(openPR) Experten der Paracelsus Klinik klären über die Top 5 der häufigsten Fußballverletzungen auf
Hamburg, den 9. Juli: Wenn die Fußballspieler während der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika um den Titel kämpfen, können Muskeln und Gelenke der Spieler Traumata erleben. Welche Verletzungen auf dem Spielfeld besonders häufig auftreten und welche Ausfallzeit sie nach sich ziehen, erklären Dr. med. Thomas Bonitz, Chefarzt für Unfall-, Hand- Wiederherstellungschirurgie und Dr. med. Nils Kleemann, Chefarzt für Allgemein- und Visceralchirurgie an der Paracelsus Klinik in Henstedt-Ulzburg. Da die Klinik die Spieler des Hamburger Sportvereins (HSV) betreut, sprechen die Experten aus Erfahrung.
Besonders die unteren Extremitäten neigen beim Fußball zu Verletzungen, so Kleemann: „Fouls spielen dabei eine große Rolle. Aber auch Laufen und abrupte Richtungswechsel setzen dem Bewegungsapparat zu.“
1. Sprunggelenk: Erst im Februar 2010 knickte Marvin Compper von TSG 1899 Hoffenheim um und zog sich einen Teilriss des Außenbandes im linken Sprunggelenk zu. „Umknicken gehört zu den typischen Verletzungsursachen im Fußball“, schildert Bonitz, „Je nach Schwere der Verletzung sollte der Spieler bis zu zwölf Wochen pausieren.“ Auch chronische Beschwerden am Sprunggelenk drohen durch Fußball: „Regelmäßiges Ballschießen verursacht jedes Mal ein kleines Trauma im Gelenk. Durch die wiederholte Überlastung kann ein ‚Fußballergelenk‘ entstehen, das zu einem Aussetzen von 2-4 Wochen zwingt. In der Regel erfolgt eine Diagnose durch eine Gelenkarthroskopie.“ Glück im Unglück hatte der Schweizer Nationalspieler Philippe Senderos. Im Vorrundenspiel der Fußball WM 2010 verletzte sich der Innenverteidiger beim 1:0 Sieg gegen Spanien und fällt aufgrund einer schmerzhaften Verstauchung des Knöchels für die nächsten Gruppenspiele aus.
2. Kniegelenk: Im Jahr 2007 riss Mario Gomez‘ Innenband bei einem Schussversuch. „Für Gomez bedeutete das eine sechswöchige Pause“, so Bonitz. „Verletzungen im Kniebereich entstehen auch am vorderen und hinteren Kreuzband, wodurch das Knie an Stabilität verliert.“ Bei Meniskusverletzungen müssen Spieler ebenfalls lange pausieren und mit erneuten Verletzungen an dieser Stelle rechnen, wenn sie sich nicht für den effizienteren minimal-invasiven Eingriff entscheiden. „Allerdings fällt die Entscheidung meist gegen den Karriereknick und zugunsten einer Meniskektomie, die aber eine Gonarthrose mit der Folge der Sportinvalidität zur Folge haben kann.“ Im WM-Gruppenspiel gegen Ghana musste Australien auf ihren Spieler Vince Grella verzichten. Schuld war eine Bänderverletzung im Knie. „Verdreher oder ein Tritt des Gegners gegen das Knie rufen diese Verletzung hervor. Es sollte abgeklärt werden, ob eine Ruptur (Riss) oder noch andere Verletzungen am Knie vorliegen (z.B. am Meniskus oder Kreuzband). Dies macht häufig eine Operation erforderlich, die eine mehrwöchigen Rehabilitation erfordert“, so Bonitz.
3. Muskelverletzungen: „Muskelverletzungen entstehen etwa durch Überdehnung der Muskeln oder durch einen Zusammenprall mit einem anderen Spieler. Selbst leichte Prellungen können sich zu größeren Verletzungen auswachsen, wenn weitergespielt wird. Bei schweren Prellungen kann es in den Muskel einbluten, so dass ein chirurgischer Eingriff notwendig wird. Muskelverletzungen bedeuten aber meist keinen Wettkampfausfall“, erläutert Kleemann. Mit kurzen Spielaussetzern ist hingegen bei Verletzungen der Leiste zu rechnen, wie im Fall des englischen Nationalspielers Ledley King, der sich während des WM-Auftaktes (1:1) gegen die USA verletzte. „Eine Leistenverletzung ist nicht mit einem Leistenbruch zu verwechseln. Hinter einer Leistenverletzung steckt meist eine Überbelastung oder Zerrung der Muskeln an der Innenseite des Oberschenkels. Die Spieler ziehen sich diese Verletzung häufig durch falsche Bewegungen zu. Für den Engländer bedeutete die Verletzung das Ende des Turniers“, so Kleemann.
4. Handverletzungen: Bei der WM 2002 entglitt Oliver Kahn der Ball von Ronaldo zum 0:1; im Zweikampf erlitt Kahn einen Seitenbandriss am kleinen Finger. „Um einen Seitenbandriss zu kurieren, benötigt es circa sechs Wochen. Stauchungen der Gelenke in der Mittelhand, wie sie bei unsauberen Fangtechniken oder bei Stürzen entstehen, brauchen dagegen meist nur gekühlt und ein paar Tage beobachtet werden.“, so der Chirurg Bonitz.
5. Knochenbrüche: Knochenbrüche, etwa an Knöcheln oder Nasenbeinen, kommen nicht oft vor. Auch ein Bruch des Jochbeins, wie Martin Demichelis ihn durch den Zusammenstoß mit Michael Ballack erleiden musste, gehört zu den selteneren Verletzungen. Dazu Bonitz: „Demichelis Verletzung war sehr dramatisch, da auch ein Bruch des Augenhöhlenbodens und des Oberkiefers vorlag. Drei Wochen fällt ein Spieler in solch einem Fall mindestens aus.“









