(openPR) Zum Tag der Deutschen Einheit zeigt die Galerie des Künstlerhauses Schleusingen die legendäre Prometheus-Mappe des Museums Schloss Moritzburg Zeitz. Die Ausstellung der Grafischen Sammlung war bereits in der Türkei, Georgien und Russland; in Deutschland nach der Wende u.a. in Dortmund, Greifswald, Leipzig, Weimar – in jüngerer Zeit in Beeskow, Attendorn und nun, anlässlich des Mauerfalls vor zwanzig Jahren, in Schleusingen. Der Anlass zu diesem Werk war ein Gedenktag: Der 125. Todestag Goethes 1982. Die Schriftsteller, bildenden Künstler und Komponisten setzten sich mit Goethes Prometheus-Dichtungen auseinander. Der Umgang des Menschen mit dem Feuer war nach 1945 aktueller denn je. Das Verschmelzen von Atomkernen ermöglichte eine völlig neue Qualität des Feuers: die Schaffung nuklearer Waffen führte zu einer ungeheuerlichen, kaum vorstellbaren Steigerung der Zerstörungskraft. Der Zustand der Zeit zeigte sich als einer, angesichts dessen man durchaus Zustände kriegen konnte. Vor diesem Hintergrund gewannen die Fragen nach dem Woher und Wohin des Menschen, die Frage: Wie muss die Welt für ein moralisches Wesen beschaffen sein? eine bis dahin kaum gekannte Aktualität. Es ging den Künstlern um den Beitrag der Kultur zu den Grundbedingungen, die nötig sind, damit die Menschheit sich nicht selber in die Luft sprengt oder auf andere Weise zerstört. Die Künstler, die sich an diesem Kunstpaket beteiligten, waren die Seismografen ihrer Zeit. Diese Seismografen wurden arretiert: um die Stärke der Erdbeben zu verheimlichen. Das erschütterte natürlich die Erdbeben nicht im Geringsten. Nur klingelten oder klopften sie nicht mehr an – sondern fielen gleich mit der Tür ins Haus. In einem Münchener Katalog zur „Auftragskunst in der DDR“ von 1995 kann man lesen, das Mappenwerk sei „Höhe- und Endpunkt der ambitionierten Auftragspolitik des Kulturbundes“ gewesen. Es wurde in der DDR initiiert und gefördert und ist in der DDR leider auch gescheitert. Das lag nicht an künstlerischen oder organisatorischen Mängeln. Es lag an der dogmatischen Engstirnigkeit einzelner, maßgeblicher Persönlichkeiten.
Dass die einzig erhaltene Mappe heute von Zeitz aus in die Welt geht, ist dem mutigen Verhalten einer Mitarbeiterin des Museums zu verdanken, die allen ‚Richtlinien’ zum Trotz das damals verbotene Mappenwerk für die grafische Sammlung der Moritzburg erworben hat.
http://www.zeitz.de/?id=146018000593
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