(openPR) Moskau, 03.05.2010 – In der vergangenen Woche fand in Moskau zum neunten Mal die „Mail Order in Russia“-Konferenz statt, das entscheidende Event für Direkt Marketing und den Distanzhandel in Russland. Die entscheidenden Fragen waren: Wie geht es weiter im Versandhandel in Russland? Ist das Mail-Order Business gestärkt aus der Krise hervorgegangen?
Selbst im Jahr der Krise verzeichnet der Versandhandel in Russland noch ein weiteres Wachstum. Nach Angaben der NAMO (National Association of Mail-Order and distance selling trade) dem russischen Versandhandelsverband hat der Gesamtumsatz ein Volumen von 4 Mrd. Euro erreicht. Das ist zwar der kleinste Zuwachs seit 2001, zeigt aber, das trotz der mehr als schwierigen Rahmenbedingungen der Versandhandel im Vergleich zu anderen Branchen sich positiv entwickelt hat.
Begründet wird die Steigerung des Umsatzes durch Verschiebungen im Sortiment und durch Preissteigerungen (bei Porto, Service und Einkaufspreisen) nicht aber durch ein gestiegenes Sendungsvolumen.
Der Gesamtumsatz für den Internethandel in 2009 wird auf 1,7 Mrd. Euro geschätzt, gegenüber 1,3 Mrd. im Vorjahr. Insgesamt gibt es in Russland rund 1.300 Internet-Shops.
Die 3 grundlegenden Hemmnisse, die einem rascheren Wachstum im Wege stehen, sind:
1. die Tatsache, dass es noch keinen ausreichenden Breitbandzugang gibt,
2. die Tatsache, dass Zahlungsmethoden, wie Kredit-Karte, PayPal nicht verbreitet sind (nur COD)
3. der Autobahnring von Moskau die Grenze für eine alternative Zustellung darstellt
Media-Artikel (Bücher, CDs & Software), Kleidung und Schuhe, sowie Kosmetik stellen rund drei Viertel des Gesamtvolumens am russischen Versandhandel. Die Zahl von 45 Mio. Kunden pro Jahr ist seit vielen Jahren stabil.
Das neue Datenschutzgesetz ist nun seit über einem Jahr gültig. Die Auswirkungen bleiben aber weiter unklar, da bei der Auslegung der Gesetze ein gewisser Spielraum besteht.
Themen-Schwerpunkte der beiden Tage waren Marketing und Entwicklungen im Versandhandel und die Russische Post. Neben den üblichen Beschwerden über die Qualität des Services und die Preispolitik, stellte sich die Russische Post erstmals der Kritik. Offen wurde über die Schwierigkeiten bei der Inbetriebnahme des ersten modernen Sortierzentrums gesprochen und über Engpässe in der Abwicklung, insbesondere zum Jahreswechsel berichtet. Bei vielen Fragen zeigt sich die Schwerfälligkeit des riesigen Apparates. Die Russische Post hat aber erkannt, dass sie neben ihrem offiziellen Auftrag ihre großen „Cooperate Clients“ braucht und betont besonders die Zusammenarbeit und den Austausch mit diesen großen Kunden.
Die großen Herausforderungen bleiben die Verbesserungen der Zustellung und der Laufzeiten und Alternativen für die Zustellung und Bezahlung der Sendungen.
Die „Mail-Order-Russia – 2010“ Konferenz in Moskau zeigt in diesem Jahr ein sehr optimistisches Bild der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung und im Besonderen im Distanz-Handel in Russland.
Insgesamt stellten sich die Organisation, die Themen und Referenten der Konferenz besser dar, als in den vergangenen Jahren. Leider waren Teilnehmer aus West-Europa in diesem Jahr sehr unterrepräsentiert. Es ist aber zu erwarten, dass in den kommenden Monaten einige neue Marktteilnehmer auftauchen werden und der Gesamtmarkt wieder ein zweistelliges Wachstum erfahren wird.







