(openPR) Skulptur des documenta-Künstlers Günter Haese in
Hannover aufgestellt
Die Antennen vibrieren. Alles glitzert und schimmert im Licht. Die kinetische Skulptur „Phoenix 2“ des in Düsseldorf lebenden Künstlers Günter Haese behauptet seit Freitag, dem 25. Juni ihren Platz vor dem Geschäftssitz des Wohnungsunternehmens Gartenheim in der Yvonne-Georgi-Straße in Hannover.
Monumental und zugleich filigran wurde die Kleinplastik des 1924 gebo-renen Künstlers auf die zehnfache Größe übertragen und in Edelstahl, mit Nickel- und Chrom-Lasur zu einer raumgreifenden, erhabenen Skulptur in Handarbeit nachgebaut.
Nun prangt sie dort wie ein überirdisches Flugobjekt, das gerade gelandet ist. Oder wie ein riesenhaftes Radargerät, bereit zum Empfang extraterrestrisches Signale. Mit äußerster Präzision gestaltet, scheint sich der Kosmos des Künstlers zu entfalten, lässt immer neue Blickwinkel entdecken: Netzkugeln tanzend auf einem Seil etwa oder auch Planeten auf einer Bahn. Oder nagelartige Gebilde, die aus einer schneckenartig aufgerollten Spirale entspringen und sich wie Trompeten fanfarenhaft auffordernd der Welt entgegenstrecken. Zusammengefasst in einem ausgeklügelten System von Verstrebungen und Wegen bevölkern sie wohlgeordnet das Netzwerk. Durch Bewegung und Reaktion auf äußere Einflüsse wie Erschütterungen im Untergrund, Wind und Regen greifen diese zum Leben erweckten Antennen aus in die sie umgebende Umwelt.
„Phoenix 2“ ist ursprünglich ein feines, filigranes Gespinst aus Phosphor-bronze und Messingdrähten in einem Durchmesser von 30 Zentimetern. Die Verstrebungen ergeben die Wahrnehmung einer Scheibe, deren Bahnen die Kugeln und „Antennen“ aufnehmen, hinterfangen von einem parabolartigen Geflecht. Maßstabsgerecht skaliert und auf einen Durchmesser von drei Metern vergrößert, tritt Haeses Kosmos in Kontakt mit Architektur und Straßenraum. Günter Haese junior, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Gartenheim, hat das Werk seines Vaters auserkoren, vor der Zentrale des Unternehmens Platz zu nehmen. In umfangreicher Kleinarbeit hat er einem Orchestrierer gleich in einem Jahr das Objekt mit dem Schlosser Rubin Weber „in Uhrmacher-Präzision zusammengeschweißt“, wie Haese erklärt. Materialwahl, Schwingungsverhalten und handwerkliche Machbarkeit standen dabei immer wieder im Diskurs, damit die Feinnervigkeit des Ursprungswerkes auch im Großen standhalten kann.
Und es ist eine werkgerechte Übertragung gelungen. In festen und schwingenden Edelstahl mit einem Überzug aus Chrom-Nickel und Goldlasur ist auch eine farbliche Entsprechung zum Ausgangswerk entstanden. Nun ruht die kinetische Skulptur auf einem drei Meter hohen, schlichten Sockel und schwebt gleichsam über den Köpfen im Raum.













