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Wirtschaftskrise führt zu Einbruch im Computermarkt

20.04.201014:28 UhrIT, New Media & Software
Bild: Wirtschaftskrise führt zu Einbruch im Computermarkt
Geringe Ausgaben für Computer & Co. in 2009.
Geringe Ausgaben für Computer & Co. in 2009.

(openPR) Europäischer Computermarkt sinkt 2009 um acht Prozent
- Ausgaben 2009 fast überall reduziert
- Kaufabsichten für 2010 steigen in allen Ländern
- Internet und Gebraucht-Waren-Handel im Kommen

München, 20. April 2010: Die Wirtschaftskrise hat in Europa besonders den Markt für Computer und Zubehör schwer getroffen. Das geht aus dem Europa Konsumbarometer 2010 hervor, einer Studie der Dresdner-Cetelem Kreditbank in ausgewählten europäischen Ländern. Rund acht Prozent weniger Umsatz als im Vorjahr verbuchten die europäischen Computerhändler im vergangenen Jahr. Auch die Ausgaben je Haushalt waren im europäischen Schnitt rückläufig. „Trotz rückläufiger Marktdaten für das vergangene Jahr drücken die Kaufabsichten für 2010 Zuversicht aus. In jedem der untersuchten Länder stehen für 2010 offenbar wieder mehr Käufe an“, so Dr. Anja Welsch, Bereichsleitung Sales Support & Marketing der Dresdner-Cetelem Kreditbank.



Keine andere der vom Europa Konsumbarometer 2010 untersuchten europäischen Branchen hat im vergangenen Jahr so schwer gelitten wie der Markt für Computer und Zubehör. Um über acht Prozent verlor die Computerbranche im vergangenen Jahr an Umsatz. Dem konnte auch der steigende Verkauf von Mini-PCs (Netbooks, Handhelds usw.) nicht entgegen wirken. Zusammen mit Spanien (5,1 Prozent) und Frankreich (6,7 Prozent) gehört Deutschland (5,4 Prozent) immerhin zu den einzigen Kandidaten, deren Rückgang auf den einstelligen Bereich beschränkt blieb. Unter den übrigen Ländern sackte das Marktvolumen der Tschechen mit Einbußen von fast einem Drittel am stärksten ab.

Fast ganz Europa gab weniger für Computer und Co. aus
Entsprechend waren auch die Ausgaben je Haushalt im vergangenen Jahr in allen Ländern (mit Ausnahme Italiens) rückläufig. Spanier (199 Euro), Franzosen (183 Euro) und Deutsche (175 Euro) konnten sich auf den drei Top-Positionen der höchsten Ausgaben halten. Bei vergleichbarem Einkommen wechselt das Bild: Spanien bleibt Spitzenreiter (153 Euro), gefolgt von Portugal (152 Euro) und Ungarn (148 Euro). Die durchschnittlichen Ausgaben sind dabei nahezu gleich hoch. Der europäische Durchschnittshaushalt investierte im vergangenen Jahr nur 162 Euro in Computer und Zubehör. Ein geringer Betrag angesichts der hohen Kosten für die Anschaffung dieser Produkte.

Überall mehr Konsum geplant
Hatte sich die Flaute des letzten Jahres bereits in den Kaufabsichten für 2009 angekündigt, so kann ein Blick in die Zukunft dieses Jahr durchaus erleichtert stimmen. 17 Prozent der befragten Europäer planen Investitionen in ihre Computerausstattung. Das entspricht einer Steigerung von sechs Prozentpunkten Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der europäische Durchschnitt ist dabei repräsentativ für die einzelnen Länder: in allen Teilnehmerländern wollen Verbraucher im laufenden Jahr wieder mehr Geld in PCs, Laptops und Zubehör investieren.

Neue Distributionsformen: Internet und Gebraucht-Waren-Handel im Kommen
Trotz positiver Aussichten, muß sich der stationäre Handel künftig jedoch vorsehen. Konkurrenz droht aus dem Internet sowie vom Gebraucht-Waren-Markt: Hatte bisher nur knapp jeder dritte Europäer Computer und Unterhaltungselektronik selbst verkauft, beabsichtigen dies gut vier von zehn Befragten in der Zukunft. In Deutschland sind bereits deutlich mehr Verbraucher in die Rolle des Verkäufers geschlüpft. 42 Prozent haben bereits gebrauchte Computer-, TV-, HiFi- oder Videoartikel privat verkauft, 59 Prozent wollen dies künftig tun. Auch auf der Abnehmerseite steigt das Interesse an gebrauchten Artikeln: Europaweit haben 13 Prozent der Befragten ihre Geräte bereits gebraucht erworben, knapp jeder vierte kann sich vorstellen, dies auch in Zukunft zu tun. In Deutschland liegen die Werte bei 22 und 21 Prozent. Gleichzeitig wird das Internet immer attraktiver. Während rund die Hälfte aller befragten Europäer vor hat, die neueste Computer-, TV- oder Kommunikationsausrüstung bequem von zu Hause zu bestellen, sind dies hierzulande sogar 59 Prozent.

Konsum im Wandel – Was kommt nach der Wirtschaftskrise?

Allgemeine Stimmung: Moderate Zuversicht
Die Bilanz aus dem Krisenjahr 2009 könnte vernichtender sein. Mit 4,2 von insgesamt zehn möglichen Punkten bewerteten die Europäer Ende 2009 die Gesamtsituation ihres Landes um nur 0,1 Prozent schlechter als im Vorjahr. Die Zukunftsaussichten legten im Vergleich zum letzten Jahr in allen Ländern sogar leicht zu. Doch spurlos hat Europa die Wirtschaftskrise dennoch nicht überstanden. Die Erfahrungen mit der Rezession schlagen sich in unterschiedlichen Bereichen des Konsum-Alltags nieder.

Ausgabeverhalten: Sparen hoch im Kurs
Das Ausgabeverhalten der Europäer steht weiterhin klar im Zeichen der Krise. Mehr als jeder dritte Befragte will in diesem Jahr seine Ersparnisse erhöhen. Gleichzeitig äußert mehr als jeder zweite Befragte die Absicht, seine Ausgaben in diesem Jahr nicht zu erhöhen. Trotzdem stehen für die Hälfte der Europäer auch 2010 wieder 'Freizeit und Reisen' auf Platz eins der Konsumpräferenzen. Auch Haushaltsgeräte, Möbel und High-Tech-Produkte fürs Wohnzimmer rangieren ganz oben auf der Konsumliste. Diese Erkenntnis überrascht Univ.-Prof. Dr. H. Schröder von der Universität Duisburg-Essen nicht: “Es ist schon häufig zu beobachten gewesen, dass sich die Menschen in Krisensituationen mehr um ihr eigenes unmittelbares Umfeld kümmern. Es geht darum, sich nachhaltig etwas Gutes zu tun, etwas, woran man sich jeden Tag erfreut. Das kann der umgestaltete Garten sein, das neu eingerichtete Wohnzimmer oder der Freizeitsport, den man täglich ausübt.”

Umdenken nach der Krise: Der Verbraucher von morgen
Nach der Wirtschaftskrise orientieren sich die europäischen Verbraucher neu. Fast zwei Drittel der Teilnehmer gaben an, dass die wirtschaftliche Talfahrt der letzten Jahre ihr Konsumverhalten nachhaltig verändern wird. In Deutschland hat rund die Hälfte der Befragten vor ihr Kaufverhalten zu ändern, um Kosten zu sparen. Im Vordergrund steht die Rückbesinnung auf Preis (96 Prozent) und Qualität (87 Prozent). Viele Service- und Zusatzleistungen verlieren in diesem Zusammenhang an Bedeutung. Für niedrigere Preise würden 82 Prozent der Befragten Europäer eine einfachere Produktpräsentation in Kauf nehmen. Rund die Hälfte würde auf Kassierer und Verkäufer verzichten und sich mit einer eingeschränkten Markenauswahl arrangieren.

Handel: klassische Konzepte auf dem Prüfstand
Das Discountkonzept erobert weitere Produktmärkte und findet auch bei besser situierten Berufsgruppen Zuspruch. Einzelhandelsketten reagieren mit drastischen Preissenkungen und abgespecktem Leistungsangebot nach dem Vorbild der Discountmärkte. „Die tiefgreifenden Veränderungen im Kaufverhalten sind eine große Herausforderung für den Einzelhandel“, so Dr. Anja Welsch, Bereichsleitung Sales Support & Marketing der Dresdner-Cetelem Kreditbank. „Traditionelle Handelskonzepte müssen vor diesem Hintergrund neu überdacht werden.“

„Grüner Konsum“: Das ökologische Gewissen kauft mit
Aus der Krise wächst offenbar auch ein neues Verantwortungsbewusstsein. Grüner Konsum und fair gehandelte Produkte sind gefragter denn je. Der europäische Konsument kauft verantwortungsvoll und vorausschauend, er achtet auf Umweltschutzkriterien, gesunde Erzeugnisse sowie einen gerechten Lohn. So geben knapp zwei Drittel aller befragten Europäer an, bewusst Recyclingpapier zu verwenden. 40 Prozent betreiben bereits aktiven Umweltschutz im eigenen Heim und mehr als jeder dritte Europäer hat schon öfters ins Bioregal gegriffen.
Geht es jedoch um Komfortverzicht oder größere Investitionen zugunsten der Umwelt, lässt die Begeisterung der Konsumenten nach. Nur jeder dritte europäische Befragte gibt an, schon einmal aus ökologischen Aspekten den Zug genommen zu haben, anstatt mit Auto oder Flugzeug zum Ziel zu gelangen.

Fairtrade-Produkte: Nachholbedarf bei der Vermarktung
Fairer Handel verzeichnet in Europa seit einigen Jahren deutliche Zuwachsraten. Der Befragung zufolge greifen allerdings bislang nur 44 Prozent der Europäer gelegentlich zu Waren aus fairem Handel. Als Hauptgründe gegen den Kauf nennen die Verbraucher zu hohe Preise (69 Prozent) sowie ein unzureichendes Angebot im „Non-Food-Bereich“ (64 Prozent). Mehr als jeder dritte Befragte empfindet Fairtrade lediglich als ein weiteres Marketinginstrument.
Im Gegensatz zu Bioprodukten fehlt im Fairtrade-Segment außerdem der Anreiz des persönlichen Vorteils. Der Kauf von fair gehandelten Gütern hilft den kleinbäuerlichen Erzeugern. Bioware hingegen kommt nicht nur der Umwelt zugute, sondern auch der eigenen Gesundheit. So nehmen Verbraucher bei Biowaren höhere Preise in Kauf, während sie sich dies bei Fairtrade-Erzeugnissen nicht gefallen lassen. Der faire Handel wird erst dann weitere Marktanteile gewinnen, wenn der Verbraucher intensiver informiert, die Glaubwürdigkeit gestärkt und die Attraktivität der Produkte gesteigert wird.

Gebraucht-Waren: Inbegriff einer neuen Konsummentalität
Der Gebraucht-Waren-Handel gewinnt stärker an Bedeutung. Secondhand-Produkte befriedigen die neuen Kundenbedürfnisse: Sie versprechen gute Qualität zu kleinen Preisen. Besonders gefragt sind Fahrzeuge: Rund zwei Drittel der befragten Europäer haben schon einmal einen Gebrauchtwagen erworben. Auf Platz zwei der Beliebtheitsskala rangieren mit 60 Prozent Bücher, CDs und Videospiele.

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