(openPR) Neil Galls Kunst befindet sich in ständiger Bewegung und Wandlung.
Der Londoner Künstler transferiert seine Ideen von einem künstlerischen Medium zum nächsten. Oft im Haushalt gefundene Gegenstände wie Knete, Fäden, Pappe, Klebeband oder Stofffetzen komponiert Neil Gall zu fantastischen Objekten und Landschaften, die er fotografiert und in weiteren Schritten zu Malereien, Collagen und Zeichnungen werden lässt.
Der Transfer haucht den Repräsentanten der toten Dingwelt Leben ein, gibt ihnen eine neue Einheit und eine Wesenhaftigkeit. Hierbei macht sich der Künstler die Eigenschaft des Menschen zunutze, in allem Gesehenen, Gesichter und menschliche Formen zu entdecken. Zudem kreiert er durch die Verwendung stark modellierender Schatten und Schlagschatten eine sehr überzeugende räumliche Illusion. Vor allem aber erzeugt Neil Gall einen synästhetischen Wirkungseffekt durch die technisch perfekt inszenierte Oberflächenbeschaffenheit der Materialien, die die haptische
Erfahrung des Modellbaus auf das zeichnerische bzw. malerische Produkt zu übertragen scheint und die verwendeten Gegenstände ästhetisch überhöht.
Diese realitätsnahe bzw. hyperreale Umsetzung wird von der fast absurd wirkenden, fantastischen Zusammenstellung der einzelnen Dinge und der fragmentierenden Kombination aus multiplen perspektivischen Ansichten kontrastiert. Die Ergebnisse wirken begehrlich schön, doch zugleich oft unheimlich und abstoßend. Es entstehen mystische Hybridgestalten und geheimnisvolle, surreale Landschaften, die gleichzeitig mimetisch die Banalität des Alltags abbilden.
Neil Gall (*1967, Aberdeen) hat an der Slade School of Art in London studiert. Er lebt und arbeitet in London. 2007 ist die Monografie Shelf Life und 2008 der Sammelband Collage: Assembling Contemporary Art bei Black Dog Publishing erschienen.
NOCH BIS 18.12.09











