(openPR) Berlin, 4. Juni 2010. Wenn Schweinsteiger, Lahm und Co. am 13. Juni ins Stadion von Durban einlaufen, werden wohl auch die Heuschnupfenallergiker unter den angereisten Fans tief durchatmen können. Vertraut man dem südafrikanischen Pollenkalender, dürften sie das Spiel ohne tropfende Nasen und juckende Augen verfolgen, nur das Fußballfieber könnte sie packen. Der Grund: Auf der Südhalbkugel der Erde ist jetzt Winterzeit, und die Blütenpollen am Kap nehmen eine Auszeit. Winter in Südafrika bedeutet aber nicht Schnee und Eis, sondern milde, frühlingshafte Temperaturen um die 20 Grad Celsius. Besonders vorteilhaft für die Allergiker unter den Fans ist, dass die beiden ersten Gruppenspielorte der deutschen Nationalmannschaft Durban und Port Elizabeth sehr nah am Indischen Ozean liegen.
„Für Pollenallergiker ist Südafrika zur WM-Zeit ein idealer Aufenthaltsort“ sagt Prof. Dr. med. Torsten Zuberbier, Leiter der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF). „Zum einen ist in diesen Monaten die Pollenbelastung in der Luft sehr gering, zum anderen beruhigt in Küstennähe das feuchte Meeresklima die Atemwege zusätzlich. Trotzdem sollten Allergiker zur Sicherheit immer entsprechende Medikamente bei sich haben. Mit dem südafrikanischen Frühlingsbeginn Ende August nimmt die Pollenkonzentration dann auch stark zu und kann zu allergischen Problemen führen.“
Pollenfreiheit nur im Winter
Außerhalb des Winters sollten Allergiker in Südafrika auf starken Pollenflug vorbereitet sein. Das Land am Kap ist nicht nur für seine abwechslungsreiche Landschaften, sondern auch für eine enorme Pflanzenvielfalt bekannt. So gibt es dort zum Beispiel allein 947 heimische und 115 naturalisierte Gräserarten. Die häufigsten Pollen stammen vom Weidegras, Kikuyugras und Hirsegras. Wegen des warmen Klimas können die Blütezeiten mit bis zu 10 Monaten im Jahr äußerst lang und für Pollenallergiker belastend sein. Die Pollenflughauptsaison in Küstennähe findet von Ende August bis Mitte Oktober, dem südafrikanischen Frühling, statt. Von den Baumpollen sind vor allem Weide, Zypresse, Eiche und Eukalyptus für Allergiker bedeutsam, die aber relativ kurz, von Mitte August bis Anfang November, blühen. Kräuterallergien spielen in Südafrika eine untergeordnete Rolle, bekanntester Auslöser ist der Spitzwegerich.
Allergien in Südafrika auf dem Vormarsch
Allergien haben in Südafrika in den letzten Jahren stark zugenommen, aktuell ist etwa jeder siebte Bewohner betroffen, das sind rund 6,7 Millionen Menschen. Gerade junge Menschen leiden an Allergien, so haben laut einer Studie der Universität Kapstadt rund 20% der 13- bis14-jährigen Asthma und ca. 63% der 12-jährigen berichten von regelmäßigen Heuschnupfen-Beschwerden. Zu den Hauptallergenen in Südafrika gehören die Pollen der Eiche und der Platane. Bei der Sommerolympiade in Sydney im Jahr 2000 waren etwa 15% der südafrikanischen Sportler sensibilisiert. Andere häufige Allergien in Südafrika sind Kontaktallergien gegen die Zweige und Wurzeln der Blume „Zimbabwe Creeper“. Exotisch und eher selten sind das „City Asthma“, eine Allergie gegen die städtische Küchenschabe, und die Allergie gegen die Rotspinnenmilbe „Red Spider Mite“. Bemerkenswert ist, dass allergisches Asthma bei den „Xhosas“, südafrikanischen Ureinwohnern, so selten vorkommt, dass in ihrer Sprache kein Wort dafür existiert. Forscher vermuten, dass sie durch das natürliche Lebensumfeld in den Grasregionen und durch den ständigen Kontakt mit potentiellen Allergenen wie Blütenpollen oder Tierhaaren gegen diese Allergene immun geworden sind.













