(openPR) Die zweite Lebensdekade ist Einstiegspunkt und oft auch Höhepunkt für die Ausübung gesundheitsriskanter Verhaltensweisen. Die Beleuchtung dieser Altersphase ist besonders wichtig, da im Jugendalter individuelle Verhaltensweisen etabliert und habitualisiert werden. Das heißt, dass in dieser Altersgruppe die Weichenstellung für das weitere Leben erfolgt. Doch verhalten sich keineswegs alle Jugendlichen gleichermaßen gesundheitsgefährdend oder gesundheitsförderlich, vielmehr bestehen gravierende gesundheitliche Differenzen, die auf soziale Ungleichheiten zurückzuführen sind. Diese sozialen Differenzen spiegeln sich jenseits eines traditionellen Schichtenkonzepts nach der neueren Ungleichheitsforschung in unterschiedlichen Lebensstilen wider.
Der Jugendforscher Jürgen Raithel (Universität Bamberg) konnte in seiner eben abgeschlossenen Studie zum Gesundheitsverhalten Jugendlicher vier Lebensstile der 15- bis 18-Jährigen ermitteln. Bei den Lebensstilen handelt es sich um einen hedonistischen Stil, der vor allem von männlichen Hauptschülern praktiziert wird, um einen hochkulturellen Stil, der in erster Linie unter den weiblichen Gymnasiastinnen vorzufinden ist, sowie um einen darstellenden und einen zurückhaltenden Lebensstil, die zwischen den beiden Kontraststilen zu verorten sind. Die Analysen zum Gesundheitsverhalten erbrachten ein deutliches Ergebnis zuungunsten der hedonistischen Jugendlichen, da diese den meisten Alkohol trinken, die meisten Zigaretten rauchen, am häufigsten illegale Drogen konsumieren, am öftesten laute Musik hören, die unsichersten Sexualkontakte praktizieren und am häufigsten Sonnenbrände haben. Die Untersuchung zeigt, dass ein überdurchschnittlicher Substanzkonsum in Zusammenhang mit dem Lebensstil steht, der von überdurchschnittlichen Sozialkontakten zu Gleichaltrigen und geselliger Freizeitbeschäftigung gekennzeichnet ist. Andererseits stellen sich die hochkulturellen Jugendlichen als die gesündesten Heranwachsenden dar, da sie sich nicht nur am wenigsten gesundheitsriskant, sondern auch noch am häufigsten gesundheitsförderlich in Form des Ernährungs- und Bewegungsverhaltens sowie der Zahnpflege verhalten.








