(openPR) JENS HAUSMANN (1964 in Meiningen geboren) arbeitete nach dem Schulbesuch und einer Steinmetzlehre zunächst als Steinbildhauer. 1987 zog er nach Ost-Berlin, wo er als Atelierassistent wirkte. 1989 wandte er sich, unter anderem in Stuttgart, dem freien Zeichnen und der Illustration zu, bevor er 1994 an der Hochschule für bildende Künste in Dresden wiederum Bildhauerei studierte. 1996 wechselte er zur Malerei. Er beendete das Studium mit dem Diplom. Seit 2001 arbeitet er in Berlin als freier Maler.
Hausmann entlehnt die Motive seiner realistischen Malerei einer deutschen klein- bis gutbürgerlichen Vorstadtwelt, wobei er die für uns sichtbare Wirklichkeit dramatisch überhöht. Architektur und Landschaft interagieren oft gleichsam als eine Bühne für seine figürlichen Konstellationen: hier die Requisiten und dort die Menschen, die, vor allem wenn er sie entfernter platziert, wie bunte Spielfiguren aus Plastik anmuten. Hausmanns erzählerisch aufgeladene Ansichten beleuchten dabei kritisch sowohl seine eigenen bürgerlich-romantischen Ambitionen, wie auch diejenigen des Betrachters.
Satteldächer recken sich spitz und abweisend, scheinbar sich selbst gegen andere verteidigend, in den Himmel. Aber Hausmann will sie nicht denunzieren, diese Scheinromantik. Er ist ein präziser Beobachter, der mit seinen Bildern seinen Blick auf die Dinge formuliert.
Einige Elemente und Details tauchen immer wieder auf. Bestimmte Häusertypen, geklont, wie zum Beispiel das weiße Satteldachhaus mit den meist zugezogenen Vorhängen, Vorgärten ohne Blumen, sterile grüne Rasenflächen, allgegenwärtige Metallzäune, die die Häuser aufreihen wie auf einer Perlenschnur. Ein Pool oder ein kleiner See. Bäume und runde, kompakte Büsche. Die Natur hat einen besonderen, symbolischen Stellenwert für Hausmann. Licht und Schatten sowie Spiegelungen sind ebenfalls Symbole, die er immer wieder verwendet. Spiegelungen der “Requisiten”, aber auch der Menschen im Wasser. Sie unterstreichen die ambivalent aufgeladene Stimmung noch zusätzlich.
Hubschrauber, die überall hektische Bewegung verbreiten und vor oder über den Häusern kreisen, sind ähnlich mehrdeutig zu verstehen: Im Miniaturformat sind sie für ihn ein schönes Freizeitspielzeug. Aber sind sie nicht zugleich auch Rettungs- oder gar Kriegsgeräte? Ob sie im Vordergrund oder im Hintergrund fliegen, lässt sich manchmal nicht leicht ausmachen, auch nicht, was für Dimensionen sie haben, ob sie Freund oder Feind sind. Hausmanns Hubschrauber tragen Schriftzüge von Fernsehsendern, wie man sie aus den USA kennt, wenn sie etwa spektakuläre Fluchtversuche aus der Luft aus sicherem Abstand mitverfolgen und für das heimische Publikum medial aufbereiten
Die Wirkung seiner konzentrierten, ruhigen Malweise und der geordneten, geradezu geometrischen Komposition seiner Bilder wird von diesen dramatischen, manchmal surrealistisch wirkenden Szenen effektvoll gebrochen.
Ausstellungseröffnung:
Freitag 30.04.2010 von 18 - 21 Uhr
Am Gallery-Weekend am 01.05 und 02.05. ist von 11 - 18 Uhr geöffnet!













