(openPR) Derzeit ermitteln Staatsanwälte in allen 50 US-Bundesstaaten gegen Großbanken wegen fehlerhafter Einleitung von Zwangsversteigerungsverfahren. Einige Banken reagierten auf die Ermittlungen mit einer bundesweiten Aussetzung einer Vielzahl der Verfahren.
Interessanter als die staatlichen Ermittlungen dürften die Auswirkungen der angekündigten Sammelklagen (Class-Actions) gegen die Betreiber der Vollstreckungsverfahren sein. Diese können dazu führen, dass neben den Klägern auch die Mitglieder der Class (Geschädigte mit gleichen Voraussetzungen) bei dem üblichen Vergleich (Settlement) letztlich in ihren Häusern bleiben können und die Versteigerungsverfahren endgültig eingestellt werden. Schätzungen gehen davon aus, dass durch die fehlerhafte Einleitung von Vollstreckungsverfahren mehrere zehntausend Hausbesitzer geschädigt wurden und den Kreditgebern Schadensersatz in Milliardenhöhe droht. Bei der Sammelklage werden die Ansprüche der Kläger (Plaintiffs) vor Gericht im Detail geprüft, nicht aber die der Teilnehmer (Members of the Class). Diese müssen letztlich nur den Nachweis führen, dass sie zur Gruppe der geschädigten Hausbesitzer gehören. Es kann sich daher jeder Hypothekenschuldner, bei dem diese Voraussetzung vorliegt, an das Ergebnis des Verfahrens anhängen, ohne dass die Details in seinem Fall einer gerichtlichen Überprüfung unterzogen werden. Für und gegen ihn gilt, was für die Kläger im Gerichtsverfahren festgestellt wurde. Die Hypothekengläubiger werden diese (unabhängig von den staatlichen Ermittlungen) wegen der mit ihrer Fortführung verbundenen Milliardenrisiken mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit bis zur Beendigung der Klageverfahren auch bei den Hypothekenschuldnern nicht weiter betreiben, die nicht selbst klagen, aber zur Gruppe der Geschädigten gehören könnten. Voraussetzung hierfür ist natürlich, dass die Gerichte die Sammelklagen zulassen.
Enden die Verfahren für die klagenden Hypothekenschuldner positiv, sind die Verfahren für diese und die Mitglieder der Class ohnehin erledigt. In den bereits abgeschlossenen Einzelverfahren wurden u.a. die Hypotheken auf den heutigen Wert der Immobilien reduziert. Dies ermöglicht den Hausbesitzern deren Weiterführung zu wesentlich günstigeren Bedingungen. Langfristig kann das den Verkaufsdruck auf dem amerikanischen Immobilienmarkt nachhaltig reduzieren.

















