(openPR) Weichenried (Bayern) - Als "Rebellin" in Sachen Fotografie hat Marion Blumhofer vor einem Jahr den Sprung in die Selbständigkeit gewagt. Ihre Ausbildung zur Kinderpflegerin bringt sie dabei gerne in der Kinderphotografie ein. Dabei verzichtet sie auf Requisiten: "Ich will die Menschen so abbilden, wie sie sind. Die Persönlichkeit muss zur Geltung kommen und nicht die Dekoration", beschreibt die Fotografin ihren Anspruch an ihre berufliche Tätigkeit unter dem eigenwilligen Namen "Photo-Rebell".
Wenn man die Dorfstraße in Weichenried entlangfährt, vermutet man nicht, dass sich in einem kleinen Bungalow ein Fotoatelier befindet. Noch ist sie ein "Geheimtipp" unter der Kundschaft. Trotzdem will sie demnächst mit einem Hinweisschild ihre Leidenschaft, die sie sich zum Beruf gemacht hat, auch nach außen tragen. Ihr Schwerpunkt ist die "besondere, künstlerische Fotografie", so Blumhofer. Darauf hin deutet auch eine Wand im Studio, die komplett mit Hunderten von Portraits beklebt ist. Wenn sie etwa in einem Kindergarten eine Photoserie anbietet, lenken keine blumengefüllten Bollerwagen vom Kind ab. Es wird pur abgelichtet mit all seiner Lebensfreude - oder auch nicht. "Einmal wollte ein Junge überhaupt nicht lächeln", erzählt sie "bei mir muss man auch nicht lachen, wenn es nicht zu einem passt". Die Eltern hätte das Bild trotzdem gefallen. In diesem Jahr hat sie als Motto einen Trampolinsprung vor rotem Hintergrund gewählt. "Es darf nicht langweilig werden" und gleichzeitig sucht sie auch für sich persönlich immer wieder die Herausforderung.
So hat sie ein Kinderbuch über "Prinzessin Philomena" geschrieben und auch alle Bilder selbst fotografiert. Die Geschichte ist nicht oberflächlich, sondern handelt davon, wie das Königskind mit dem schmerzhaften Verlust der Großmutter umgeht. Einen Tag lang war ein Fotomodell bei ihr zu Gast und wurde in schönen Kleidern abgelichtet. "Allein das Schminken durch die Profi-Visagistin hat schon zwei Stunden gedauert" erinnert sie sich noch gut, weil sie natürlich schon ungeduldig darauf wartete, mit der Fotostory loslegen zu können. Sie legt Wert darauf, dass das Ergebnis von höchster Qualität ist und trotzdem kann sie mit kleinen Fehlern gut leben. "Die Prinzessin hat ein kleines Muttermal auf der Lippe. Ich hätte es wegretuschieren können, aber es gehörte einfach zu ihr". Und so hat die Prinzessin auf den Fotos einen fast unmerklichen, aber liebenswerten Schönheitsfehler. Mit dem Kinderbuch hat sich Marion Blumhofer einen Traum erfüllt, ein zweites Projekt hat sie schon im Kopf. In Kindergärten will sie auf Wunsch Vorlesestunden abhalten und den Band vorstellen, auch wenn das Thema nicht bonbonrosa ist, wie man es bei einer Prinzessin vermutet.
Weitere Schwerpunkte ihrer Tätigkeit sind die Werbefotografie, ungewöhnliche Familienfotos oder auch Bewerbungsfotos, die von der Norm abweichen. "Das Erscheinungsbild muss zum Beruf passen, zu dem man sich bewerben möchte", das muss in einem Vorgespräch abgeklärt werden. Als Friseurin kann man sich schon etwas bunter und kreativer darstellen, im Gegensatz zu einem kaufmännischen Beruf, da sollte alles schön bodenständig sein. Bei der Adolf-Rebl-Schule in Geisenfeld hat sie im vergangenen Jahr schon eine ganze Schar von Berufsanfängern "im besten Licht" dargestellt.
Die Lust am Fotografieren ist erst in der Pubertät entstanden. Vom Vater hat sie eine alte Spiegelreflexkamera geschenkt bekommen, sie war fasziniert und ist es geblieben. "Der Beruf der Kinderpflegerin hat mir schon viel Spaß gemacht, aber als Fotografin kann ich "mein Ding" machen. Im Keller gibt es ein Labor, in dem sie Schwarz-Weiß-Bilder selbst entwickeln kann. "Das ist schon eine ganz besondere Technik", schwärmt sie, "auch wenn es aufwändig ist". Trotz all der Vorzüge der digitalen Technik ist der Hang zum Authentischen bei ihr geblieben.
Würde Sie den Schritt in die Selbstständigkeit wieder machen? "Auf jeden Fall!", versichert sie bestimmt. Sie freut sich schon auf die Teilnahme an der Gewerbemesse in Hohenwart Mitte Juli und vor allem auf die erste Präsentation ihres Kinderbuches. "Heute habe ich dem Verlag den endgültigen Auftrag erteilt und das ist aufregend", freut sie sich. Nicht jeder hat Lust als Rebell durchs berufliche Leben zu wandern. Aber die Möglichkeit "ihr Ding" machen zu können gibt Marion Blumhofer genügend Motivation für die nächsten Projekte.
















