(openPR) 11. Designpreis des Landes NRW
Wirtschaftsministerin Christa Thoben gratulierte 22 Studenten der Projektgruppe Prof. Hans Günter Schmitz zum zweiten Preis für das Projekt „Markenzauber“ / Buch in Vorbereitung
Wer in Wuppertal Kommunikationsdesign studiert, hat gute Chancen, an einem preisverdächtigen Projekt mitzuarbeiten. Seit 1996 haben die Studenten im Lehrgebiet Visuelle Kommunikation, das künftig an der Essener Folkwang-Hochschule angesiedelt sein wird, insgesamt 28 internationale Preise ins Haus geholt. Vom weltweit anerkannten „Red Dot“ bis zum nicht minder renommierten iF Award reicht das Spektrum. Der Art Directors Club zeichnete die Studenten ebenso aus wie Jurys in Cannes, London oder New York. Am Donnerstag (17.September) hatte Lehrstuhlinhaber Professor Hans Günter Schmitz, selbst vielfach für seine Arbeiten ausgezeichnet, wiederum einen Grund, auf seine Studenten stolz zu sein: Das Projekt „Markenzauber“ errang im Wettbewerb um den Designpreis des Landes Nordrhein-Westfalen den zweiten Platz in der Sparte Communication Design. Damit sind diese studentischen Arbeiten bereits zum zweiten Mal seit 2008 mit einem bedeutenden Designpreis ausgezeichnet worden.
Kreative geben Impulse für Wirtschaft und Gesellschaft
Stellvertretend für seine Studenten nahm Professor Schmitz den Preis in Düsseldorf aus den Händen von Landeswirtschaftsministerin Christa Thoben entgegen. Die Ministerin betonte in ihrer Ansprache: „Immer mehr Menschen leben von Kunst, Film, Mode, Medien und Lifestyle (...) und sie erwirtschaften einen Umsatz von mehr als 32 Milliarden Euro.“ Die Bedeutung der Kreativen gehe über ihre eigene Branche weit hinaus, erklärte Thoben: Die Kreativen und Kulturschaffenden geben vielfältige Impulse auf Wirtschaft und Gesellschaft im Metropolraum Nordrhein-Westfalen. Designer, Modeschöpfer, Musiker, Computer- und Games-Spezialisten schaffen ein innovatives Klima, das die gesamte Region vorantreibt...“ Der mit insgesamt 24.000 Euro dotierte Landesdesignpreis wurde in diesem Jahr bereits zum elften Mal vergeben, er gilt weit über die Landesgrenzen hinaus als ein Qualitätssiegel in der Kreativbranche.
Das Projekt
Der Märchenwald im Warenregal
Das Projekt „Markenzauber“ spielt mit frei erfundenen Produkten, denen die 22 Wuppertaler Studenten nicht nur ein Design, sondern auch eine Geschichte mit auf den Weg gaben. Heraus gekommen sind dabei 80 oft skurrile und bisweilen täuschend echt wirkende Produkte, von denen einige im Supermarktregal eine ebenso glänzende Karriere vor sich hätten wie manche ihre Erfinder: Philipp Wix kreierte beispielsweise „Trinksport“, ein geradezu traumhaftes Getränk, das „Kalorien verbrennt, Knochen und Gelenke nachgewiesenermaßen stärkt und so Kondition und Ausdauer verbessert“. Sicher nicht weniger erfolgreich wäre wohl das Wohlfühl-Medikament „Brainex“, das „eine Verdummung vergleichbar mit sieben Stunden Fernsehen“ verspricht. Nach seinem Genuss, versichert der Schöpfer, werden selbst weltumspannende Probleme wie der Klimawandel ganz und gar unbedeutend. Lena Gruschka dachte bei ihrer Arbeit eher an geplagte Mütter – und holte sie mit ihrem verlockenden Angebot dort ab, wo junge Eltern am empfänglichsten sind. Ihr Säuglings-Narcoticum mit Morphium aus Bio-Mohn garantiere das Durchschlafen des Babys für zehn Stunden...
Buch in Vorbereitung
Professor Schmitz, selbst als erfolgreicher Werber tätig, wollte mit dieser ebenso spannenden wie unterhaltsamen Aufgabe aber nicht nur die Kreativität der angehenden Kommunikationsdesigner herausfordern, das Projekt soll den jungen Machern (und allen späteren Betrachtern) deutlich vor Augen führen, wie Werbung und Marketing funktionieren, wie Produkte ihren „Auftritt“ bekommen, damit sie sich von der Konkurrenz auch dann unterscheiden, wenn es tatsächlich keinen Unterschied gibt. „Längst dient Verpackung nicht mehr allein dazu, die Ware zu schützen, den Verbraucher über Inhalt, Nutzen und Anwendung zu informieren. Sie ist die letzte Werbefläche vor dem Verkauf, hier findet das Finale der Markeninszenierung statt. Der Märchenwald im Warenregal wirbt mit Versprechen und Erlebnissen, erzählt von Aktiv-Schutz, Rundumschutz, Langzeitwirkung, Zitruskraft, Cell protection und quelleigenem Sauerstoff. Das freut uns, denn mit der wilden Frische der Limonen beginnt der Tag einfach schöner als mit irgendeiner Paste auf der Haut“, beschreibt der Professor für Visuelle Kommunikation die Skala der verkaufsfördernden Verheißungen, die in dem Projekt mit viel Ironie und zugleich gekonnt eingesetzt wurden, um zauberhafte Marken zum Leben zu erwecken, die man glücklicherweise (noch) nicht kaufen kann. „Markenzauber“ ist nicht nur mehrfach ausgezeichnet worden, das Projekt hat inzwischen zahlreiche Fans, die es im Internet besuchen. Aus den 80 frei erfundenen Verkaufsschlagern soll deshalb jetzt ein Buch werden, das im Dezember vorgestellt wird. Weitere Informationen zu „Markenzauber“ unter
www.hgschmitz.uni-wuppertal.de/fake
Kontakt:
Lehrstuhl für Visuelle Kommunikation
Prof. Hans Günter Schmitz
Sekretariat des Lehrstuhls für Visuelle
Kommunikation, Petra Chams-Laridjani, Tel. 0202-439-5021













