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Honorardiskussion in der Statistikfalle

29.09.201012:13 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Fachärztliche Honorare gestalten sich unterschiedlich, wie jüngst über die Medien und Pressemeldungen von Berufsverbänden wie dem BDI und BDC zu entnehmen war. Nach Ansicht der Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände (GFB) entspricht die Honorardarstellung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) nicht der Realität.



„Jeder auch nur halbwegs in Statistik Kundige weiß, dass man nur bei normal verteilten Daten einen Mittelwert angeben darf“, rügt Dr. Siegfried Götte, Präsident der GFB. Deswegen müsste die KBV fast immer bei derartigen Statistiken einen Median angeben, der dann auch in der Öffentlichkeit besser verständlich wäre.

Fatal war am Beispiel der weit vorn liegenden internistischen GKV-Umsätze der fehlende Hinweis auf die darin eingeschlossenen Sachkosten, was zu argwöhnischen Fehlinterpretationen führen muss. Um realitätsfremde Missverständnisse in der Diskussion um ärztliche Honorare zu vermeiden, fordert die GFB die eindeutige Klarstellung zwischen Umsatz, Honorar- und Sachkostenanteil.

Auch die Angabe von Durchschnittswerten ist aus Sicht der GFB problematisch, da diese
keinen Bezug nehmen zur Schwankungsbreite des Honorars. Uneingeschränkt über alle fachärztlichen Disziplinen unterliegen die Honorare einer extremen Schwankungsbreite entsprechend des spezifischen Leistungsangebots vom hoch spezialisierten Facharzt mit exklusivem Leistungsspektrum bis hin zum Versorgerfacharzt. Honorarunterschiede von 50% und mehr sind selbst bei gleichen Fallzahlen keine Seltenheit.

Analysiert man die Honorarsituation genauer, so lässt sich erkennen, dass Fachärzte mit vorwiegend betreuendem und versorgendem Leistungsangebot in der Honorarentwicklung das Schlusslicht bilden. Unverzichtbare Versorgerleistungen sind vielfältig und trotz des anerkannten Benefits so schlecht honoriert, dass eine wirtschaftliche Praxisführung der betroffenen Kollegen kaum mehr möglich ist. Dadurch werden Versorgerpraxen zunehmend unattraktiv. Die flächendeckende fachärztliche Versorgung wird in ihrer Existenz grundsätzlich gefährdet, wie auch die Erbringung dieser dringend notwendigen Leistungen aufgrund unzureichender Honorierung aus rein wirtschaftlichen Erwägungen zu versiegen droht. Konsequenter Weise betrifft dies insbesondere die großen Volkskrankheiten, deren Versorgungsqualität sich ohne ausreichende fachärztliche Kompetenz verschlechtern wird und damit Folgekosten in dramatischer Höhe entstehen.

Die GFB fordert Honorartransparenz, Honorargerechtigkeit und den fairen Umgang mit ärztlichen Honoraren. „Das Prinzip ‚linke Tasche, rechte Tasche’ zulasten der Versorgerleistungen muss endlich aufhören, um die flächendeckende, wohnortnahe fachärztliche Versorgung nicht zu gefährden“, macht der Chef der Fachärztlichen Berufsverbände seinem Unmut Luft.

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