(openPR) Wenn exklusive, handgefertigte und individuell bedruckte Papiertragetaschen immer billiger angeboten werden - können sie dann noch fair und umweltfreundlich produziert worden sein? Eine unabhängige Untersuchung ist der Sache auf den Grund gegangen. Sie schaute sich 10 Anbieter von exklusiven Papiertragetaschen, die auf Messen, Events und von Modehäusern eingesetzt werden, genauer an. Beleuchtet wurden hier Umwelt und Beschäftigte, Unternehmenspolitik, Verbraucherinformation und Transparenz.
Schreckensmeldungen wie die aus asiatischen Nähfabriken sind keine Seltenheit.
Leider werden auch bei der Herstellung von exklusiven Papiertragetaschen täglich Menschenrechte und Umweltbestimmungen katastrophal übergangen, nur um einen größtmöglichen Profit zu erzielen.
Da es sich bei Papiertragetaschen mit Werbeaufdruck um sogenannte B2B-Ware handelt, kommen die Arbeitsbedingungen nur selten an die Oberfläche, und an einer freiwilligen Transparenz ist, wie wir feststellen mussten, kaum einer der Händler interessiert. Nicht zuletzt, weil viele der Händler sich auch als Hersteller ausgegeben.
Viele der in der Branche bekannten Anbieter, die Ihre Tragetaschen durch erlesene Materialien und echte Handarbeit anpreisen, lassen im Ausland unter menschenunwürdigen Bedingungen und schlechten bis katastrophalen Umweltstandards produzieren.
China, Indien, Türkei, Rumänien etc.
Nicht selten war der Chemiegeruch der untersuchten Ware schon beim Aufschlagen der Kartons nicht auszuhalten. Beim Öffnen der einzelnen Tragetaschen war klar, hier kamen belastete Folien und Kleber zum Einsatz.
Als besonders bedenklich fanden wir auch, dass ein Teil der Tragetaschenhändler ihren Kunden Acrylkordeln oder zum Teil sogar Kunststoffmischkordeln als sehr weiche und hautfreundliche 100%ige Baumwollkordel unterjubelten.
Doch das Dreisteste war, dass ein Händler seine Papiertragetaschen als umweltfreundlich anpries.
Von den getesteten Papiertragetaschen war nur ein ganz kleiner Teil wirklich umweltfreundlich. Wie sich später herausstellte, war es nur der Teil, der ausnahmslos in Deutschland nach hiesigen Standards hergestellt wurde. Dazu muss man wissen, dass handelsübliche Papiertragetaschen in der Regel mit einer Glanz- oder Mattfolienkaschierung (Polypropylen) beschichtet sind, die im Heiß- oder Nassklebeverfahren aufgebracht wird. Die sogenannte PP- oder auch PE-Folie ist die Plastiktüte, nur dünner und mit Kleber vollflächig auf das Papier geklebt, was ein Entsorgen noch schwieriger macht (Verbundmaterial). Schon allein das macht ein späteres Entsorgen sehr schwierig und aufwändiger als ein homogenes Produkt, wie z.B. die Plastiktüte, die einfach recycled werden kann. Dazu kommt noch, dass die im Offsetdruck am häufigsten zum Einsatz kommenden Farben auf Mineralöl basieren, und auch die Kleber für die Verleimung mit giftigen Lösemitteln belastet sind. Letztendlich kommen noch die Kordeln dazu, die in den meisten Fällen aus Acryl oder sogar Kunststoffmischfasern bestehen und nur in den allerseltensten Fällen aus 100% Baumwolle und somit biologisch leicht abbaubar sind.
Fazit:
Leider kann man sich nur bei den in Deutschland produzierten Tragetaschen auf faire Arbeitsbedingungen, angemessene Bezahlung und Umweltschutzstandards verlassen. Zum Teil kamen hier sogar zertifizierte Papiere aus nachhaltiger Forstwirtschaft, Druckfarben auf Rapsölbasis, unbedenkliche Folien und Leime zum Einsatz. Bei einem Anbieter gab es sogar die Möglichkeit, einen CO2 Ausgleich zu tätigen. Wir können daher den Firmen, die Papiertragetaschen einsetzen, nur empfehlen, die Verantwortung beim Einkauf von exklusiven Papiertragetaschen selber zu tragen und auf Transparenz zu bestehen.









