(openPR) In der OpenSimulator-Community wurde ein neuer Weltrekord für die Anzahl von Objekten auf einer Region aufgestellt: die Entwickler von Talentraspel virtual worlds Ltd. haben die Messlatte auf eine halbe Million Prims auf einer Sim gelegt!
In der vergangenen Woche wurden 500.000 Objekte in Form von Menger-Schwämmen - sog. Super-Objekten - auf einer normalen OpenSim-Region aufeinandergestapelt. Wie man auf den Bildern und dem Video deutlich sieht, waren unsere Avatare dabei nicht etwa auf dem Boden festgenagelt: wir konnten uns frei in den Menger-Strukturen bewegen und sogar mittendrin eine Teezeit abhalten!
Die Grundlagen zum neuen Weltrekord wurden im November gelegt, als Talentraspel virtual worlds Ltd. ihre Grids zu einem eigenen Cloud Computing-Cluster umwandelte. So konnte Talentraspel an genau dem Tag, an dem Intel-CTO Justin Rattner während seiner SC09-Keynote das 3D-Internet als "Killer-Applikation" für Cloud- und Supercomputing bezeichnete, seinen Kunden bereits Cloud-basiertes Serverhosting anbieten. Für Unternehmen, Universitäten und Privatnutzer bedeutet diese Technologie schlicht, dass virtuelle 3D-Welten stabiler, schneller und preiswerter werden. Talentraspel betreibt u.a. "Open Neuland", ein mittelgroßes Grid mit einem bereits fertigen, wunderschönen Zentrum, mehreren Kundenregionen und großen Flächen preiswerten Mietlandes. Open Neuland ist auch Gastgeber für eine große Star Wars-Rollenspiel-Community.
Linden Lab, der Betreiber von Second Life, propagiert seit Jahren das angebliche Naturgesetz, dass die Leistungsfähigkeit und die Kosten einer Sim durch die Anzahl der darauf verbaubaren Prims ausgedrückt werden, und nutzt diesen Mythos oft genug zu Gebührenerhöhungen. Allerdings zeigt das OpenSource-Gegenstück OpenSimulator sehr deutlich, dass es dieses Prim-Limit nicht gibt: Adam Frisbee wies bereits darauf hin, dass die technischen Grenzen für die Anzahl der Prims nicht durch die Software gezogen werden, sondern hauptsächlich durch die Menge des internen Speichers der Hardware. Die 64bit-Version von OpenSimulator benötigte immerhin 9GB Speicher bei der Darstellung der 500.000 Prims.
Dieser Weltrekord - der wahrscheinlich nicht einmal die allerletzten Grenzen zeigt - ist allerdings von hauptsächlich akademischem Interesse. Es gibt eine Reihe von praktischen Problemen: so dauert beispielsweise das Abspeichern einer so großen Anzahl von Objekten in der Datenbank gut einen halben Tag. Der Viewer-Client benötigt etwa 4 GB RAM auf dem User-Rechner, und die Menge der Daten, die vom Server zum Klient übertragen werden, ist sehr hoch. Erfreulicherweise zeigt der Versuch aber, dass der Server extrem gut skaliert und das System auch in diesen Grenzbereichen absolut stabil läuft - eine gute Nachricht für die tägliche Benutzung.
Schließlich ist genau das der Grund dafür, eine Technologie an ihre Grenzen zu treiben: dazu beizutragen, sie für ihre Nutzer zu verbessern.











