(openPR) Vom 3. bis 6. März heißt es in München „Velkommen Skandinavia!“. Denn der Länderschwerpunkt des ACCESS TO DANCE-Festivals 2010 liegt in diesem Jahr im hohen Norden Europas. Die hochwertig besetzte Gastspielreihe scanART stellt international renommierte, in München allerdings noch weitgehend unbekannte Künstler aus Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland und Island mit ihren aktuellen Werken vor. Mit dabei: Mette Ingvartsen, Erna Ómarsdóttir, Hooman Sharifi, Mårten Spångberg und Essi Utriainen. Eine themenspezifische Filmreihe und Diskussionsrunden mit den Künstlern ergänzen das Programm.
Zur Eröffnung zeigen die Choreographin Erna Ómarsdóttir und der Musiker Jóhann Jóhannson am 3. März „The Mysteries of Love“. Die zwischen Tanztheater und Konzert angesiedelte Performance präsentiert die emotionalen Kapriolen des Teenagerdaseins, beschäftigt sich mit dem Wandel des Körpers und der Persönlichkeit und entführt den Zuschauer einen Abend lang in isländische Seelenwelten.
Bei Mette Ingvartsen wiederum stehen am 4. und 5. März immaterielle Protagonisten im Vordergrund. In „evaporated landscapes“ kreiert die Dänin ein sinnliches Erlebnis aus Licht, Klang, Nebel, Schaum, Seifenblasen und Landschaften aus Trockeneis. Dem Zuschauer eröffnen sich in der 30-minütigen Performance künstliche Landschaften, die schmelzen, verdampfen und sich in ständiger Transformation befinden.
Auch die Finnin Essi Utriainen widmet sich mit ihrer installativen Performance dem Phänomen der Flüchtigkeit von Zeit. Über den Zeitraum von drei Tagen (4. – 6. März, Eintritt frei) streut die in München lebende Künstlerin Ornamente aus Glassplittern auf den Boden eines Raumes im Muffatwerk. Im Mittelpunkt ihres Schaffens steht der ruhige und konzentrierte Arbeitsprozess, bei dem Bewegung und Fortschritt nur langsam zu erkennen sind. Aber auch die restlose Vergänglichkeit und Vernichtung alles Entstehendem wird eindrucksvoll demonstriert, denn: Der stetig wachsende und sich verändernde Teppich aus Formen und Mustern wird nach dem Festival einfach zusammengekehrt.
Der dritte Abend stellt dem Münchner Publikum einen schwedischen Performancekünstler vor: Mårten Spångberg befragt auf humorvolle Weise die Begriffe von Individualität und Urheberschaft. Indem er Steve Paxtons Improvisationen zu Bachs Goldberg-Variationen nachtanzt und die gefühlvollen Lieder des Buena Vista Social Clubs in einer Karaokeversion interpretiert, begibt er sich am 5. März mit Powered by Emotion auf die Suche nach den Wechselwirkungen zwischen Urheberschaft und Nachahmung.
Den Abschluss der Gastspielreihe bildet am 6. März eine Deutschlandpremiere des Norwegers Hooman Sharifi und seiner Impure Company. Mit Lingering of an earlier event entwirft der aus dem Iran stammende Choreograph eine Utopie von einem Land ohne Gebetshäuser, ohne Flagge und – vor allem – ohne Zeit. Sharifi verlagert komplexe gesellschaftspolitische Überlegungen in den Körper und eröffnet den Blick auf einen Ort, an dem Bewegung nicht zwangsläufig Veränderung bedeutet.
Neben den verschiedenen Gastspielen gibt es auch in diesem Jahr wieder ein abwechslungsreiches Filmprogramm, das am 4., 5. und 6. März Tanzfilme aus Finnland und Schweden präsentiert. Des Weiteren veranstaltet das Swedish Arts Grants Committee am 6. März ein Open Event zur Tanzgeschichte und aktuellen Entwicklungen der Performance-Szene in Schweden. Interessierte Zuschauer und Künstler sind eingeladen, sich in Workshops und Diskussionsrunden über den Tanz in Schweden auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Zu den einzelnen Performances finden natürlich auch bei scanART Einführungen und Künstlergespräche statt. Der Eintritt zu den Veranstaltungen des Rahmenprogramms ist frei.













