(openPR) Braucht man fremdes Geld für seine Unternehmensgründung, muss man einen Businessplan haben. Das weiß inzwischen fast jeder von seiner Hausbank, dem Arbeitsamt oder Förderinstituten. Was nach der Erfahrung der Unternehmensberaterin Ulrike Gerloff in Krefeld nur wenigen UnternehmerInnen bewusst ist, dass eine regelmäßige Unternehmensplanung die Grundlage der täglichen Unternehmenssteuerung ist.
Häufig sind UnternehmerInnen überfordert, wenn die Hausbank von ihnen eine Planung für die kommenden drei Jahre verlangt. Finanzinstitute verlangen ein Konzept, weil sie ihre Kreditentscheidungen auf der Basis von vorausgeschätzten Entwicklung treffen müssen. Sie können die Zukunft nicht vorhersehen. UnternehmerInnen auch nicht. Aber ihre Aufgabe ist es, sie zu gestalten. Also müssen UnternehmerInnen festlegen, wie ihre unternehmerische Zukunft aussehen soll. Schon Seneca wusste: „Wer nicht weiß, wohin er segeln will, dem ist kein Wind ein günstiger“.
Die Vorteile planvollen Handelns liegen auf der Hand:
- Klarheit
- Sicherheit
- Konzentration auf das Wesentliche
- Fokussierung: man bewegt sich automatisch auf den Punkt zu, auf den man sich konzentriert
- Kreative Ressourcen werden angezapft, um Wege zum Ziel zu finden.
UnternehmerInnen werden immer wieder mit Marktveränderungen, zahllosen neuen Gesetzen, verändertem Verbraucher- und Zah-lungsverhalten etc. konfrontiert. Das Unternehmen schaukelt wie ein Schiff auf hoher See und kämpft gegen seinen Untergang, wenn nicht der Kapitän das Ziel im Blick hat, das Steuer fest in der Hand hält und auf Kurs bleibt, indem er ständig Abweichungen korrigiert.
Eine lineare Hochrechnung der Vorjahresdaten reicht nicht als Unternehmensplanung. Es ist kaum anzunehmen, dass sich ein Unternehmen proportional zum Vorjahr entwickelt, fernab von äußeren und innern Einflüssen. Aussagefähig sind Planungen dann, wenn jede einzelne Zahl vom Unternehmer bzw. der Unternehmerin begründet und hergeleitet werden kann. Genau das wird spätestens im Verhandlungsgespräch mit der Hausbank oder potenziellen Geschäftspartnern hinterfragt. Der Adressat für die Planung will wissen, was dahinter steht. Und auch die UnternehmerInnen selbst müssen jederzeit die Grundlagen ihrer Planung nachvollziehen können.
Nach einer Analyse der Ausgangssituation bzw. des vorangegangenen Geschäftsjahres sollte anhand der globalen Unternehmensziele die Jahresplanung für den Umsatz je Sparte, die Material- und Personaleinsatz-quote und die sonstigen Kosten bestimmt werden. Dabei sind die Vergangenheitswerte eine Orientierungshilfe. Es müssen aber auch gesamtwirtschaftliche, Branchen- und unternehmensinterne aktuelle Entwicklungen und Trends berücksichtigt werden.
Zuerst wird vom gewünschten Gewinn „nach oben“ gerechnet. Nur wer Gewinne macht, die größer sind als seine Entnahmen kann investieren, Arbeitsplätze schaffen und vor allem: langfristig am Markt überleben.
Wie viel Umsatz ist für das Gewinnziel erforderlich? Ist dieses Umsatzziel erreichbar? Mit welchen Maßnahmen? Wenn nicht, sollte die Berechnung noch einmal „von oben nach unten“ erfolgen, um zu sehen, ob der erzielbare Umsatz dennoch ein akzeptables Betriebsergebnis erwirtschaften kann. Ziel kann auch eine Verringerung der Vorjahres-verluste sein. Reicht das Ergebnis nicht, sind über die Kostenstruktur, geeignete Marketingmaßnahmen und ggf. eine strategische Neuausrichtung des Unternehmens zu entscheiden.
Oftmals sind die kleineren Unternehmen jahrelang bilanziell überschuldet ohne es zu wissen. Auch Steuerberater sprechen diese Tatsachen nicht immer deutlich genug an. Mit einer jährliche Planung, die regelmäßig den Ist-Daten gegenüber gestellt wird, ist relativ frühzeitig ersichtlich, wie es um den Betrieb steht. Dazu muss man nicht viel von Zahlen verstehen. Ist das IST kleiner als das SOLL, sind Maßnahmen zu ergreifen, um die Sollvorgaben zu erreichen. Das ist Controlling. Die Unternehmensführung nach Kontostand ist keine Alternative.
Voraussetzung für eine Unternehmenssteuerung ist also ein Plan. Der sagt, wie viel Gewinn UnternehmerIn machen will und was er oder sie dafür unternehmen muss. Für Unternehmensplanungen gibt es zahlreiche Programme und Excel-Tools, die aus dem Internet von Gründerseiten, Banken und öffentlichen Stellen bestellt oder kosten-los herunter geladen werden können. Wichtig ist, dass der Planungsaufbau den Strukturen des jeweiligen Betriebes angepasst und idealerweise mit der Kosten- und Leis-tungsrechnung und dem Controlling verknüpft werden kann, um den Arbeitsaufwand gering zu halten.








