(openPR) Das Europäische Mittelmeer stirbt vor unseren Augen und sein Niedergang ist weiter fortgeschritten, als die meisten von uns wahrhaben wollen. Mit dem Projekt „Mittelmeerbausteine“ finanziert der Verein mare-mundi.eu eine einzigartige Faktensammlung, um in der breiten Öffentlichkeit, unter Wissenschaftlern und bei politischen Entscheidungsträgern auf die Notwendigkeit einer dringend benötigten Wende im Umgang mit diesem Meer aufmerksam zu machen.
Das Mittelmeer liegt im Sterben
Nicht nur globale Veränderungen wie der Klimawandel und die damit zusammenhängende dramatische Erwärmung des Meerwassers, sondern genauso "hausgemachte" Probleme führen seit Jahrzehnten zum allmählichen, aber stetigen Untergang des Mittelmeeres. Direkt vor unserer Haustür, in der "Badewanne Europas", kommt es von der Öffentlichkeit und von politischen Entscheidungsträgern zu wenig beachtet zum allmählichen Tod des Meeres. Das Europäische Mittelmeer ist dabei „lediglich“ ein Modell für eine noch größere Katastrophe – für das Sterben der Weltmeere. Die Verschmutzung der Meere rund um Europa und speziell des Mittelmeeres ist mehr als beängstigend. Das ist die klare Erkenntnis der dreijährigen Studie European Lifestyles and Marine Ecosystems (ELME), an der mehr als 100 Forscher aus 15 Ländern mitgearbeitet haben. Keine andere Region der Welt, mit Ausnahme des benachbarten Nahen Ostens, wird seit so langer Zeit so intensiv durch den Menschen genutzt, verändert und ökologisch degradiert. Die Ausbeutung des Mittelmeeres hat durch die technologische Entwicklung der modernen Zeit verheerende Dimensionen angenommen.
Diagnose: Übernutzung und Unwissenheit
Zerstörerische Überfischung, der Zusammenbruch von Populationen wichtiger Fischarten, der Verlust von Küstenlebensräumen, die Belastung durch Nährstoffe, Öl, giftige chemische Substanzen, Abfälle und Radioaktivität, die Verbauung der Küsten, der Verlust an Biodiversität, der Klimawandel, Algen- und Quallenplagen, giftige Algenblüten, die zunehmende Ausbreitung von Fremdlingen und eingeschleppten Arten beim gleichzeitigen Verschwinden der ursprünglichen Spezies sowie weitere schwerwiegende ökologische Veränderungen setzen dem Mittelmeer schon seit langem zu. Besonders problematisch ist aber die Unwissenheit über diese Phänomene. Diese Lücke füllt mare-mundi.eu im Interesse der Menschen und des Meeresschutzes! Rund um den durch seine WDR-Serie „Bedrohte Paradiese“ bekannten Meeresbiologen Dr. Robert Hofrichter hat sich ein Netzwerk aus mehr als 300 Experten und Beobachtern in 21 Ländern rund um das mediterrane Becken gebildet. Der Verein setzt sich für das Mittelmeer ein und liefert aktuelle Informationen, damit die Menschen ein Werkzeug zum Schutz des Mittelmeeres in die Hand bekommen.
Politik ist zum Handeln aufgefordert
„Nur auf breiter, internationaler politischer Basis können wichtige Schritte unternommen werden, die den Prozess des ökologischen Untergangs verlangsamen bzw. stoppen könnten.“, erklärt Dr. Robert Hofrichter. Der renommierte Meeresforscher warnt seit Jahren vor der ökologischen Katastrophe, die sich weitgehend unbemerkt vor unserer Haustüre abspielt. „Was wir vor allem brauchen, sind zuverlässige Informationen über den aktuellen Zustand und die Handlungsmöglichkeiten.“, führt er aus. „Ohne Fakten kann es keinen Druck der Öffentlichkeit auf die Politik und keine politischen Entscheidungen geben.“ Hofrichter ist Initiator eines einzigartigen Informationsprojekts über Fauna, Flora und Ökologie des Mittelmeeres. Mit Band 3, der momentan in Arbeit ist, möchte Hofrichter in den nächsten Monaten das erste umfassende Standardwerk zur Ökologie des Mittelmeeres abschließen.
Bausteine für Baustein mehr Wissen
Zur Finanzierung des Standardwerkes – und die wichtige Übersetzung ins Englische – hat mare-mundi das virtuelle Mittelmeer ins Leben gerufen. 200 Bausteine stehen stellvertretend für die mehr als 25.000 Spezies für das Mittelmeer beschriebenen Arten. Ein Klick auf die Webseite http://mare-mundi.eu entführt auf eine faszinierende Reise zu Mönchsrobben, europäischen Austern und Bronzehaien. Mit Prof. Dr. Helmut Pechlaner, Präsident des WWF Österreich, hat der Verein einen prominenten Fürsprecher gewonnen. „Bei dem intensiver werdenden Einfluss, den wir Menschen auf unsere Umwelt ausüben, kommen immer größere Ökosysteme in Gefahr. Darunter auch das Mittelmeer. Fundierte Publikationen über die Bedrohung unserer Alpen haben beispielsweise zu verschiedenen Schutz-Konventionen geführt. Dem Mittelmeer geht es noch schlechter, doch kaum jemand weiß es, und nur wenige helfen. Und das, obwohl wir alle dieses Meer lieben und brauchen.“ Die Bausteine kosten zwischen 1.000 und 20.000 EUR. Binnen einer Woche nach Start des Virtuellen Mittelmeeres wurden bereits vierzehn Bausteine an Sponsoren verkauft.











