(openPR) Es gibt heiße Diskussionen darüber, ob Körnerfutter gut oder schlecht ist. Was ist nun richtig?
Körner sind kein Alleinfuttermittel
Es gilt: Körnerfutter ist kein Alleinfuttermittel, denn es enthält bei weitem nicht die Nährstoffe, die Papageien brauchen, um ein langes und gesundes Leben zu führen. Dennoch kann Körnerfutter ein wichtiger Bestandteil der Papageienernährung sein, und zwar insbesondere unter dem Aspekt des Environmental Enrichment, einer Art Beschäftigungstherapie. Es ist interessant für die Tiere, durch verschiedene Körner zu sortieren. Deshalb sollte Körnerfutter viele verschiedene Saaten enthalten. Schließlich geht es um Beschäftigung und Ernährungsvielfalt. Das Ziel ist hierbei nicht, dass die Vögel jedes Korn restlos fressen. Sie sollen sich damit beschäftigen: sortieren, probieren, Favoriten heraussuchen und auch manche Körner durch die Gegend schmeißen. Sie werden sich aus den Körnern heraussuchen, was sie an Nährstoffen gebrauchen können. Ihre Instinkte sind gut genug und ansonsten werden sie einfach Spaß mit ihrem Futter haben.
Warum sollten Körnermischungen nur Sämereien und nichts anderes enthalten?
Es gibt mehrere Gründe warum Körnermischungen nur Sämereien und nichts anderes enthalten sollten. Unter dem Aspekt des Environmental Enrichment ist es für die Vögel spannender, wenn sie zusätzlich zu Ihrem täglichen Obst und Gemüse jeden Tag eine andere Zugabe bekommen. So kann an einem Tag Körnerfutter gereicht werden, am nächsten Nüsse, dann wieder Pellets oder Kochfutter. Es erhöht die Abwechselung für die Vögel, wenn das Körnerfutter nur Sämereien enthält, sodass Pellets, Trockenobst oder –gemüse und Nüsse separat gereicht werden können. Außerdem können Körner, die nicht mit anderen Zutaten gemischt sind, problemlos gequollen und gekocht werden, was ihre Vielseitigkeit erhöht. Es sollte jedoch davon abgesehen werden, Quell- oder Keimfutter zu reichen. Untersuchungen haben ergeben, dass die Keime, die sich auf vielen Körnerfuttern befinden im warm-feuchten Medium exponentiell erhöhen und zur Gesundheitsgefahr für die Tiere werden können.
Macht Körnerfutter krank?
Körnerfutter als Alleinfutter wird Mangelerscheinungen hervorrufen, die weitere Erkrankungen begünstigen können. Abgesehen davon kann auch das Körnerfutter selbst krank machen, denn viele Körnerfutter sind mit Pilzsporen und Bakterien belastet. Beim Aufknacken von Körnern wird der Sporenstaub aufgewirbelt und durch die Vögel inhaliert, was zur gefürchteten Lungenerkrankung Aspergillose führen kann. Auch die Bakterien können Krankheiten hervorrufen. Besonders riskant wird es, wenn Quell- und Keimfutter hergestellt werden, denn in dem feuchtwarmen Medium vermehren sich Pilze und Bakterien rasant. Beim Körnerfutter muss deshalb auf beste Qualität geachtet werden. Ideal sind Sämereien in Bio- und Lebensmitelqualität. Im Zweifelsfall empfiehlt es sich, das Körnerfutter gut durchzukochen. Die Bakterien werden dabei abgetötet und die Körner so gut durchfeuchtet, dass ein Inhalieren von Pilzsporen unmöglich wird. Es muss jedoch bedacht werden, dass Schimmelpilze durch Abkochen nicht abgetötet werden und weiterwachsen. Deshalb sollte auch abgekochtes Körnerfutter nach zwei bis drei Stunden aus den Futternäpfen entfernt werden.
Warum werden Papageien dick?
Wie bei den Menschen ist es so, dass Papageien, die den ganzen Tag essen und sich nicht genügend bewegen, früher oder später an Übergewicht leiden werden: Die Kalorien, die sie zu sich nehmen werden einfach nicht verbraucht. Das ist einer der Gründe, warum mehrstündiger täglicher Freiflug sowie große Volieren oder Vogelzimmer für Vögel so wichtig sind. Auch Papageien müssen trainieren, um fit und gesund zu bleiben. Dabei sind einige Papageienarten anfälliger für Fettleibigkeit als andere. So sind z.B. Amazonen und Wellensittiche Papageienarten, die häufig an Übergewicht leiden, während Agaporniden, Graupapageien und Aras eher seltener Gewichtsprobleme bekommen.
Außer durch Bewegungsmangel bei zu hoher Nahrungsaufnahme kann Übergewicht auch durch Nährstoffmangel verursacht werden. Enthält das Futter nicht genügend Nährstoffe, wird der Papagei große Mengen davon fressen müssen, um die Nährstoffe, die er braucht in ausreichenden Mengen zu sich zu nehmen. Dabei nimmt er leider viel mehr Kalorien auf als er benötigt. Deshalb sollte darauf geachtet werden den Papageien Futter mit hohen Nährstoffdichten anzubieten, d.h. Futter mit hohen Mengen an Nährstoffen, bei vergleichsweise wenigen Kalorien, wie es z.B. bei Gemüse und Obst der Fall ist.
Welches Körnerfutter für welchen Vogel?
Angaben für welche Papageienarten die verschiedenen Futtermischungen geeignet sind, sollten als grobe Richtlinie verstanden werden. Es kann gerne variieren werden und auch die Sorten untereinander können gemischt werden. So kann z.B. einem großen Papagei auch eine Mischung für kleinere Vögel geboten, wenn er sie mag oder umgekehrt. Natürlich bieten kleinere Sämereien mehr Beschäftigung für die Tiere: Der Vogel muss länger arbeiten, um an die Kalorien heranzukommen. Dies kann besonders bei Papageien, die abnehmen müssen ein hilfreicher Trick sein, um die Nahrungsaufnahme zu verzögern. Solchen Vögeln sollte einfach eine Körnerfuttermischung für kleinere Tiere gefüttert werden.
Falls kleineren Papageienarten Futtermischungen für größere Papageien angeboten werden, muss darauf geachtet werden, dass die angebotenen Sämereien nicht zu hart zum Knacken für sie sind. Außerdem sollte beachtet werden, dass Papageien konservative Fresser sein können. Änderungen im Futterangebot dürfen deshalb nur allmählich durchgeführt werden und unter Beobachtung dass die Tiere auch tatsächlich fressen. Am besten ist es, wenn die Vögel regelmäßig gewogen werden. Generell, zur Krankheitsvorsorge, reicht wöchentliches Wiegen. Im Krankheitsfall oder bei der Futterumstellung kann häufigeres Wiegen – möglicherweise täglich – angebracht sein. Mehr Informationen hierzu gibt in unseren Informationsschriften zur Ernährungsumstellung und zur Vogelwaage sowie im Forum.
ann’s-world-Körnerfuttermischungen
ann's-world-Futter ist ausschließlich aus Zutaten allerhöchster Qualität hergestellt. Aus Überzeugung werden nur Zutaten in Bio- und Lebensmittelqualität verwendet. Für übergewichtige Papageien und solche, die sich krankheitsbedingt fettarm ernähren müssen, werden außerdem alle Futtermischungen auch in einer Diätvariante angeboten.
Papageienexpertin Ann Castro hilft Ihnen bei allen Fragen rund um Ihre gefiederten Haustiere. Ihre Homepage, www.annsworld.de, ist mit Wissensseite, Forum und Shop die Rundum-Resource für glückliche und gesunde Papageien, Sittiche und andere Vögel.
Ann Castro ist Verfasserin mehrerer Bücher über Papageien und war in zahlreichen Fersehsendungen zu Gast.
Clickertraining für Papageien, Sittiche und andere Vögel (Band 1), ISBN: 978-3939770015
Mehr Clickertraining für Papageien, Sittiche und andere Vögel (Band 2), ISBN: 978-3939770060
Erste Hilfe für Papageien, Sittiche und andere Vögel, ISBN: 978-3939770022
Gesundheitspass für Papageien, Sittiche und andere Vögel, ISBN: 978-3939770046











