(openPR) WANGEN-SCHAUWIES – Der 17-jährige Daniel Gerundt ist einer von neun Aus-zubildenden im AIP im Gewerbegebiet Wangen-Schauwies. Er lernt im zweiten Lehrjahr im Berufsbildungswerk Adolf Aich Ravensburg (BBW) den Beruf des Fachlageristen. Das Arbeitsintegrationsprojekt (AIP) der St. Gallus-Hilfe (Stiftung Liebenau) mit EDV unterstütztem Hochregallager, Flurförderzeugen und eige-nem Lagerverwaltungssystem bietet nicht nur Arbeit für Menschen mit Behinde-rung, sondern ist auch idealer Ausbildungsplatz für benachteiligte Jugendliche, um ihre Chancen für den Arbeitsmarkt zu erhöhen.
Die Maschinen surren, der Stapler steht nie still - 350 Paletten werden täglich bewegt. LKWs müssen be- und entladen werden, die gelieferte Ware kommissioniert, verpackt und gelagert. Das AIP beschäftigt rund 70 Menschen mit Behinderung und nebenan absolvieren Jugendliche vom BBW (Stiftung Liebenau), ihre Ausbildung zum Fachla-geristen und zur Fachkraft für Lagerlogistik. „Der Ausbildungsplatz hier ist für die Ju-gendlichen ideal“, berichtet Ursula Büchele, BBW-Ausbilderin im AIP. Durch den Standort im Industriegebiet Wangen-Schauwies und die enge Kooperation mit der Ci-ret, gelten für die Beschäftigten und Auszubildenden die Bedingungen des allgemei-nen Arbeitsmarktes und des Arbeitsalltags.
Ausbildung praxisnah
Eingebunden in die tägliche Praxis, lernen die BBW-Azubis an den unternehmerischen Aufgaben und erfahren, wie Aufträge schnell und korrekt abgewickelt werden können. Oft aus sozial benachteiligten Verhältnissen, mit Lernschwächen und Verhaltensauffäl-ligkeiten, bedürfen die Jugendlichen einer individuellen Betreuung. Genau dieser ju-gendlichen Klientel bietet das BBW eine fachliche Ausbildung, die mit einer Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) abschließt. Die förderbedürftigen Jugend-lichen sollen dadurch eine Chance auf dem freien Arbeitsmarkt erhalten. „Deshalb wol-len wir praxisnah ausbilden“, erläutert Klaus Bussenius vom BBW. Der Betriebsleiter für Wirtschaft/Verwaltung managt die Kooperation in enger Zusammenarbeit mit dem Leiter des AIP, Erwin Krayer. Bei der Ausbildung orientiert das BBW seine Ausbil-dungsinhalte an den Vorgaben des Gesetzgebers. Das bedeutet: Die angehenden Fachlageristen im AIP absolvieren ihre Ausbildung in zwei Jahren mit anschließender Prüfung. Eigens dafür hat die BBW-eigene Sonderberufsschule kleinere Schulkassen eingerichtet.
So ist zeitgleich eine intensive Betreuung und Förderung möglich. Ursula Büchele will den jungen Menschen vermitteln: „Ich kann es, wenn ich mich anstrenge.“ Auch Lob und Anerkennung der Ausbilder für die Erfolge sollen die Jugendlichen stärken.
Praxisnähe bedeutet für Klaus Bussenius aber auch, ganz nah am unternehmerischen Geschehen zu sein. Für die Azubis gilt es, Stress bei der dringenden Auftragsabwick-lung oder die Lärmkulisse einer großen Werkstatt zu bewältigen. Die Ausbilderin prak-tiziert die Arbeitsabläufe mit den Jugendlichen so lange, bis sie die damit verbundene Herausforderung eigenverantwortlich leisten können. Unterstützung finden die Jugend-lichen dabei beim Lageristen der St. Gallus-Hilfe, der eng mit den Azubis vom BBW zusammenarbeitet und ihnen hilft, sich auf das künftige Berufsleben vorzubereiten.
Text/Foto: Lioba Scheidel











