(openPR) Am 29. und 30. September 2010 fand der jährliche Partnerkongress der Leipziger Foren unter dem Motto des 10-jährigen Firmenjubiläums statt. Die (Mega-) Trends in der Versicherungswirtschaft zogen sich dabei durch die gesamte Agenda. Rund 240 Mitarbeiter der Versicherungs- und Gesundheitswirtschaft folgten der Einladung nach Leipzig. Die Diskussionsbeiträge innerhalb des Plenums, aber auch die vielen Gespräche in den Pausen und bei der Abendveranstaltung trugen zu einer erfolgreichen Veranstaltung bei und stärken das Partnernetzwerk der Versicherungsforen und Gesundheitsforen Leipzig aus insgesamt über 170 Unternehmen.
Zwischen Anfangsjahren und Zukunftstrends - 10 Jahre Versicherungsforen Leipzig
Der diesjährige „Partnerkongress der Leipziger Foren“ stand ganz im Zeichen des 10-jährigen Jubiläums der Leipziger Foren. Zu Beginn der Veranstaltung ließ Geschäftsführer Markus Rosenbaum die Entwicklung der Leipziger Forengesellschaften Revue passieren. Im vergangenen Jahrzehnt haben sich die Versicherungsforen und Gesundheitsforen Leipzig als Wissensdienstleister für die Assekuranz bzw. für den Gesundheitsmarkt fest etabliert. Er dankte den anwesenden 240 Gästen als Vertreter aller Partnerunternehmen zugleich für die langjährigen und intensiven Geschäftsbeziehungen. Im Anschluss daran wurde Rosenbaum eine besondere Ehre zu teil: Udo Steinhorst, Vorstandsmitglied der DEURAG, überreichte ihm die Ehrenurkunde der IHK Leipzig für sein 10jähriges Engagement in der Versicherungswirtschaft. Die DEURAG Deutsche Rechtsschutz-Versicherung AG wurde zum Executive Dinner am Vorabend des Partnerkongresses 155. und damit jüngster Forenpartner der Versicherungsforen Leipzig.
In einem Trend-Update wagte Rosenbaum anschließend einen Blick in die Zukunft der Assekuranz. So ist für Versicherungsunternehmen der Aufbau einer Trendkultur zwingend notwendig, um die strategischen Herausforderungen der Zukunft meistern zu können. Die Entwicklung und Umsetzung eines Trendradars sowie die daraus resultierende Bildung von Trendclustern sind entscheidend für die Identifikation und Umsetzung von Megatrends. Als besonders bedeutende Entwicklung stellte Rosenbaum die anhaltende Industrialisierung und die damit einhergehende Professionalisierung des Prozess- und Qualitätsmanagements heraus. Darüber hinaus wurden die strategische Bedeutung des Social Media, die Auswirkungen der Re-Regulierung und der schärferen Transparenzanforderungen sowie die Internationalisierungstendenzen von Versicherungsunternehmen als Megatrends aufgezeigt.
Produktentwicklung: Von Kundenansprüchen und Marktzwängen
Getreu dem Motto der Leipziger Foren, als Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis zu agieren, kamen im Rahmen des Kongressprogramms Wissenschaftler und Praktiker zu Wort. Alexander Mürmann, Professor für Risikomanagement und Versicherung an der Wirtschaftsuniversität Wien (WU), betrachtete in seinen Vortrag das Kundenverhalten aus psychologischer Sicht und verdeutlichte die Konsequenzen für die Produktentwicklung von Versicherungsunternehmen. Er sieht dabei erheblichen Forschungsbedarf innerhalb der Informationsdefizite und der psychologischen Faktoren von Kaufentscheidungen. In der anschließenden Diskussion wies er darauf hin, dass eine bessere Analyse der Nachfrage stattfinden muss. So ist durchaus auch die zunehmende Absicherung kleinerer Risiken sinnvoll, wenn dadurch eine tatsächliche Wertschöpfung erfolgt. In jedem Fall müssen die Versicherungsprodukte stärker an ihrem eigentlichen Zweck ausgerichtet werden. Dem Kunden muss das Gefühl gegeben werden, dass er mit dem Kauf die richtige Entscheidung getroffen hat.
„Klassische Lebensversicherungsprodukte werden auslaufen“, so die Grundaussage von Peter Hanus, Mitglied des Vorstandes der Provinzial NordWest Lebensversicherung. Er schilderte in seinem Vortrag die zukünftigen Herausforderungen und Trends in der Lebensversicherung. Als einen Megatrend bezeichnet er den weiteren Rückgang des Zinsniveaus an den Kapitalmärkten. Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt, dass der Garantiezins für Bestandsverträge nur noch schwer zu erwirtschaften sei. Dies führt dazu, dass auf lange Sicht Lebensversicherungsprodukte durch neue Versicherungsprodukte ersetzt werden müssen. Die Kundenpräferenz zeigt aber, dass auch hier Produkte mit einem Garantiezins gefragt sind. Als Lösung prognostizierte Hanus die zertifizierten Einmalbeitragsprodukte, die ebenfalls eine garantierte Verzinsung enthalten.
Auch im darauffolgenden Vortrag von Dr. Thomas Witting, Leiter der Niederlassung Deutschland der Swiss Re Europe S.A., standen Trends – nun aus Sicht eines Rückversicherers - im Vordergrund. Die erheblich volatilen Kapitalmärkte und die zunehmenden Naturkatastrophen führen zu stark veränderten Risikolandschaften. Mit der zunehmenden Regulierung des Marktumfeldes wird das Geschäftsfeld der Rückversicherungsunternehmen weiter an Komplexität gewinnen. Die Folge ist, dass Produkte, die keine Entlastung der Kapitalkostenquote ermöglichen, zurückgehen werden. Die Hauptaufgabe der Rückversicherer ist in Zukunft sowohl die Bewältigung von Großrisiken, als auch die Begleitung von Trends. Neue Lösungen werden sich zukünftig an den Finanzmarktgegebenheiten orientieren, wodurch u.a. der Transfer bestimmter Risiken an den Kapitalmarkt zunehmen wird. Auch dem Risikotransfer durch Public Private Partnerships wird ein erhebliches Potenzial beigemessen. Die Frage, ob in den Top 10 der führenden Rückversicherer mit weiteren Konsolidierungen zu rechnen sei, verneinte Witting. Dies sei allenfalls im Bereich der kleineren Rückversicherungsunternehmen denkbar.
Industrialisierung und Gesundheit als Megatrends
Axel Schmitz, Vorstand und COO der Zurich Gruppe Deutschland, griff den Trend zur Industrialisierung auf und hob die stark ausgeprägte Prozessorientierung der Zurich Gruppe hervor, die ihre Produktivität durch die Zentralisierung der Standorte um zehn Prozent steigern konnte. Für eine erfolgreiche Industrialisierung muss die Versicherungswirtschaft jedoch ihre derzeitigen Geschäftsmodelle auf den Prüfstand stellen und überarbeiten. Die beispielsweise mit dem Outsourcing bestimmter Bereiche verbundenen Effekte erfordern völlig neue Fähigkeiten im Versicherungsunternehmen. Zudem müssen die IT-Investitionen zukünftig besser gesteuert werden können. Voraussetzungen dafür sind zum einen eine klare IT-Strategie, zum anderen schlanke Prozesse und die damit einhergehende Vereinfachung der Produktlandschaft. In diesem Zusammenhang sei es wichtig, nicht nur punktuelle Veränderungen, sondern ganzheitliche und unternehmensübergreifende Optimierungen anzustoßen. Der Gewinn aus einem konsequent umgesetzten Industrialisierungsprojekt ist nicht nur die totale Kostentransparenz, sondern auch eine hohe Vermittler- und Kundenzufriedenheit infolge der Komplexitätsreduktion der Produkte.
Mit dem Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung wurde im Jahr 2004 die Möglichkeit zur Kooperation von Krankenversicherungsunternehmen eingeführt. Die Vorstandsvorsitzende der BARMER GEK, Birgit Fischer, betrachtete in ihrem Vortrag das Kooperationsmanagement im Spannungsfeld zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung. Die Herausforderungen liegen hierbei vor allem in der richtigen Wahl des Kooperationspartners, da eine gemeinsame Strategie und Wertevorstellung Grundvoraussetzungen einer erfolgreichen Zusammenarbeit sind. Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass die Kooperationen zwischen GKV und PKV ordnungspolitisch geglückt und erfolgreich sind. Es zeige sich auch, dass eine Nachfrage nach Versicherung und Zusatzversicherung „aus einer Hand“ besteht und damit eine umfassende Versorgung des Versicherten durch die Kooperation möglich wird. Gesundheit wird mehr und mehr zum Megatrend. Die Bevölkerung ist hinsichtlich dieses Themas sensibilisiert. Zukünftig wird sich im Gesundheitswesen ein grundlegender Wandel vollziehen: Weg von der reinen Verwaltung und Heilung, hin zu Prävention und Gestaltung. Im Anschluss an den Vortrag herrschte reger Diskussionsbedarf über die derzeitigen Rahmenbedingungen im Krankenversicherungsmarkt. Im Fokus standen dabei die neuen wettbewerbsrelevanten Regelungen der Dreijahresfrist und der Jahresarbeitsentgeltgrenze für die Annahme in der Privaten Krankenversicherung. „Zwei Systeme sind durchaus zukunftsfähig, wenn eine klare Trennung zwi-schen beiden erfolgt“ – so das Fazit von Fischer.
„Mach’s einfach – sonst geht’s einfach nicht!“
Professor Ulrich Krüger von der Hochschule Bremen wurde erneut seinem Ruf als herausragender Lehrbeauftragter gerecht: der Tenor seines Vortrags über die Relevanz und Tragweite des Verbraucherschutzes lautete, dass Ethik ein zentraler Bestandteil der Kundenbeziehung sei. Dies begründet sich einerseits darin, dass auch in Zukunft die Regelungen zum Verbraucherschutz nicht entschärft werden und Versicherungsprodukte für die weitere gesellschaftliche Entwicklung viel zu wichtig seien, um den Schutz des Verbrauchers außer Acht zu lassen. Ein über das gesetzlich geforderte Maß hinausgehend umgesetzter Verbraucherschutz offenbart gerade im Vertrieb von Finanzprodukten sein Potenzial als Verkaufsargument.
Die aus der Vielzahl gesetzlicher Neuerungen resultierenden Umsetzungsschwierigkeiten in der Beratung wurden zum Abschluss des Kongresstages von Dr. Helge Lach, Vorstandsmitglied der DVAG, geschildert. Infolge der erheblich gestiegenen Anforderungen sei es sowohl für Vermittler als auch für Kunden schwierig, die Komplexität des Verkaufsprozesses zu bewältigen. Infolge der demografischen Entwicklung ist die frühzeitige Einbindung junger Menschen erforderlich, um die Überalterung der Vertriebsorganisationen zu vermeiden und die langfristige Entwicklung sicherzustellen. Vor dem Hintergrund der Megatrends verwies er auf die ersten Erfahrungen im Bereich von Social Media, die ein erhebliches Vertriebspotenzial in diesem Bereich aufzeigen. Ein weiterer Trend müsse die Vereinfachung der Produktlandschaft sein, um die notwendige Laufruhe und Stabilität des Vertriebs gewährleisten zu können. Frei nach dem Motto „Mach’s einfach – sonst geht’s einfach nicht“ werden pro Jahr nur zwei neue Produkte in den Vertrieb der DVAG aufgenommen.
Akrobatischer Abschluss
Den feierlichen Abschluss fand die Jubiläumsveranstaltung der Leipziger Foren im Krystallpalast Varieté. Die akrobatischen Darbietungen zweier international gekrönter Artisten in dem traditionsreichen “Theater der Sinne“ versetzten die anwesenden Gäste ins Staunen. Im Anschluss an das beeindruckende Bühnenprogramm konnten die Kongressteilnehmer den Abend in vielen interessanten Gesprächen ausklingen lassen.
Die Versicherungsforen Leipzig danken den Ausstellern und Sponsoren 67rockwell Consulting GmbH, adesso AG, Detecon International GmbH, semantics Kommunikationsmanagement GmbH sowie Steria Mummert Consulting AG für die Unterstützung der Veranstaltung.
Im kommenden Jahr findet der Partnerkongress am 27. und 28. September in Leipzig statt.












