(openPR) Münchner Urologe setzt auf neue Therapie
und ein bahnbrechendes Medikament
Ein Leben mit Windeln, Einlagen und psychischen Problemen: Inkontinenzkranke leiden chronisch. Tag für Tag. Sechs Millionen Betroffene gibt es nach Schätzungen der Deutschen Gesellschaft für Urologie allein in Deutschland. Sie verspüren entweder den ständigen Drang zur Toilette zu gehen, selbst wenn die Blase fast leer ist – daher die Bezeichnung Dranginkontinenz -, oder bestimmte Bewegungen wie Laufen, Bücken oder schnelles Gehen lassen die Blase mit Urinverlust reagieren (Stressinkontinenz).
Bisherige konventionelle Therapien, die in erster Linie bei Dranginkontinez angewandt werden und die erschlafften oder falsch funktionierenden Beckenbodenmuskeln stärken sollen, sind oftmals für die Patienten schmerzhaft – bei der Elektrostimulation wird bei Männern eine Oberflächenelektrode, bei Frauen eine intravaginale Elektrode eingesetzt - und nur mit einem Höchstmaß an Selbstdisziplin durchzuhalten.
Doch jetzt gibt es für diese Patienten einen neuen Silberstreifen am Horizont: Der gerade erst in Deutschland und vier anderen europäischen Ländern zugelassene Wirkstoff Duloxetin – vom international renommierten „Time Magazine“ als eines der verheißungsvollsten neuen Medikamente eingeschätzt – soll Stressinkontinenz-Patienten Erleichterung verschaffen. Nach den bisherigen wissenschaftlichen Studien löst Duloxetin im Hirn die chemischen Signale aus, die den Blasenschließmuskel steuern.
Doch das ist nicht die einzige Innovation: „Inkontinenzpatienten leiden dermaßen, dass sie schnellstmöglich Linderung benötigen“, weiß Professor Dr. Michael Jordan aus München. Der Urologe setzt schon seit einiger Zeit auf eine schmerzlose Therapie von Stress-, Drang- oder gemischter Inkontinenz, die er in den USA kennengelernt und in seiner Münchner Urologenpraxis weiterentwickelt hat. ExMi (Extracorporal Magnetic Innervation) ist eine Magnetstimulationstherapie, die laut Jordan in jeder deutschen Urologenpraxis mühelos durchgeführt werden könnte. Die Patienten können sich dabei voll bekleidet auf einen NeoControl-Magnetstuhl setzen. Der Stuhl verfügt über einen speziell konstruierten Therapiekopf, der magnetische Impulse erzeugt und fokussiert. Dadurch werden Nervenimpulse ausgelöst, die zur Kontraktion von Becken- und Sphinktermuskeln führt. 20 Sitzungen á 20 Minuten genügten in den meisten Fällen für eine deutliche Besserung der Beschwerden, berichtet Professor Jordan begeistert. Er habe bei seinen Patienten 70 Prozent Erfolge verzeichnet. Einige der Betroffenen seien sogar komplett geheilt, die anderen kämen mit der Hälfte der Einlagen aus, und ihre Blasenkapazität sei wieder gestiegen. Um möglichst schnelle Besserungs- oder sogar Heilungserfolge zu erzielen, sei Duloxetin in Fällen von Stressinkontinenz eine hervorragende Ergänzung zu seiner bisher angewandten Therapie, sagt Jordan. „Parallel mit der Gabe von Duloxetin sollte die nebenwirkungsfreie ExMi-Therapie begonnen werden. Nach etwa zehn Sitzungen wird Duloxetin abgesetzt, um die ersten ExMi-Ergebnisse zu überprüfen“, erklärt Jordan. „Können die Patienten mit Hilfe der Beckenbodenmuskeln den Harnfluss halten, wird auf Duloxetin verzichtet, und der Magnetstuhl wird so lange weiter eingesetzt, bis die Kontinenz dauerhaft durch Muskelhilfe hergestellt ist.“ Für die Patienten, die an Dranginkontinenz oder gemischter Inkontinenz leiden, könne Duloxetin nicht eingesetzt werden. In diesen Fällen verlässt sich Jordan auch weiterhin auf seine schmerzfreie ExMi-Therapie.
In den USA ist der NeoControl-Stuhl seit 1998 von den Behörden zugelassen, und die Behandlung wird inzwischen längst von den amerikanischen Krankenversicherern bezahlt. Das ist in Deutschland noch nicht der Fall, doch Dr. Jordan bemüht sich darum, die deutschen Krankenkassen zu überzeugen, die Behandlung ebenfalls zu tragen.
Der renommierte Urologe ist so überzeugt von den Möglichkeiten, die seine ExMi-Methode mit Hilfe des Magnetstuhls bietet, dass er nach der Zulassung der NeoControl-Therapie durch die deutschen Behörden 2002 die Firma Kitalpha Med gegründet hat, die sich auch mit der Erforschung weiterer Anwendungsgebiete seiner ExMi-Therapie beschäftigt. Zur Zeit werden unter anderem die Möglichkeiten beim Muskelaufbau im Beckenbodenbereich bei Muskelschwund in Multiple-Sklerose-Fällen, Chronischer Prostatitis, Erektiler Dysfunktion, Verhinderung von Inkontinenz nach einer Geburt, Ejakulationsschwierigkeiten bei Männern und etliches mehr klinisch getestet.
Doch auch die bisherigen erfolgreichen Anwendungsmöglichkeiten lohnen nach Jordans Erfahrungen die Überlegungen für sehr viele Urologen, sich einen Magnetstuhl in die Praxis zu stellen. „Ich kann pro Tag acht Patienten damit behandeln“, sagt Dr. Jordan. Um seiner ExMi-Therapie deutschlandweit zum Durchbruch zu verhelfen, bietet er seinen Kollegen nicht nur Hilfe bei der Wirtschaftlichkeitsberechnung an, sondern macht ihnen auch Leasing-Angebote. Schon rund 18 Privatpatienten genügten, um die Anschaffung des Stuhles zu amortisieren – eine wichtige Voraussetzung, um die ExMi-Therapie auch in kleineren Praxen anwenden zu können. „Schließlich sollen Inkontinenzkranke jede Hilfe bekommen können, die wir als Mediziner leisten können.“








