(openPR) Halle, 20.08.2010. In seiner gestrigen Sitzung hat die Mehrheit des Stadtrates der Landeshauptstadt Magdeburg beschlossen, Magdeburg zur „gentechnikfreien Zone“ zu erklären. „Diese Entscheidung ist ein Rückschlag für all diejenigen, die sich für den Wissenschafts- und Innovationsstandort Magdeburg einsetzen“, kommentiert Dr. Jens Katzek, Geschäftsführer der BIO Mitteldeutschland, die Entscheidung.
Besonders bedauerlich ist, dass der Beschluss praktisch kaum Auswirkungen hat. Denn es gibt derzeit keinen Anbau von gentechnisch verbesserten Pflanzen in Magdeburg - und es wird auch nicht so schnell zu einen umfangreichen Anbau kommen. Die Stadtratserklärung hat vor allen Dingen eine politische Signalfunktion. „Aber genau das macht sie so unglücklich. Viel zu häufig glauben politische Entscheidungsträger, es reicht, Geld und Infrastrukturen zur Verfügung zu stellen, und schon kommen die High-Tech Gründer mit ihren Entwicklungen, die uns die Arbeitsplätze der Zukunft sichern. Aber das ist ein Irrglaube. Genauso wichtig ist das Umfeld. Ist man dort offen für Neues und fördert Innovationen? Oder ist das Umfeld eher von Skepsis beprägt?“, so Katzek.
Deshalb tröstet es auch nicht, wenn vereinzelt geäußert wird, man sei ja offen für Forschung oder für medizinische Anwendungen der Gentechnik. „Wie will man einem Investor erklären, dass man sich als Stadt für Forschung einsetzt - aber dann seinen Pächtern und Eigenbetrieben verbietet, die aus der Forschung resultierenden Produkte zu nutzen, die auch noch ein sehr langes und umfangreiches Genehmigungsverfahren durchlaufen haben, in dem die Behörden zu dem Schluss kamen, dass die Produkte unbedenklich für Mensch und Natur sind?“, fragt Katzek.
In dem vor kurzem von der Stadt vorgelegten Strategiepapier „Politische Schwerpunkte bis 2015“ heißt es: „Mit den bislang angesiedelten Wissenschaftsinstitutionen ... wurde mit dem Wissenschaftshafen ein Bereich geschaffen, ... der für den Anspruch der Landeshauptstadt steht, ein überregional ausstrahlender Innovations- und Bildungsstandort zu sein. Diesen Bereich gilt es mit Leben zu füllen.“
„Der Stadtratsbeschluss zur gentechnikfreien Zone haucht dem eigenen Anspruch, ein ausstrahlender Innovationsstandort zu sein, kein Leben ein. Magdeburg muss sich entscheiden, was es will. Offen für Innovationen zu sein und die Zukunft zu gestalten oder nicht“, so Katzek.







