(openPR) Wie viel Tourismus verträgt ein Land? Wie muss Tourismus beschaffen sein, um die gewachsene Kultur einer Gesellschaft nicht zu beeinträchtigen? Diese Fragen beschäftigen Gunnar Boehme, seit er auf einer Asienreise Anfang der 1980er Jahre zum ersten Mal die Widersprüche erlebt hat, die der Tourismus in einer von Traditionen geprägten Gesellschaft auslösen kann.
Mit weltweit 944 Milliarden US-Dollar Umsatz (2008) ist die Tourismusbranche zu einem mächtigen Wirtschaftsfaktor herangewachsen, umsatzstärker beispielsweise als die drei großen Ölkonzerne Royal Dutch Shell, ExxonMobil und BP zusammengenommen. Ökonomisch und sozial ist der Tourismus aus unserem Leben nicht wegzudenken. In vielen Ländern der Welt hat er erheblich zur Wirtschaftsentwicklung beigetragen. Trotz - oder gerade wegen - seiner großen Bedeutung birgt der Tourismus jedoch Risiken, die zu bedenken sind.
Boehme lebt heute in Malta, genau genommen auf der kleinen Maltesischen Insel Gozo. Auch für die Republik Malta ist der Tourismus seit langem ein Wirtschaftsfaktor von erheblicher Bedeutung. Geschätzt wird, dass etwa 28% der Arbeitsplätze in Malta davon abhängig sind. Das zeigt, wie sensibel dieses Thema für das Land ist.
Eines der großen Probleme touristischer Entwicklung ist der damit verbundene Flächen- und Naturverbrauch. Gerade ein kleines Land wie Malta - insgesamt haben die fünf Inseln eine Fläche von nicht mehr als 316 km² - hat in dieser Hinsicht schnell die Grenzen des Wachstums erreicht. Ist erst die letzte malerische Bucht, das letzte Dorf ursprünglicher Prägung verschwunden, ist ein wichtiger Teil des touristischen Kapitals des Landes unwiderruflich verspielt. Deshalb ist der Begriff der Nachhaltigkeit für Malta von besonderer Bedeutung.
Die Debatte über nachhaltige Tourismuskonzepte hat in Malta gerade erst begonnen. Auch hier stehen einem wirksamen Schutz der natürlichen Ressourcen und dem Erhalt gewachsener Strukturen starke wirtschaftliche Interessen gegenüber. Die entscheidende Frage ist, wie viel Geduld hat eine Gesellschaft, um auf Dauer angelegte Entwicklungen anzustoßen, wenn eine Arbeitslosenzahl von über 7% die Öffentlichkeit beschäftigt.
Gunnar Boehme hat sich entschieden, zur Debatte über die richtigen Tourismuskonzepte für seine Wahlheimat einen praktischen Beitrag zu leisten, indem er seine in den letzten Jahren gewachsenen Kontakte für die Gestaltung eines eigenen Reiseangebots nutzt. GETTING TO KNOW GOZO verbindet verschiedene Projekte und Initiativen, die sich um einen sanften und verantwortungsvollen Tourismus bemühen, zu einem bislang einzigartigen Programm.
GETTING TO KNOW GOZO richtet sich an Menschen, denen Begegnungen und Ideen, unmittelbare Erfahrungen mit einer anderen Kultur, Naturerlebnis und eigene kreative Tätigkeit in ihrem Urlaub wichtig sind. Auf der Internetseite des Programms schreibt Boehme: "Es ist mir ein Vergnügen, Menschen neue Perspektiven zu erschließen und sie miteinander ins Gespräch zu bringen. Ich freue mich darauf, mit aktiven und weltoffenen Begleitern die terra incognita abseits der Hauptstraßen zu entdecken." Für diese Zielgruppe sieht Boehme auf “seiner Insel” Gozo zahlreiche Möglichkeiten. Dass damit auch der nachhaltige oder sanfte Tourismus gefördert wird, ist ein willkommener Nebeneffekt dieses Projekts.
Die Planungen vor Ort sind soweit abgeschlossen, das Netzwerk steht und wenn die ersten Gäste, möglicherweise schon im Dezember dieses Jahres, eintreffen, erwartet sie ein individuelles Reiseprogramm, das eine sehr persönliche Handschrift tragen wird.
Gegenwärtig sucht Gunnar Boehme geeignete Partner, die sich um den Vertrieb und die Kundenbetreuung in Deutschland kümmern. Insbesondere möchte er hier Reisebüros ansprechen, deren Programmschwerpunkte sanften Tourismus, interkulturelle Begegnungen und kreative Aktivitäten einschließen.
Nähere Angaben über seine Pläne hat Boehme im Internet unter der Adresse http://www.getting-to-know-gozo.com/ veröffentlich.
Malta, 20.08.2010








