(openPR) Deutsche Rheuma-Liga fordert mehr Transparenz bei Gelenkprothesen und Leitlinien für Arthroskopie.
Bonn/Berlin, 13. Oktober 2009. Menschen, die zur Rheuma-Liga kommen, haben in der Regel chronische Gelenkprobleme, etwa 40 Prozent infolge entzündlicher Gelenkerkrankungen. „Jeder zweite aber kommt zu uns infolge einer Arthrose“, informierte Professor Erika Gromnica-Ihle, Präsidentin der Deutschen Rheuma-Liga, heute in der Vorab-Pressekonferenz des Orthopädenkongresses in Berlin.
Menschen mit Arthrosen, aber auch mit entzündlichen Gelenkerkrankungen, profitierten vom aktuellen Fortschritt in der Endoprothetik. Dies gelte insbesondere für mittelgroße Gelenke, wie zum Beispiel für Schulter-, Ellenbogen- und oberes Sprunggelenk. „Allerdings, Neuentwicklungen bergen immer auch Risiken, weil sie in der Praxis noch nicht ausreichend erprobt sind“, so Gromnica-Ihle. „In letzter Zeit haben die Medien spektakulär von schadhaften Hüft- und Knieprothesen berichtet. Das verunsichert die Patienten. Wir fordern unbedingt mehr Transparenz. Die mit Risiko behafteten Prothesenfabrikate müssten öffentlich benannt werden. „Patienten haben ein Recht zu erfahren, mit welchen Implantatmodellen sie versorgt wurden“, so Gromnica-Ihle. „Sorge macht uns nach wie vor die Arthroskopie. Ein Eingriff, der zu häufig in der ärztlichen Praxis durchgeführt wird, ohne dass es dem Heilungsprozess dient. Hier brauchen wir klare Leitlinien, an deren Erarbeitung wir uns als Patientenorganisation aktuell beteiligen.“
Durch gezielte Bewegungstherapie ohne zu große Gelenkbelastung lassen sich operative Eingriffe häufig vermeiden oder auf lange Zeit hinauszögern, erklärt die Rheuma-Liga. Da Krankengymnastik von den Krankenkassen nur für wenige Sitzungen bezahlt wird, bieten die Verbände und Arbeitsgemeinschaften wohnortnah das Funktionstraining an. Es ist speziell auf rheumakranke Menschen ausgerichtet. Seit 2007 gibt es ein zertifiziertes und evaluiertes Trainermodul zur Weiterbildung der Physiotherapeuten. Über 8.000 ehrenamtlich Engagierte kümmern sich in den Verbänden darum, dass diese Bewegungsangebote und viele andere Angebote, wie Schmerzbewältigungs- und Entspannungskurse, regelmäßig stattfinden.
Zum Ausklang des Orthopädenkongresses findet am 24.10.2010, 10.00 bis 14.00 Uhr, im ICC Berlin ein Informationstag „Arthrose“ für das allgemeine Publikum statt.







