(openPR) Die Berliner Agentur Seaberg Kultur Service - seaberg-com.de - hat im Winter 2010 eine Publikumsbefragung durchgeführt. Nichts besonderes, sollte man meinen. Thema: Ist der Zuschauer online, print, Flyer, Plakat oder Radio? Auch nichts ungewöhnliches, eigentlich. Doch das Ergebnis der Befragung war so sehr ungewöhnlich in seiner Un-Spektakularität wie das Ereignis überhaupt. Besucherbefragungen, so würde man annehmen, sind ein tagtäglicher Bestandtteil des Kulturmarketings, sind sie doch eine der wenigen Möglichkeiten für den Kulturunternehmer, herauszufinden, wer und wo seine Zielgruppe ist.
Nichtsdesto trotz gibt es sie kaum, ein Umstand, den Firmeninhaber Reimund Noll, seit 1996 in der Berliner Kultur on- und offline aktiv, sich zunutze machte, um sie als Bestandteil seines Portfolios aufzunehmen: "Die Kultur mag in ihren sogenannten Inhalten progressiv sein, in ihrem Management ist sie es oft nicht, trotz zwanzig Jahre Managementfort- und -weiterbildung. Dabei ist sie bei den bestehenden und sich ständig verschärfenden Budgetzwängen immer mehr gefordert, ihre Aufwände zu evaluieren", so der Kulturmanager, der auch viele Jahre als Contentmanager und Online-Redakteur arbeitete. Doch wie kommt man von Online zur Live-Befragung? "Der Zusammenhang ist sehr direkt. Beide arbeiten sehr eng mit Zahlen, Websites z.B. mit Protokollzahlen und ihren Derivaten, Zuschauerbefragungen mit zählbaren Protokollen. Außerdem mag der Kulturmensch gewöhnlich den Kontakt zu den Menschen." Sagt es und lächelt gemütlich.
Und die Ergebnisse? Sie passen nicht in die Propaganda-Schablonen. Zwar ist der Bereich Internet mittlerweile ein starker Player im Marketing-Mix, muss sich das Budget aber in etwa gleichrangig mit den anderen Medien teilen. "Die Medien sind aus Berliner Promoter-Sicht inzwischen mehr oder weniger gleich stark, mit spezifischen Abstrichen bei einigen Submedien wie etwa Stadtmagazinen. Das bürdet den Promotern mehr Arbeit auf," so Noll, "doch die Zuschauerbefragung hilft ihm, sein Budget effektiver einzusetzen, erfolgreicher zu arbeiten und dabei Geld zu sparen."
Alles in allem scheint die beschriebene Befragung eine Überlegung wert, in der Kultur verstärkt auf einfache, klassische Möglichkeiten des Marketing wie eben dieser zu setzen anstatt sich auf Konferenzen in wortreichen Diskussionen zu Zusammenhängen von Kultur und Web 2.0 bis 7.1 zu ergehen.









