der Außenwirtschaft heraus nicht so prächtig gediehen wäre: „Ohne Eva Maria Haberfellners Aufbauleistung stünden wir sicher heute so nicht hier“, denn der Ruf und das herausragende Image der ESB Business School wurde bereits in ihrem Dekanat begründet – da sind sich alle Anwesenden einig.
Ein weiterer Wendepunkt im Leben von Eva Maria Haberfellner war das Jahr 1987 als sie die Nachfolge von Professor Hans Tümmers antrat. Gleichzeitig wurde sie auch seine Nachfolgerin im Vorsitz der Internationalen Vereinigung Sprache und Wirtschaft. Sicher eine sehr anstrengende, aber auch sehr erfolgreiche Zeit für sie, in der ihr ihre Vielsprachigkeit sowie Kontaktfreudigkeit sicher zu Gute kamen. So konnte sie mit den Kollegen aller Partnerhochschulen in deren Landessprache parlieren und das IPBS-Netzwerk mitgestalten und sogar zwei neue Partner gewinnen: die Northeastern University Boston und die Dublin City University.
Eva Maria Haberfellners Weltoffenheit, Vielseitigkeit und Vielsprachigkeit waren sicherlich Anlass für das Abschiedsgeschenk der ESB Business School der Hochschule Reutlingen: „Wir haben lange überlegt, was für eine Pionierin ein angemessenes Geschenk wäre. Wir sind dabei auf zwei Geschenke gekommen. Zum einen möchten wir dir, wie damals Hans Tümmers, einen Hörsaal widmen. Diese Ehre kommt sicher nicht jedem ausscheidenden Kollegen zu, sondern eben den Gründervätern und –müttern und, wie in deinem Fall, zudem für besondere Verdienste um unsere Fakultät. Zum zweiten wollten wir etwas Besonderes schenken. Du warst immer ein Mensch mit geschliffenem Wort, wohlgewähltem Ausdruck und aber auch machtvoller Ausdrucksweise. Dies soll in dem Kunstwerk von Hans-Werner Stahl – unserem ehemaligen ESB-Professor - alles vereint sein und so übergebe ich dir diesen Mund, ein Original aus dem Hause Stahl,“ so Dekan Schneck.
Der gute Ruf der Eva Maria Haberfellner eilte ihr immer voraus, so ist es nicht verwunderlich, dass sie seit fast 20 Jahren im Vorstand der Studienstiftung ist und dort zurzeit das herausgehobene Amt der Kämmererin bekleidet. Zu ihrem Abschied an der ESB Business School erreichte sie deshalb auch ein sehr persönliches Grußwort des Generalsekretärs Dr. Gerhard Teufel, das Professor Dr. Christoph Binder zum Abschluss verlas: „Sie hat die entscheidenden Impulse zur Aufnahme einer FH-Förderung gegeben und den Aufbau der ideellen Förderung in diesem Bereich sehr unterstützt. Als Vertrauensdozentin hat sie in Reutlingen eine aktive Stipendiatengruppe betreut. Frau Haberfellner hat dabei immer Ausschau nach neuen Talenten gehalten, insbesondere auch nach jungen begabten Menschen aus bildungsfernen Schichten. Sie hat damit die Ideale der Studienstiftung in vorbildlicher Weise verkörpert.“ Für dieses große Engagement dankt ihr der Generalsekretär und bedauert, beim Abschiedsfest in Reutlingen nicht dabei sein zu können. Er hoffe aber, dass ihr guter Rat in Bonn noch einige Zeit erhalten bleiben wird.
Langweilig wird es Professor Dr. Dr. Eva Maria Haberfellner sicher nicht werden, bekleidet sie derzeit seit 2007 das Amt der Schulleitung der renommierten, internationalen Schule Schloss Salem, für das noch kein neuer Nachfolger gefunden werden konnte.













