(openPR) Das Prinzip der optischen Zuordnung von Farben und Lacken an Materialien wie Metalle, Blattgold oder sogar an plastische Rundkörper ist ein Thema fast so alt wie die Kunstgeschichte. Vorbild sind die asiatische Lackkunst oder der italienische Geigenbau. Nämlich durch das Prinzip der Schichtung mehrerer Klarschichten unterschiedlicher optischer Dichte als planparallele Schichtlinse ergibt sich ein tiefenoptischer Effekt, der es erlaubt, beliebige Materialien, also auch Rund- oder Raukörper bis hin zu Glas, als zusamenhängendes optisches Element und damit völlig verzerrungsfrei in Klarkunststoffen zu integrieren.
Eigentlich bräuchte man jetzt die Naturphänomene des Alltags nur noch genauer zu betrachten, um zu erfahren, dass es aber immer noch etwas einfacher geht. Zum Beispiel Wasser zeigt in der Schichtung mit Eis oder Glas genau die gleichen Lichtreflexionen - als vergrößernder Taucherbrilleneffekt oder die bekannten Ausleuchtphänomene in Aquarien. Im Gegensatz zu den klassischen Lacktechniken haben wir es hier aber nur noch mit zwei Klarschichten in unterschiedlicher optischer Dichte zu tun, um den gleichen tiefenoptischen Effekt zu erreichen. Technisch kennen wir Gleiches auch beim Schweizer Diasec-Verfahren, wo Fotos von hinten lichtleitend auf Plexiglas verklebt sind. Auch hier zeigt sich eine immense Leuchtkraft der Farben bei einfallendem Licht, ebenso wie ein vergrößernder räumlicher Effekt.
Dieses Prinzip der klassischen Lichtmalerei oder der dreidimensionalen Darstellung von Materialien weist den Weg zu einer modernen Farbgebung, die eine völlige Verzerrungsfreiheit und Räumlichkeit in der optischen Darstellung von Materialien erlaubt, auch einen neuen Umgang mit Farbgrafiken aus opaken und transparenten Farben auf reflektierenden auch rauen Metallflächen oder auf Spiegel gleichzeitig. Aus Lacken werden zudem optische Medien, die einen senkrechten Lichtdurchlass durch Glas und viele anderen Medien ermöglichen, diese also zum Lichtleiter wie Plexiglas werden lassen.
Schichtlinsen aus planparallelen Klarschichten in unterschiedlicher optischer Dichte haben also viel mit Reflexion und mit Bildprojektion und speziell mit der Verwandlung von Streulicht in gerichtetes Licht zu tun. Eigenartiger Weise ist das Thema von der Lackindustrie oder Künstlerfarbenindustrie bisher nie aufgegriffen worden. Letztlich unverständlich, wo doch heutzutage jeder Mensch in irgendeiner Weise zum Medium Licht hin tendiert. Wir denken in Licht, wir fühlen mit Licht, das Licht erobert die Welt. Tatsächlich gibt es aber bis heute keine Farbgebung, die auch nur annähernd die komplexe Lichtfarbenwelt eines Computerbildschirms wiedergeben oder diese sogar übertreffen könnte.
Genau dieses soll sich jetzt mit dem geplanten Forschungsprojekt bei Innovent e.V. in Jena ändern. Für das Forschungsprojekt LICHTLEITENDE LACKSYSTEME als Neuheit in Künstlerfarben, Chemie, Lack, Autolack, Kunststoff, Farben, Glas, Optik, Design, Display, Design werden ab sofort von der Werkstatt für Ökonomie & Kunst und dem freiberuflichen Lackdesigner Bruno Toussaint in Köln kooperierende Unternehmen als Partner für eine gefördertes Grundlagenforschungsprojekt gesucht. Um die vielen designorientierten Anwendungen ausloten zu können, ist bereits eine Zusammenarbeit mit dem Bauhaus.Transferzentrumdesign e.V. Weimar in Betracht gezogen worden. Eine Kooperation mit der Bauhaus-Universität in Weimar wird noch geprüft.
Beim Forschungsprojekt sollen nun auf Basis neuartiger photogelatineklarer Lackbindemittel Aqualacke mit lichtleitender Polymerstruktur und Farbverstärkung als optisch funktionierendes Schichtlinsensystem entwickelt werden. Ziel: Ein Aqualack-Schichtlinsensystem mit Base Coat in niedrigerer + Top Coat in höherer optischer Dichte als kommerzielles "Kombinations-Glaslacksystem" aus Buntlack + Glaslack als 2 in 1 System. Oder als reines optisches Lacksystem. Oder als polierbare "harte" Künstlerfarben oder ein Designlacksystem mit "soft" Opak- und Klarfluids als 3 in 1 System.
Die Lacke erlauben auf optischem Wege eine Zuordnung an Materialien: Unterschiedlichste Materialien werden zusammen mit Opak- und Klarfarben als dreidimensionale Projektion ohne "Bruch" des Bildes dargestellt, auch auf Metall, Glas, Spiegel, Holz, ja sogar auf Marmor als Art Walk unter Hervorhebung seiner kristallinen Strukturen. Dabei zeigt sich eine verzerrungsfreie Vergrößerung + Tiefenprojektion von Rau-Wellen-Rundkörpern + Farbverstärkung von Metall, Pigmenten + extrem hohe Durchleuchtung von Glas, Spiegel, allen Klarkunststoffen bis zu Holographie und ebenfalls Hinterglasfarbgebungen. Ansonsten können die die Lacke auch einzeln als konventioneller Opaklack und Glaslack eingesetzt werden.
Anwendungen als Modernisierung und Ergänzung fast aller heutigen Buntlack- oder Glaslacksysteme oder für optische Zwecke: Für Autolacke, Autorücklichter, Solarglas, Holographie, Glas, Glasdesign, Glasmalerei, Fassadengläser mit hoher Farbkraft, Farbspiegel, Flaschen, Holz, Böden (als Art Walk), Metall, Folien, Verpackungen, Werbung, Produktdesign, Architektur, Medienkunst aus Licht, Farbe, Raum, usw.
Entwicklungsstadium: Muster / Prototypen. Patentierung erst im Laufe des Forschungsprojekts möglich









