(openPR) Insbesondere für Berufseinsteiger hat sich in den letzten Jahren die Berufs- und Arbeitswelt stark gewandelt. Neue Berufsbilder sind hinzugekommen, Anforderungsprofile haben sich verändert und der Konkurrenzdruck in der Bewerbersituation hat sich verschärft. Dazu kommt eine wachsende Unsi-cherheit vieler Jugendlicher in der Einschätzung ihrer eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten. Häufig kommt aus der Wirtschaft die Rückmeldung, Jugendliche hätten keine klaren beruflichen Vorstellungen, ihnen mangele es an sozialen und persönlichen Kompetenzen, sie seien nicht ausbildungsfähig.
Deshalb kommt der Berufsorientierung in der Schulzeit, unterstützt von externen Partnern aus der beruflichen Bildung und der Wirtschaft, eine ganz besondere Bedeutung zu. Einer dieser Partner ist die Braunschweigische Landessparkasse, die das Projekt „Wirtschaft in der Schule“ mit 7.000 Euro unterstützt. Eine entsprechende Spende übergab jetzt Firmenkundendirektor Stephan Reichel vor Ort in der Ausbildungswerkstatt. Harald Eitge, Direktor der Arbeitsagentur Braunschweig, Hans-Peter Lorenzen, Geschäftsführer der Volkshochschule Braunschweig, Karl-Heinz Friedrichs, Geschäftsführer der Ausbildungswerkstatt, und Ulrich Deissner von der Bürgerstiftung nahmen die Spendenübergabe zum Anlass, über Finanzierung, Umsetzung und inhaltliche Begleitung des Projektes zu berichten.
Das Projekt richtet sich an die 8. und 9. Jahrgänge Braunschweiger Realschulen. Gegenwärtig wird es an den Realschulen Maschstraße und Nibelungen umgesetzt. Vertiefte Berufsorientierung wird in Form von Praxismodulen in und außerhalb von der Schule angeboten. Dabei werden kompetente Partner aus der Wirtschaft hinzu gezogen; u.a. sind auch Übungsfirmen vorgesehen. Die enge Zusammenarbeit mit Vertretern der Wirtschaft konzentriert sich auf das Berufspraktikum, flankierend werden allgemeine Kompetenzen vermittelt und Bewerbungstrainings durchgeführt. Daran schließt sich dann das in Schulen übliche dreiwöchige Berufspraktikum in der Wirtschaft an.
„Der Landessparkasse ist es wichtig, die Bildungschancen von Jugendlichen zu verbessern“, sagte Reichel. Dazu gehöre auch, Schülern mitzuteilen, wie es in der Wirtschaft zugeht. Friedrichs und Lorenzen hoben den Wert des außerschulischen Praxis-Erlebens hervor: „Wir beobachten, dass die Schüler motivierter sind, was ihre Berufsorientierung anlangt. Sie haben einen besseren Plan für die eigene Zukunft, weil sie vor Ort erfahren können, dass ihre Ausbildungsmöglichkeiten vielfältiger sind als bislang gedacht.“ Eitge betonte die Signalwirkung, die von diesem Projekt ausgeht: Volkswirtschaftlich betrachtet könne man damit dem drohenden Fachkräftemangel vorbeugen.
Neben den bereits erwähnten Partnern sind auch die Industrie- und Handelskammer, die Kreishandwerkerschaft, der Arbeitgeberverband, die Projekt Region Braunschweig sowie die Braunschweig Zukunft GmbH über den Wirtschaftsdezernenten der Stadt Braunschweig, Joachim Roth, beteiligt, der sich persönlich eingebracht hat. Die Bürgerstiftung Braunschweig hat das Projekt initiiert und koordiniert es unter Mitwirkung von drei Zeitstiftern. Sie richtet für die Finanzierung einen Fonds ein. „Dass wir in der Erfolgsspur sind, zeigt sich daran, dass das Kultusministerium an diesem Projekt Interesse bekundet hat“, meinte Deissner abschließend.




