(openPR) Die Zahnärztekammer Schleswig-Holstein unterstützt das Ziel der Landesregierung, die Mundgesundheit bei pflegebedürftigen Menschen zu verbessern und pflegende Angehörige zu entlasten. Gemeinsam mit der Landesvereinigung für Gesundheitsförderung engagiert sie sich daher für ein Projekt, bei dem Pflegebedürftige, ihre Angehörigen und das Pflegepersonal bezüglich der richtigen Zahnpflege professionell angeleitet werden.
Der Anteil der älteren Bevölkerung in unserer Gesellschaft wird in den nächsten Jahren deutlich ansteigen, und damit steigt auch die Zahl pflegebedürftiger alter Menschen. Dieser Trend hat auch Auswirkungen auf die Zahnmedizin, in der die Alterszahnheilkunde und die Zahngesundheit Pflegebedürftiger eine immer wichtigere Rolle spielen werden.
Mangelhafte Mundhygiene hat negative Auswirkungen auf die Allgemeingesundheit und führt zu gefährlichen Infektionen wie Lungenentzündungen oder auch Herz-Kreislauferkrankungen. Eine schlechte Mundgesundheit kann aber auch eine Mangel- oder Fehlernährung verursachen, weil die Pflegebedürftigen zum Beispiel Schmerzen beim Kauen haben und deshalb viel zu wenig oder nur breiige Speisen essen, die sie nicht ausreichend mit lebensnotwendigen Mineralien, Vitaminen und anderen essentiellen Stoffen versorgen.
„Wir unterstützen das Ziel der Landesregierung, die Pflege zu verbessern“, so Dr. K. Ulrich Rubehn, Präsident der Zahnärztekammer Schleswig. Rubehn. „Unsere Kammerversammlung, das Parlament der schleswig-holsteinischen Zahnärztinnen und Zahnärzte, hat dazu kürzlich zwei wichtige Beschlüsse gefasst:
• Mundgesundheit verbessern bei Alten, Pflegebedürftigen und Behinderten
• Pflegeausbildung verbessern – Stellenwert der Mundhygiene erhöhen.“
„Mundhygiene in der Pflege“
Unter diesem Motto hat die Zahnärztekammer zusammen mit der Landesvereinigung für Gesundheitsförderung ein Modellprojekt ins Leben gerufen: In sechs Pilotseminaren wurde das Pflegepersonal verschiedener Einrichtungen in Schleswig-Holstein informiert, wie man die Zahngesundheit Pflegebedürftiger verbessern kann.
„Jetzt geht es um eine landesweite Umsetzung dieses Projektes“, so Dr. Michael Brandt, Vizepräsident und Vorstand Prävention der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein. „Die zahnärztlichen Mundhygieneschulungen des Pflegepersonals und bei alten Menschen können auf Dauer nicht ehrenamtlich von den schleswig-holsteinischen Zahnärzten erbracht werden. Es ist deshalb erforderlich, entsprechende Mittel zur Verfügung zu stellen, um die Finanzierung dieser Projekte bundeseinheitlich sicherzustellen.“
Fortbildung zur Alterszahnheilkunde
Die Kammer wird dieses Modellprojekt anlässlich der 20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Alterszahnmedizin (DGAZ) am 24. April in Kiel vorstellen.
Bei dieser Tagung werden nicht nur Zahnärztinnen und Zahnärzte auf den neuesten Stand der Alterszahnheilkunde gebracht, erstmals werden auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Pflegebereichs an dieser Fortbildung teilnehmen. Die Veranstalter – DGAZ, Zahnärztekammer und die Seniorenresidenz Domicil Kiel – erhoffen sich dadurch einen intensiven Erfahrungsaustausch.
Die Teilnehmer werden dabei in einem Workshop Gelegenheit haben, in einem „Altersanzug“ die Einschränkungen, die Alter mit sich bringen kann, zu erleben und zu verstehen.








