(openPR) Pressemitteilung des Landesverbands JES* NRW e. V. vom 26. März 2010
Zum aktuellen Bericht der Drogenbeauftragten der Bundesregierung mahnt der Landesverband JES NRW an, dass drogenpolitisch nach wie vor ein großes Maß an Handlungsbedarf bestehe.
Nachdem die Zahl der jährlichen Drogentoten in den beiden vorausgegangenen Jahren jeweils angestiegen war, ist sie im Jahr 2009 um insgesamt 8 % gesunken.
"JES NRW sieht darin keinen wirklichen Trend zu einer konstant weiter sinkenden Anzahl von Drogentoten, sondern eher eine der üblichen statistischen Schwankungen", wie Vorstand Thomas Friedrich die Einschätzung des Landesverbands formuliert. "Ohne zusätzliche Bemühungen bezüglich der Verbesserung der Überlebensbedingungen insbesondere auch für ältere Drogengebraucher kann die Kurve ganz schnell auch wieder ansteigen", so Friedrich weiter.
Eine für das Überleben immens wichtige zusätzliche Option wird für intravenös Drogengebrauchende die Diamorphinbehandlung, also die Substitution mit medizinisch reinem Heroin, sein.
Hier mahnt JES an, die Behandlung mit Heroin allen Abhängigen zu ermöglichen, die es benötigen.
Die bislang gefassten Beschlüsse gehen nach Meinung von JES entschieden nicht weit genug. Die
wohnortnahe Möglichkeit zur Vergabe, in der Praxis ein überaus wichtiges Kriterium, wurde für ländliche Gebiete durch die Beschlüsse des GBA ungemein erschwert.
Hier muss ein pragmatisches und von ideologischem Ballast befreites Umdenken stattfinden. Weg von der Bestrebung, die Heroinbehandlung möglichst klein zu halten und hin zur Einsicht, dass es sich nur um eine ganz normale Ersatzdroge handelt, wie Mathias Häde vom Vorstand JES NRW abschließend konstatiert.











