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Antigua, die Insel der Offshore Online Casinos? Teil 3

24.01.200511:54 UhrFreizeit, Buntes, Vermischtes
Bild: Antigua, die Insel der Offshore Online Casinos? Teil 3
Büro Casino on Net auf Antigua
Büro Casino on Net auf Antigua

(openPR) ISA-CASINOS - Wo befinden sich die Onlinecasinos in Antigua? Wie sind sie untergebracht? Wer gab Auskunft und wer schlug uns die Türe vor der Nase zu? Welche Rolle spielen die Kreditkartenunternehmer noch in diesem Geschäft?


Insgesamt befinden sich noch knappe 50 Onlinecasinos und Sportwetten auf der Insel.


Viele Internetspielbanken verweisen darauf, dass sie über eine staatliche Lizenz verfügen. Diese Lizenzen werden zum Beispiel neben den Niederländisch Antillen von Antigua, Curacao, Venezuela, Liberia, Costa Rica oder von der Republik Dominika vergeben.
Voraussetzung zur Erlangung einer Lizenz ist beispielsweise in Antigua die jährliche Zahlung von 75 000 $ an die dortige Verwaltungsbehörde, zuzüglich Gebühren von 5.000 $ plus die Anwalts- und Notarkosten.

Hatten sich noch vor Jahren die Kreditkartenunternehmer eine goldene Nase verdient, wurde dieses Geschäft auf Druck der Amerikaner bei einzelnen Unternehmern eingeschränkt.

American Express zog sich im Januar 2000 völlig aus diesem Geschäft zurück. Zur Zeit gibt es nur noch Mastercard, Visa und Delta, die in diesem lukrativen Markt mitmischen.
Auch PayPal, Moneybook oder Prepaid haben zwischenzeitlich mit diesem Geschäft aufgehört. Paypal wurde von ebay übernommen. Ebay beendete das Gaming Geschäft auf Druck amerikanischer Senatoren. Da sich der Umsatz gegenüber ebay nur bei 3% lag, war es für das Unternehmen keine Frage, dieses Gaming Geschäft auf zu geben. Zumal man es sich auch mit der amerikanischen Regierung nicht unbedingt verscherzen wollte. Wie lukrativ aber der Markt über solche Zahlungsmittel ist zeigt der Gesamtumsatz, der bei ca. 4 – 6 Billionen $ liegt.

Mastercard haben auch zwischenzeitlich ihre Konditionen gewechselt. Auf Grund des Geldwäschegesetzes ist es nicht mehr möglich, gewonnene Gelder auf einen abgebuchten Betrag einer Kreditkarte zurück zu buchen. Dieser Betrag muss separat ausgewiesen und bezahlt werden. Visa spielt mit dem Gedanken, dieselben Bedingungen wie Mastercard einzuführen.

Einige Onlinecasinos reagierten bereits auf diese Geschäftspolitik der Kreditkartenunternehmer.

Sie setzen das so genannte “opperaise and sattle“ ein. Für die Spieler ein zusätzlicher Anreiz und Service. Der Zahlungsmodus wird damit vereinfacht. Der Kunde zahlt 100 Dollar ein, die dann auf ein Zwischenkonto gebucht werden. Dieses Geld verbleibt dort bis zu fünf Tagen und wird - sofern der Spieler nicht gewonnen hat - seiner Kreditkarte belastet. Gewinnt der Spieler, wird die Differenz ausbezahlt. Somit sparen beide Parteien Transferkosten, die bei der Anzahl der Spieler nicht unerheblich sind, zumal meistens die Onlinecasinos diese bezahlen. Zusätzlich ergibt sich für die Unternehmer auch die Chance, gezielter zu überprüfen, ob die Karte nicht gestohlen wurde. In einem solchen Fall kann alles eingefroren und gemeldet werden. Hauptsächlich geht es aber bei diesem Projekt um Kosteneinsparungen.

Die meisten Onlinecasinos sind in Bürogebäuden untergebracht, einige aber nur bei genauem Suchen auffindbar.

Kleine Geschäftsschilder weisen darauf hin, dass sich hier ein Unternehmen eines Onlinecasinos befindet. Auf edlen „Schnickschnack“ wird verzichtet, zumal die Büros - Marketing und Support - über einem Supermarkt für Heim- und Bürobedarf oder in schmucklosen Gebäuden untergebracht sind. Bei vielen gibt es kein Firmenschild und keinen Briefkasten, die auf die Existenz der Casino-Firma schließen lassen. Dieses ist aber bei den meisten Onlinecasinos anzutreffen. Mangels Laufkundschaft wird auf eine noble Fassade verzichtet.

Was sich oft im Internet edel darstellt, sieht in der Wirklichkeit dagegen eher armselig aus:

Die Niederlassung von DrHo.com befindet sich auf Antigua in einem großen Lagerhaus neben dem Elektrizitätswerk. Antigua stellt ausländischen Firmen zwar Grundstücke zur Verfügung, aber in der eigens dafür geschaffenen Freihandelszone gibt es keine Bürogebäude.
Deshalb quartiert man sich da ein, wo noch Platz ist. Die Regierung von Antigua & Barbuda gestattete den Betreibern von Onlinecasinos durch Ausnahmeregelungen, dass sie den Geschäftsbetrieb außerhalb der Freihandelszone durchführen dürfen. (Niemand öffnete die Türe bei einem Besuch der ISA-CASINOS)

Das Casino-on-Net arbeitet ebenfalls unter Lizenz der Regierung von Antigua und wird vom Antigua Gaming Board überwacht. Casino-on-Net wird von Cassava Enterprises LTD, einer in Antigua ansässigen und ordnungsgemäß eingetragenen Firma*, betrieben. Hinter der Firma soll ein englischer Geschäftsmann stehen, der zwei israelische Brüder beauftragt hatte, ein Onlinecasino zu betreiben. Sie sind seit 1996 auf dem Markt und bezeichnen sich selber als das größte Onlinecasino der Welt. Nachdem Antigua beschlossen hatte, Steuern zu erheben (siehe Bericht Teil 2), ist die Firma teilweise nach Gibraltar ausgewandert. Den Gerüchten nach, die auf der Insel dir Runde machen, soll es aber viele Probleme geben. Einer der Hauptgründe wären „Probleme mit den ansässigen Arbeitnehmern“. Das Casino-on-Net ist sehr verzweigt und keiner weiß genau, wie viele Casinos wirklich dazu gehören. Niemand konnte uns über genaue Strukturen und Größe Auskunft geben. Zwei ehemalige Mitarbeiter teilten der ISA-CASINOS lediglich mit, dass sie nur das wissen durften, was sie für ihren Job benötigten (ein Gespräch war auch hier nicht möglich).

Benjamin Kuhlmann, der aus der Metro-Familie stammt, betrieb ein Gamebookers im Jasmine Court (mit weiteren Niederlassungen in Österreich und Irland). Gegründet wurden sie von Bet On Sports, die sich nun in Costa Rica befinden.

Im Bencorb Building ist die WWTS untergebracht, ein Sportsbook. Besitzer ist Billy Scott, der auch eine ganze Menge anderer Casinos betreiben soll. Insgesamt beschäftigt diese Firma ca. 160 Angestellte. Hierzu wollte aber niemand genauere Informationen preisgeben.

Im Wood's Center befindet sich der Epicurion, der größte Supermarkt der Insel. Dort ist auch Playtech & CO. untergebracht, ein Software-Provider für Onlinecasinos. Zum Beispiel wird diese Software auch vom Casino Mapau.de eingesetzt. Obwohl angekündigt, war niemand gesprächsbereit: der Manager Richard Drent (Sunny Group) war von ISA-CASINOS informiert worden, dass wir in Antigua vor Ort wären, aber niemand öffnete die Tür. Alles war verdunkelt und lediglich ein Schild war an der Tür zu sehen, das auf Enet Marketing hinwies, die für Onlinecasinos arbeiten.

Bei der Firma World Gaming kam es auch zu keinem Gespräch. Niemand war bereit, Rede und Antwort zu stehen.

Bos Media ist die bekannteste Firma auf diesem Sektor. Die schwedische Firma, die unter anderem auch Softwareprodukte (public share) vertreibt, hatte zu Beginn ca. 14 Onlinecasinos auf der Insel angemeldet. Die meisten sind nach der Steuerankündigung auf andere Inseln ausgewichen.

Wer ist World Gaming plc?

World Gaming plc ist nach eigenen Angaben Technologie- und Weltmarktführer im Online-Gambling-Softwaremarkt. Allerdings hat die Firma eine bewegte Geschichte hinter sich und befindet sich erst seit einigen Monaten im Turnaround. Das Unternehmen ist Softwareentwickler für Online-Anbieter von Casinospielen, Sportwetten und Lotterien. Diese werden gegen Zahlung von Lizenzgebühren zur Verfügung gestellt. Das Geschäftsmodell beruht darauf, dass WGMGY für die Überlassung seiner Software eine Einmalgebühr erhält, zudem als Gegenleistung für die Wartung der Software und die Gewährleistung von deren Funktionsfähigkeit zusätzlich an den Umsätzen der Lizenznehmer beteiligt wird. Bei steigenden Umsätzen stehen diesen zusätzlichen Einnahmen in der Regel keine proportionalen Kostenerhöhungen gegenüber, so dass sowohl mit dem Wachstum der Zahl der Lizenznehmer als auch mit dem Wachstum der Umsätze der einzelnen Lizenznehmer die Margen steigen und Skalenerträge realisiert werden können. Derzeit gibt es 15 Lizenznehmer, welche mit Sublizenznehmern in etwa 200 Seiten im Internet mit Software von World Gaming betreiben.

Eine interessante Ausnahme aus Europa dürfte der Ritz-Club-Online sein, der seit 2002 über eine Lizenz der Niederländisch Antillen verfügt. Die Spielsoftware ist hingegen in Curacao lizenziert.
Die Besonderheit hier ist, dass (vorgeblich) eine real existierende Spielbank im Herzen Londons (Piccadilly) hinter dem Internetangebot steht. Der Ritz Club wurde 1978 im ehemaligen Tanzsaal des berühmten Ritz Hotels als privater, exklusiver Mitglieder-Club gegründet und bietet seitdem in seinen Räumen u.a. an 7 Roulettetischen und 6 Black-Jack-Tischen Casinospiele an. Der Ritz Club legt großen Wert auf seine reichen und berühmten Mitglieder und seinen guten Ruf hinsichtlich der Ordnungsmäßigkeit seines Spielangebotes.
Das, was eine ordentliche Spielbank ausmacht - die Seriosität - , wird versucht, auf die Online-Spielbank zu übertragen. Ausdrücklich wird darauf hingewiesen, dass sie nicht unter der Aufsicht der englischen Spielbehörden steht, sondern über eine Lizenz der Niederländisch Antillen verfügt.

Der größte Anbieter für Server und Hosting in Antigua ist die Firma Cable & Wireless, die Telekom-Zentrale in Antigua ist. Dort stehen in Rechnerräumen, die mit Kameras überwacht werden, die Server diverser Online-Casino-Betreiber.

Sicherlich sind noch viele weitere Onlinecasinos vor Ort, leider aber war in dieser kurzen Zeitspanne es nicht möglich, sich mit allen zu beschäftigen.

Alles in allem ist die Behauptung richtig, dass Antigua einer der bekanntesten Dreh- und Angelpunkte für Offshore Firmen ist.

Wie weit sich nun die Liberalisierung in Europa entwickelt, gilt abzuwarten. In England und auf Isle of Man ist das praktisch schon passiert. Wie weit die staatlichen Monopole ihre Hoheiten noch halten können, wird die Zukunft und der Gesetzweg zeigen. Bis dahin wird Antigua schlechthin die Insel der Onlinecasinos bleiben.

copyright ISA-CASINOS

Beachten Sie auch die weiteren Teile dieser Serie:


* Antigua, die Insel der Offshore Online Casinos? Teil 2

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