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„Bildung als Steckenpferd“: Reitet der Verwaltungsrat die Zürcher Fachhochschule HWZ zu Tode?

03.01.200517:20 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Für den 16. Dezember 2004 hatten der Verwaltungsrat und die Prorektoren der Hochschule für Wirtschaft und Verwaltung Zürich (HWZ) ihre etwa 200 Dozierenden zu einem Konvent eingeladen. Von der Veranstaltung hatten sich die Dozierenden u. a. mehr Klarheit in bezug auf die plötzliche Absetzung des Rektors Heinz Knecht Anfang Oktober sowie die aktuelle strategische Ausrichtung der Hochschule erhofft.


Dass der Verwaltungsrat mit den Herren Büktas, Forster, Kämpfen und Marti fast vollständig erschien, liess zunächst auf eine informative und professionelle Veranstaltung hoffen. Doch bei den einleitenden Worten von HWZ Verwaltungsrats-Präsident Forster wurde sofort klar, dass das Führungsorgan der HWZ mit seinen Aufgaben komplett überfordert ist. Auch der Delegierte des Verwaltungsrats, der Churer Urs Marti, konnte mit seinem oberflächlichen und dilettantischen Vortrag weder Vertrauen gewinnen noch überzeugende Antworten geben.
Im Mittelpunkt der Diskussion standen die Zukunft der HWZ im hart umkämpften Bildungsmarkt und ihre strategische Ausrichtung. Da der ehemalige Rektor gemäss einer Pressemitteilung aufgrund von „strategischen Differenzen“ vom Verwaltungsrat entlassen wurde, wollten die Dozierenden nun verständlicherweise die strategische Position des Verwaltungsrats kennen lernen. Offensichtlich hatte der Verwaltungsrat aber kurz zuvor gegenüber einigen Dozierenden geäussert, dass er momentan keine Strategie habe und diese erst erarbeiten müsse. Dies bestätigte sich erneut am Dozentenkonvent, als mehrere Fragen nach der Hochschulstrategie nur ungenügend beantwortet wurden. Die Erklärung, dass man sich in Zukunft vermehrt auf die Banken- und Finanzwelt konzentrieren wolle, überzeugte keinen so richtig, zumal der Weg dahin – auch nach mehrmaligem Nachfragen - vom Verwaltungsrat nicht genauer erklärt werden konnte. Zudem war dieser strategische Schwerpunkt wenig nachvollziehbar, da sich bereits andere Hochschulen vor längerem auf diese Zielgruppe spezialisiert haben. Auch die Antwort des in die Enge getriebenen Verwaltungsrats, dass eine „Strategie manchmal eben auch mager sein“ müsse, zeugte von geringer unternehmerischer Erfahrung. In Kombination mit Martis durchgängig falscher Aussprache von „Know-how“ als „Nau-hau“ wirkte die Forderung nach „mehr Internationalität“, besonders absurd.
Bei der Frage worin der Verwaltungsrat den USP (Unique Selling Proposition) der HWZ sehe, gab jedes Verwaltungsratsmitglied seine eigene ad hoc Antwort. Offenbar hatten die Experten das Thema zuvor noch nie diskutiert. Der traurigen Wahrheit kam dann aber wohl die Antwort von Marti am nächsten: „Am liebsten würde ich sagen Qualität.“ Dass eine dringende Qualitätsverbesserung nötig ist, bestätigten auch die Dozierenden. Diese ist allerdings nur durch verstärkte Investitionen möglich, was im völligen Widerspruch zu den z. Z. übereifrigen Sparmassnahmen der Hochschulleitung steht.
Unklar bleibt, weshalb man ausgerechnet den Bündner Urs Marti zum Delegierten des Verwaltungsrats ernannt und ihm die Führung des operativen Geschäfts übertragen hat. Der 37-jährige Marti, der offensichtlich über keine Hochschulausbildung verfügt, arbeitet sonst als Gastroberater und Treuhänder in Chur und ist parteipolitisch ambitioniert (FDP). Sein Wahlspruch „Bildung ist mein Steckenpferd“ (www.urs-marti.ch) beschreibt wohl ziemlich gut seinen hölzernen Umgang mit Bildungsfragen und ihren Stellenwert. Aufgrund welcher Kompetenzen die übrigen Verwaltungsräte ihre Position bekommen haben, konnten die Teilnehmenden nicht erkennen.
So wurde z. B. die Frage, welche unternehmerische Vision die Hochschulleitung für die Zukunft der HWZ habe, mit folgender Antwort vom Tisch gefegt: „Dass wir visionär sind, darauf können Sie sich verlassen!“ Weitere Nachfragen hierzu wurden zunächst unelegant abgewimmelt, im Schlusswort allerdings noch einmal mit folgendem Appell aufgegriffen: „Entwickeln Sie in den Weihnachtsferien selber Visionen und teilen Sie sie uns im neuen Jahr mit!“ Ein derartiger Kommunikations-Gau wäre bei richtiger Vorbereitung sicherlich nicht passiert. Offenbar hat die Kommunikations-Abteilung der Hochschule hier versagt.
Es bleibt festzuhalten: Die positive Aufbruchstimmung vom letzten Dozententag im September ist innerhalb von wenigen Wochen verpufft und in ihr Gegenteil verkehrt. Wie aus der Reaktion der Dozierenden auf den Abend vom 16. Dezember deutlich wurde, ist die Motivation an der HWZ auf dem Nullpunkt angelangt. Man muss sich vor Augen führen, was die Absetzung des Rektors eigentlich gebracht hat: eine orientierungslose Hochschulleitung, Verunsicherung der Dozierenden und Studierenden, rückläufige Anmeldezahlen, organisatorische Mängel, Imageverluste, etc. Die jetzige Hochschulleitung ist offensichtlich nicht in der Lage, die Hochschule auf Erfolgskurs zu halten.
Nach diesem Dozentenkonvent drängt sich einem die Vermutung auf, dass Heinz Knecht nicht wie behauptet wegen strategischer Differenzen die Hochschulleitung abgeben musste, sondern dass der Verwaltungsrat dabei ganz andere Interessen, vermutlich rein finanzieller Art, verfolgte. Es ist zudem völlig unverständlich, weshalb ein Verwaltungsrat, der offenbar selbst keine unternehmerische Fähigkeiten und bildungspolitische Erfahrung hat, über das Schicksal einer privaten Hochschule entscheiden kann. Immerhin ist es eine grosse Verantwortung, die Hochschulausbildung von über Tausend Studierenden zu leiten und diese auch für die Zukunft zu sichern. Das Klügste, was die beiden Eigentümer der HWZ, der KV Schweiz und Juventus, jetzt machen können, wäre, den Verwaltungsrat schnell und komplett auszutauschen. Nur so besteht noch Hoffnung auf die Gesundung einer stark angeschlagenen Hochschule.

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