(openPR) Eine Vorlesung? Eher sieht es aus wie Weihnachten – die Studierenden im Studiengang International Logistics Management haben sich in Kleingruppen aufgeteilt und betrachten die länglichen Pakete, die vor ihnen liegen. Ausgegeben wurden die aber nicht vom Weihnachtsmann, sondern von Prof. Dr. Jochen Orso, der an der ESB Business School der Hochschule Reutlingen CAD für Konstruktion und Fabriklayout unterrichtet. „Wir nehmen dann den in Rosa“, melden sich eine Studentengruppe zu Wort und der Professor teilt das letzte Paket aus.
Rosa Farbe hin oder her, was die Studenten jetzt auspacken, ist kein Barbiespielzeug. Sondern Tretroller, neudeutsch „Scooter“, in verschiedenen Designs. Aufgabe der Studenten in der ersten Sitzung der Einführungsvorlesung zum Thema Computer Aided Design (CAD) ist es nun, die Roller in ihre Einzelteile zu zerlegen.
CAD bezeichnet ursprünglich die Verwendung eines Computers als Hilfsmittel beim technischen Zeichnen, inzwischen ist jedoch in fast allen CAD-Anwendungen die dritte Dimension (3D) hinzugekommen. CAD bedeutet daher auch die Erstellung von virtuellen Modellen von dreidimensionalen Objekten mit Hilfe eines Computers. In der Vorlesung lernen die Studierenden des dritten Semesters der beiden Studiengänge BSc International Logistics Management und BSc Produktionsmanagement das 3D-CAD-System CATIA V5 zu bedienen und dieses für Konstruktions- oder Layoutaufgaben einzusetzen. Dieses Programm wurde ursprünglich für den Flugzeugbau entwickelt und hat sich in vielen Branchen etabliert, z. B. in der Automobil- und Zulieferindustrie oder in den Branchen Energie und Transport.
Die Studierenden sollen einen Einblick in die Welt des Computer Aided Design erhalten und verstehen welche Bedeutung CAD in der Industrie hat. Die Einsatzmöglichkeiten sind breitgefächert: sie reichen vom Aufbau virtueller Prototypen über die Erstellung von Fertigungsunterlagen, der Ableitung von Daten für den Werkzeugbau, der Berechnung und Auslegung von Produkten, bis hin zur Generierung von Stücklisten und der Erstellung technischer Dokumentationen. Die Studierenden werden lernen die CAD-Daten zu betrachten und zu verstehen, sie werden ihr räumliches Vorstellungsvermögen entwickeln und technische Zeichnungen lesen und verstehen lernen.
Und: „Sie sollen Spaß haben,“ sagt Dozent Prof. Dr. Jochen Orso und erklärt: „Um die Vorlesung nicht zu trocken und abstrakt zu gestalten war die Idee, die Roller als anschauliches, konkretes, den Studenten vertrautes Produkt einzusetzen, um die oben genannten Lernziele zu vermitteln.“
Konkret heißt das, dass die Studierenden einfache Bauteile in 3D-CAD erstellen, mit diesen Bauteilen einfache Baugruppen in 3D-CAD erzeugen und schließlich 2D-Zeichnungen mit Ansichten, Bemaßungen und Fertigungsangaben anfertigen. Hierzu zerlegen die Studierenden die Roller in Baugruppen und schließlich in ihre Einzelteile. Die einzelnen Teile sollen dann vermessen, von Hand skizziert und bemaßt werden, um sie schließlich im CAD abbilden zu können. Die notwendigen Tools und Fertigkeiten dafür werden die Studenten im Verlauf des Semesters erlernen. Und am Ende wird daraus dann wieder ein rosa Roller – virtuell wie auch real.













