(openPR) 14.12.09 - Wer gerade mal kein Geld hat, geht zur Bank und leiht sich welches. Wer arm ist, geht ins Pfandhaus. Soweit das gängige Vorurteil. Das Pfandhaus als letzte Anlaufstelle vor dem endgültigen finanziellen Kollaps – dieses Klischee hat ausgedient. Über eine Million Personen besorgten sich nach Berechnungen des Zentralverbands des Deutschen Pfandkreditgewerbes im Jahr 2008 auf diesem Weg Bargeld in Höhe von insgesamt 510 Millionen Euro. Tendenz in 2009 weiter steigend. Besonders im Kommen sind Pfandhäuser, die sich auf das Segment „Fahrzeuge“ spezialisiert haben. Das Umsatzvolumen der deutschlandweit knapp 20 Pfandhäuser in diesem Bereich liegt nach Branchen-Schätzungen allein schon bei rund 100 Millionen Euro.
Marco Thurow leitet in Unterföhring ein solches Pfandhaus: die Pfandfinanz Holding AG (www.pfandfinanz.de). Das Angebot an Finanzprodukten ist breit gestreut: Es beginnt beim klassischen Pfandkredit. Hier wird das eigene Auto der Pfandfinanz als Pfand überlassen. Im Gegenzug gibt’s dafür ein Darlehen – bis zu 80 Prozent des Fahrzeug-Zeitwertes. Es endet bei modernen Varianten wie dem „Sale-and-Rent-back“-Verfahren, bei dem das Fahrzeug gegen eine Monatsmiete sogar weiter genutzt werden kann. All diese Finanzangebote sind freilich nicht umsonst. Wer zum Beispiel das traditionelle Pfand-Darlehen wählt, zahlt monatlich ein Prozent Zins auf die Darlehenssumme. So ist es in der „Verordnung über den Geschäftsbetrieb der gewerblichen Pfandverleiher“ gesetzlich festgesetzt. Hinzu kommen noch Gebühren für die Bearbeitung, Abwicklung und die Standplatzmiete für das Fahrzeug. Bei dem „Sale-and-Rent-back“-Verfahren finden diese Reglementierungen keine Anwendung, da es sich hier rechtlich um einen Ankauf mit zeitlich begrenztem Rücktrittsrecht handelt und um kein Pfandgeschäft. Entsprechend individuell können hier die Konditionen ausgehandelt werden. Diese sind vergleichbar mit denen von Mietwagenunternehmen.
„Zur Überbrückung von kurzfristigen Liquiditätsproblemen kann der Pfandkredit eine willkommene Alternative zum klassischen Bankkredit sein“, so Till von Geldern, Vorstand der Pfandfinanz-Tochterfirma Car2Cash, „der große Vorteil: Der Kunde haftet lediglich mit seinem Pfand, nicht persönlich wie bei einer Bank“. Bei langen Laufzeiten sind Pfandkredite und sonstige finanzielle Serviceleistungen der Pfandhäuser meist teurer als bei einer Bank. Doch die Frage Bank oder Pfandleihhaus stellt sich häufig gar nicht. Immer mehr Deutsche können oder wollen keinen Kredit mehr bei einer traditionellen Bank aufnehmen. Die Gründe dafür sind vielfältig: Überzogene Kreditlinien, Schufa-Einträge, fehlende Kreditwürdigkeit, weil kein festes Arbeitsverhältnis besteht oder aber auch Berührungsangst und Ungeduld, ein vergleichsweise langwieriges und teilweise persönlich belastendes Procedere bei der Kreditvergabe über sich ergehen zu lassen.
Pfandhäuser sind da häufig die Alternative. Bargeld gibt es hier blitzschnell. In der Regel vergehen dabei noch nicht einmal zwanzig Minuten, bis das Darlehen bewilligt ist. Und zwar ohne Bonitäts- und Schufa-Prüfung.











