(openPR) So vielfältig wie das Allgäu selbst sind auch die Menschen, die dort leben. Diese Botschaft möchte das Regionalmanagement der Allgäu Initiative GbR mit Hilfe des Projekts „Allgäuer Köpfe - Eine Region spricht für sich“ über die Grenzen der Region hinaustragen. Zwölf abwechslungsreiche Porträts über Allgäuer Persönlichkeiten werden innerhalb eines Jahres veröffentlicht und sollen Menschen außerhalb des Allgäus sowie den Allgäuern selbst neue Facetten der Region zeigen und sie für das Allgäu begeistern. Der vierte Allgäuer Kopf ist Wolfgang Krebs.
Porträt Wolfgang Krebs:
Der Kabarettist Wolfgang Krebs hat auf der Bühne viele Gesichter – privat ist er in seinem Herzen immer Allgäuer geblieben.
Erst einmal die Fensterscheiben im Auto herunter kurbeln und die frische Allgäuer Landluft hereinlassen – für Wolfgang Krebs ist das fast zu einem Ritual geworden, wenn er mehr als ein paar Tage nicht Zuhause im Allgäu war. Je nach Jahreszeit riecht es dann nach frisch gemähten Wiesen, duftendem Löwenzahn oder manchmal natürlich auch nach Gülle, also eben, wie „frisch b’schüttet“. „Auch das gehört zum Allgäu dazu“, sagt Krebs lachend. Der Allgäuer Kabarettist kam als Kind aus Oberbayern ins Allgäu – und hat es seit dem nicht mehr verlassen. Jahrelang pendelte er sogar von Kaufbeuren nach München, ganz dorthin zu ziehen kam für ihn nie infrage. „Ich hatte sogar eine Wohnung, aber geblieben bin ich da nur sehr ungern.“ Sieht man den 43-Jährigen heute auf der Bühne wie er die Bayerischen Landesväter Edmund Stoiber, Günther Beckstein und Horst Seehofer imitiert, wirkt es als hätte der Kaufbeurer nie etwas anderes gemacht. Doch der Eindruck täuscht.
Ganz oben und ganz unten
Denn der Lebenslauf von Wolfgang Krebs hat so einiges zu bieten: Eine spannende Karriere, einflussreiche Jobs, aber auch einen tiefen Fall, Schulden und Niederlagen. „Ich weiß, wie es ganz weit oben ist, aber ich weiß auch, wie es ganz unten ist.“ Angefangen hat er einst als Postbote. Doch dann entschied er sich gegen eine Beamtenlaufbahn, machte über den zweiten Bildungsweg sein Abitur nach und entdeckte das Lokalradio für sich. „Es war eine wilde Zeit, alles war gerade im Entstehen“, erinnert sich Krebs. Plötzlich gab es dieses neue Medium im Allgäu – ohne feste Strukturen, ohne Alteingesessene, die wussten, wohin es geht. „Jeder der wollte, hatte die Chance es zu versuchen.“ Krebs nutzte die Gelegenheit – und das mit Erfolg. Mit 24 Jahren war er Studioleiter im Allgäu. Das Credo hieß: „Ich kann das und ich mach das jetzt.“ Eine Einstellung, die er sich immer zu Herzen genommen hat. Doch nicht alles klappte so, wie er es sich vorstellte.
Berg voll Schulden
Eine kurze Zeit versuchte er sich in der geschriebenen Sprache und gab ein Jugendmagazin heraus. Doch das Projekt ging schief und seine Firma insolvent. „Plötzlich stand ich da mit nichts mehr und hatte einen Berg voll Schulden“, erinnert sich Krebs. Von dem einen auf den anderen Moment ist der sonst so fröhliche Mensch, der immer einen Scherz auf den Lippen hat, ganz ernst. „Ohne meine Familie hätte ich das nicht geschafft“, ist Krebs sich sicher. Sie ist nach wie vor sein Rückzugsort. Sie und auch sein Garten hinter seinem Haus in Kaufbeuren. „Das ist mein kleines Paradies, hier stört mich keiner, hier kann ich alles machen, was ich will.“ Immer wieder werkelt er auf seinen paar Quadratmeter Grün herum. Ein kleiner Swimmingpool ziert die eine Ecke, daneben hat er einen Brunnen gebaut und ein liebevoll gepflasterter Weg führt zu einer Gartenlaube. „Ich liebe es, wenn ich etwas mit meinen Händen machen kann“, erzählt Krebs mit leuchtenden Augen und man glaubt ihm, dass er am liebsten gleich wieder loslegen will. Vom Lokalradio kam er dann zu den großen privaten Fernsehsendern und arbeite dort mit den Großkunden der Werbeindustrie. „Hier hatte ich alles: einen wichtigen Job, wo ich viel entscheiden konnte, jede Menge Geld und sogar einen Dienstwagen.“ Eine Zeit lang war ihm das auch genug. „Doch irgendwann habe ich gemerkt, dass ich das alles gar nicht mehr brauche“, erzählt Krebs.
Leidenschaft zum Beruf gemacht
Nach einer steilen Karriere, angelangt bei einem Job, der alles bot, kündigte er und folgte seinem Gefühl. Mit einem starken Glauben an sich selbst, einer großen Portion Ehrgeiz und einer Prise Leichtsinn, machte er Anfang 2008 seine Leidenschaft zum Beruf: das Kabarett. „Ich habe schon immer gerne Theater gespielt und Menschen imitiert.“ Ein Stück weit ist Wolfgang Krebs ein Träumer und ganz bestimmt auch ein Optimist. Doch trotz allem hat er die Realität nie aus den Augen verloren. „Hätte ich mit dem Kabarett kein Geld verdient, hätte ich sofort wieder damit aufgehört.“ Denn hinter ihm stand seine Familie, er war nicht nur für sich selbst, sondern auch für seine Frau Sylvia und seine beiden Söhne verantwortlich. Das hat sich bis heute nicht geändert. Immer wieder Neues ausprobieren, Dinge verändern, das gefällt ihm. Nur eines hat sich in all den Jahren nie geändert. „Das Allgäu werde ich bestimmt nie verlassen.“
Immer auf der Suche
Als Kabarettist sucht Krebs immer nach Schwachstellen oder Auffälligkeiten, die er dann überspitzt und karikiert. Im Laufe der Jahre hat er einen Blick dafür entwickelt, was sich dafür eignet. Dabei hat er allerdings für sich selbst gewisse Regeln aufgestellt. „Bei mir gehen die Scherze nie unter die Gürtellinie“, sagt Krebs. Doch wie würde der Kabarettist Krebs den Allgäuer an sich karikieren? Krebs denkt kurz nach und meint dann: „Der Allgäuer ist ein vorsichtiger Mensch, manchmal zu vorsichtig. Was er nicht kennt, lehnt er erst einmal ab. So nach dem Motto: Des ham mer scho immer so g’macht, des mach mer weiter so.“ Wolfgang Krebs verschränkt die Arme und setzt einen skeptischen-bockigen Blick auf, bevor er sich wieder lachend zurücklehnt und die kleine Showeinlage beendet.
Die Allgäuer sind sein Lieblingspublikum
Probiert er ein neues Bühnenprogramm aus, macht er das am liebsten im Allgäu. Denn die Menschen hier sind sein Lieblingstest-Publikum. „Die Allgäuer sind sehr anspruchsvoll, was hier funktioniert, darüber lacht ganz Bayern.“ Eines der schönsten Dinge für ihn ist es nach Hause zu kommen. In sein Allgäu, in seinen Garten, seinen Rückzugsort. Die frische Landluft bläst dann durch das Fenster herein und er denkt zurück an einem Auftritt, bei dem sich „alle Leute kaputt gelacht haben.“ Das sind dann die Momente, wo er das alles manchmal gar nicht glauben und begreifen kann. „Ich bin total glücklich und dankbar, dass sich alles so gefügt hat.“
(von Anna Feßler)
Begleitthema:
Kultur im Allgäu:
Egal ob Kabarett, Konzerte, Museen oder Ausstellungen – das Allgäu hat kulturell jede Menge zu bieten.
Ein junger, aufstrebender Kabarettist aus dem Allgäu feierte 2009 mit seinem ersten Solo-Programm „Faszination Allgäu“ in Ottis Schlachthof Premiere und begeistert seitdem sein Publikum, Maxi Schafroth. www.maxischafroth.de
Unter dem Dach der Marke MusikHochGenuss präsentieren sich 10 einmalige Kulturerlebnisse der klangvollen Art aus dem ganzen Allgäu: Die KlassikBOX in Kempten, der Kemptener Jazzfrühling, die Ottobeurer Konzerte, das Festival Musica Sacra International, der Oberstdorfer Musiksommer, das Musikfestival Klang & Raum in Irsee, das Festival vielsaitig in Füssen, die Fürstensaal Classix in Kempten, die Schlosskonzerte auf Neuschwanstein und das Jazz- und Bluesfestival "Jazz goes to Kur" in Bad Wörishofen.
www.allgaeu.info/kultur/musik/Die_Allgaeuer_Festivals_2010.html
Die Geschichte des Memminger Theaters, bekannt als Landestheater Schwaben, beginnt bereits im späten Mittelalter. Nach dem ersten Weltkrieg wurde die Stadt fester Abstecherort der “Bayerischen Landesbühne München”. Heute werden insgesamt sieben Neuproduktionen pro Spielzeit angeboten. Das vielfältige Programm reicht von den Klassikern bis hin zur Gegenwartsliteratur.
www.landestheater-schwaben.de
Das Stadttheater Kempten ist eines der schönsten und ältesten bespielten Theater Bayerns. Eine besondere Mischung aus Gastspielen renommierter deutschsprachiger Bühnen und Tournée-unternehmen sowie Eigen- und Koproduktionen machen das THEATERINKEMPTEN zu einem Produktions- und Aufführungshaus ausstrahlungsfähiger, qualitativ hochwertiger Kunst und Kultur.
www.theaterinkempten.de
Seit über 125 Jahren werden in Altusried Freilichtspiele aufgeführt. Im Laufe der Jahrzehnte haben die Festspiele in hohem Maße an Popularität gewonnen und sind seit langem weit über das Allgäu hinaus bekannt und geschätzt. Den Altusriedern haben sie den Ruf eingebracht, ein wenig "theaterverrückt" zu sein und dieser Schluss liegt nahe, wenn man die Begeisterung und das Engagement sieht, die sie für "ihre Spiele" immer wieder aufs Neue aufbringen.
www.freilichtbuehne-altusried.de
Kunst im Allgäu:
Allgäu Museum Kempten www.allgaeu-museum.de
Kunsthaus Kaufbeuren www.kunsthaus-kaufbeuren.de
MEWO Kunsthalle Memmingen www.memmingen.de/kunsthalle.html
Künstlerhaus Marktoberdorf www.kuenstlerhaus-marktoberdorf.de
Kunsthalle im Schloss Isny www.hechelmann.de
Museen im Allgäu:
Archäologischer Park Cambodunum in Kempten
www.apc-kempten.de
Schwäbisches Bauernhofmuseum Illerbeuren
www.bauernhofmuseum.de
Allgäuer Bergbauernmuseum in Immenstadt
www.immenstadt.de/index.shtml?bergbauernmuseum
Antonierhaus in Memmingen
www.memmingen.de/fileadmin/ext_scripts/Antoniter-Museum
Kneippmuseum Bad Wörishofen
www.kneipp-museum.de
Die Schwabenakademie Irsee hat ihren Sitz im Schwäbischen Tagungs- und Bildungszentrum Kloster Irsee. Der Erwachsenenbildung verpflichtet, ist sie Mitglied im Bayerischen Volkshochschul-verband. Als Akademie im neuzeitlichen Sinn des Wortes ist sie eine Einrichtung zur Förderung von Bildung und Kunst einerseits, von Wissenschaft und Forschung andererseits.
www.schwabenakademie.de
Die Big Box in Kempten ist ein modernes, multifunktionales Veranstaltungszentrum. Dort finden Konzerte internationaler Künstler statt, aber auch Tagungen und Seminare.
www.bigboxallgaeu.de
Ganz in der Nähe des Schlosses Neuschwanstein befindet sich das Festspielhaus Füssen. Bekannt geworden ist es vor allem durch die Musicalproduktionen über König Ludwig II. Heute finden dort wechselnde Musicalproduktionen und Konzerte internationaler Künstler statt.
www.das-festspielhaus.de












