(openPR) Mit Hilfe sogenannter Handheld-Computer lassen sich in der Verhaltenstherapie sehr gute Behandlungsergebnisse erzielen. Diesen Schluss ziehen die Autoren Claus Bischoff, Stefan Schmädeke und Corinna Dreher von der AHG Klinik für Psychosomatik (Bad Dürkheim) in einer Studie zu den Möglichkeiten, Elektronisches Coaching als verhaltenstherapeutische Interventionsform zu etablieren.
Die Autoren betonen, dass die kleinen Handcomputer (auch PDA genannt: Personal Digital Assistant) keinesfalls die Arbeit der Therapeuten ersetzen, sondern im Gegenteil deren Arbeit zu besserem Erfolg führen sollen. Denn mittels der Computer kann auch dort interveniert werden, wo der Therapeut sonst keine direkten Interventionsmöglichkeiten hat, im Alltag der Patienten selbst. Über einen gewissen Zeitraum hinweg sollen die Geräte den Patienten helfen, ihren Alltag zu strukturieren bzw. bestimmte dysfunktionale Verhaltensmuster aufzubrechen. Zielgruppen sind insbesondere Schmerzpatienten und Patienten mit Suchterkrankungen, ADS oder Borderlinestörungen. In gewissen Intervallen werden die Patienten von den Geräten in einem 4 Schritte umfassenden Abfragezyklus aufgefordert, sich zu entspannen, ihr Wohlbefinden und Verhalten zu überprüfen, dieses ggf. zu ändern und wiederum den Erfolg der Verhaltensänderung zu prüfen.
In einer ersten empirischen Einzelfallstudie mit einer Schmerzpatientin konnte festgestellt werden, dass E-Coaching zu einer Reduzierung des Schmerzempfindens und Verbesserung des Gesamtbefindens führt. In der Akzeptanz dieser neuen Behandlungsform gibt es keine altersspezifischen Unterschiede. Die Geräte lassen sich nach einer Einführung leichter als ein Handy bedienen, so dass auch Patienten, die sonst nicht täglich mit Computern umgehen, keine Probleme mit der Bedienung haben. Einem breiteren Einsatz dieses elektronischen Selbstmanagements in der verhaltenstherapeutischen Behandlung stehen die Autoren deshalb positiv gegenüber.
Claus Bischoff, Stefan Schmädeke, Corinna Dreher, Elektronisches Coaching – eine neue Methode zur Aufrechterhaltung verhaltenstherapeutischer Behandlungsergebnisse mit Hilfe von Handheld-Computern
Praxis Klinische Verhaltensmedizin und Rehabilitation 84/2009, Pabst
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