(openPR) Wie schon 2003, 2005 und 2008 haben die Bayreuther Segelflieger die Bundesliga-Saison mit dem Vize-Meister-Titel abgeschlossen. Gekrönt wurde dieser Erfolg durch die erneute Platzierung in den Top Ten der Weltliga. Somit können sich die Segelflieger vom Bindlacher Berg weiter zur Weltspitze zählen und stellen zweifelsfrei die beste Sportmannschaft in Stadt und Region Bayreuth.
Eine spannende Flugsaison neigt sich ihrem Ende zu: Am letzten Wochenende endete die Segelflug-Liga und die Luftsportgemeinschaft Bayreuth konnte erneut abräumen. Dabei blieb es bis zum Schluss spannend, bereitete doch gerade das schlechte Wetter am letzten Wochenende den Piloten Kopf zerbrechen, in Oberfranken war an Fliegen kaum zu denken, während Verfolger Aalen zumindest Sonntag gutes Wetter hatte.
Lothar Schmidt machte am Ende alles klar: Er startete mit seinem eigenstartfähigen Segelflugzeug, fand genug Thermik, um bis kurz hinter Kronach und bis kurz vor Weiden zu kommen und sicherte mit einem sechzehnten Rundenplatz den Bayreuthern den zweiten Tabellenplatz vor Aalen.
Dabei sah es im Laufe der Saison lange nicht danach aus, als wäre ein solcher Erfolg noch möglich. Nach dem Regenwetter im Mai, als die LSG zeitweise auf Tabellenplatz 20 abgerutscht war, hätte niemand mehr einen Platz in der Tabellenspitze für möglich gehalten. Die Piloten hatten bereits überlegt, ihre Taktik nicht mehr nach den Bundesliga-Regeln auszurichten, sondern wieder verstärkt klassische Dreiecke zu fliegen und nur den Klassenerhalt zu sichern.
Den Wendepunkt stellte der Sieg von Runde 7 Anfang Juni dar, als die Organisatoren der Bayerischen Segelflug-Meisterschaften nach dem sonntäglichen Aufräumen noch starteten und „mal eben“ Flüge zwischen 105 und 114 km/h erreicht haben.
Von da an ging es konstant bergauf, bis Mitte Juli (Runde 12) Tabellenplatz zwei erreicht war und nicht mehr hergegeben wurde. Das bombastische Wetter im Juni und Juli brachte nicht nur gute Bundesliga-Platzierungen, sondern auch neun in Bayreuth gestartete 1000-km-Flüge; Alexander Müller führt seither europaweit die Einzelpilotenwertung „OLC-Champion“ an. Bis zur vorletzten Runde war theoretisch sogar noch die Wiederholung des Bayreuther Bundesliga-Siegs von 2002 möglich.
Neun Piloten haben es im Laufe der Saison geschafft, in das jeweils dreiköpfige Bundesliga-Team zu kommen: Neben Müller und Schmidt, Martin Brühl, Heiko Hertrich, Friedhelm Lotte, sowie Andreas, Georg, Johannes und Sebastian Baier. Stützen des Teams waren dabei erneut Teamkapitän Andreas Baier, Heiko Hertrich und Lothar Schmidt, die jeweils auf elf Bundesliga-Wertungen kamen, in der World League tauchte Hertrich durch Flüge in den französischen Alpen sogar an 13 von 19 Wochenenden auf.
Für die anderen fränkischen Vereine war diese Saison sehr durchwachsen, der AC Ansbach rutschte ohne Start in der Finalrunde noch zurück auf den 17. Platz und damit in die hintere Tabellenhälfte, obwohl Rundensieger SFG Donauwörth-Monheim nur wenige Kilometer weiter südlich ein hervorragendes Ergebnis von 298,96 km/h einflog. Das SFZ Ottengrüner Heide aus Helmbrechts konnte sich durch immerhin zwei Flüge am letzten Wochenende noch aus der Abstiegszone befreien und rangiert nun als erster Nicht-Absteiger auf Rang 23. Nicht geschafft hat den Klassenerhalt dagegen die LSG Hersbruck von Bundesliga-Gründer Reiner Rose, die keinen Flug mehr einbringen konnten und mit Tabellenplatz 27 den Gang in die zweite Liga antreten müssen. Wiederaufgestiegen ist dafür der FLC Schwandorf.
Bundesliga-Sieger wurde das Segelflugzentrum Königsdorf, in dem sich mehrere Münchener Vereine und weitere Clubs aus dem Oberland zusammengeschlossen haben. Die Königsdorfer können von ihrem Flugplatz aus direkt in die Alpen starten und gelten daher als der fast uneinholbare FC Bayern des Segelflugs. Ähnlich uneinholbar war World-League-Sieger Albuquerque Soaring aus New Mexico, die ihre Saison, obwohl bereits sicherer Sieger, zum Schluss noch mal mit einem Rundensieg krönen konnten.
In der Segelflug-Bundesliga werden an jedem Wochenende die besten drei Streckenflüge eines Vereins gewertet, das sind die Flüge mit der höchsten Durchschnittsgeschwindigkeit über zweieinhalb Stunden. Die Piloten müssen dabei das optimale Verhältnis zwischen schnellem Geradeausflug und Kreisen in der Thermik zwecks Gewinnung von Höhe finden. Denn wer zu schnell voraus fliegt, ist bald zur Landung gezwungen; wer zu viel kreist, kommt nicht schnell genug voran für eine gute Wertung.
Für die nächste Saison ist das Ziel natürlich klar: Den Bundesliga-Titel wie schon 2002 erneut nach Bayreuth holen!
Ganz vorbei ist die Segelflugsaison 2010 aber noch nicht: Solange das Wetter halbwegs mitspielt läuft die Ausbildung der Flugschüler weiter und wer mal in diesen schönen Sport hineinschnuppern möchte, ist am Bayreuther Flugplatz herzlich willkommen. Wenn sich die Sonne im September wieder häufiger zeigt, ist vielleicht auch noch der eine oder andere „Lustflug“ über das Fichtelgebirge möglich – ganz ohne den Druck ein gutes Liga-Ergebnis zu erzielen…












