(openPR) Welche Bedeutung das einleitende Zitat mit Blick auf die kontinuierlichen Veränderungsprozesse und den Stellenwert der Mitarbeiter in Unternehmen hat, zeigte am 11. Juni 2010 in anschaulicher Weise der Kaizen-Workshop in Zusammenarbeit mit dem Darmstädter Unternehmensberater Herrn Kühne.
Zunächst stellte Herr Kühne einzelne Elemente der Kaizen-Arbeitsphilosophie vor, mit der sehr unterschiedliche Konzepte, wie z.B. Poka Joke, 5S, Heijunka, KPI, Kanban verbunden sind. Ihnen allen ist gemeinsam, dass der Mitarbeiter mit seinen Erfahrungen im Mittelpunkt des Unternehmens steht. Nur mit ihm zusammen können kontinuierliche Verbesserungen gefunden und nachhaltig umgesetzt werden.
Herr Kühne berichtete sehr praxisnah von seinen internationalen Projekten aus der Automobilindustrie, die ihn sowohl nach Asien als auch in die USA und Europa führten. Besonders bemerkenswert stellte er die Mentalitätsunterschiede im Umgang mit der Interpretation von Einsparungen durch Ideen der Mitarbeiter im Rahmen der Kaizen-Philosophie dar. Dabei machte er die Erfahrung, dass vor allem in Deutschland die eingesparten Zeiteinheiten durch Verbesserungsmaßnahmen auf Mitarbeiterseite zu stark als Argument zum Personalabbau genutzt und weniger als Anreiz des Managements zur weiteren Unternehmensentwicklung gesehen werden. Das eigentliche Ziel eines Ausbaus kreativer Geschäftsideen und der damit verbundenen Umsatzsteigerung würde seiner Meinung nach zu oft vernachlässigt. Langfristig lassen sich Veränderungen jedoch nur mit dem Vertrauen der Mitarbeiter realisieren. Dafür sind Mut und Weitsicht, Respekt und Fairness sowie ein offener Umgang seitens des Managements mit den Mitarbeitern notwendig. Untersuchungen in diesem Zusammenhang zeigen, dass es zu einem großen Anteil die Aufgabe des Managements ist, den Mitarbeitern bei Veränderungen den relevanten Handlungsraum zu geben und ihnen diesen auch zu schützen.
Besonders anschaulich stellte sich im zweiten Teil des Workshops das Unternehmensplanspiel für das Verständnis des theoretischen Teils dar. Hierbei wurden die Teilnehmer in verschiedene Teams eingeteilt entsprechend den Abteilungen eines produzierenden Unternehmens (Kommissionierung, Produktion und Logistik). Zu eigensinniges Handeln der „Mitarbeiter“ stellte sich dabei als problematisch heraus, da der Unternehmenserfolg aus Sicht des Kunden in Gefahr war und angekündigte Ziele in Form von Auftragszusagen nicht eingehalten werden konnten. Erst in weiteren Runden erkannten die Mitarbeiter selbst, dass es auf eine abteilungsübergreifende Kooperation ankommt, um das Gesamtziel zu erreichen. Die Teilnehmer gewannen dabei auch Einblicke in die Unternehmensorganisation und die Prozessgestaltung, auf die sie selbstständig Einfluss nehmen durften. So konnte gegen Ende des Workshops das vorgegebene Zeitintervall des Auftrags durch konzentriertes Arbeiten eingehalten und sogar noch reduziert werden.
Insgesamt war der Workshop eine gelungene und vor allem praxisnahe Demonstration der Gestaltung von Veränderungen in Unternehmen. Der globale Prozess und die internationalen Herausforderungen „zwingen“ Unternehmen und ihre Eigentümer geradezu, das Wissen und die Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter langfristig zu integrieren. Das dafür notwendige Vertrauen ist ein langfristig angelegter Prozess und stellt sich im Alltag immer wieder den Herausforderungen allzu pragmatischer Lösungen.









