(openPR) Die sogenannten Social Platforms (in Deutschland auch Soziale Netzwerke) haben sich am vergangenen Wochenende einmal mehr als in der digitalen Gesellschaft etabliert erwiesen: Aus Hans-Martin S. wurde im Internet „HassMartin“, der gläserne Sonderling der Nation. HassMartin.de Betreiber Christian Schlender ruft nicht zuletzt aufgrund dieses Beispieles zur bewussten Medienkompetenz auf.
Innerhalb weniger Stunden keimten am 12.09.2009 Hasstiraden während des 500.000-Euro-Duelles auf, das live im Fernsehen übertragen und von über drei Millionen Zuschauern verfolgt wurde. Die Antipathie entwickelte dabei im Internet Ausmaße, die bisher in Deutschland so noch nicht erlebt wurden. Hans-Martin wurde nicht nur in Sozialen Netzwerken gesucht und gefunden, sondern diese wurden obendrein genutzt, um die Antipathie weiter zu schüren, sich über seine Vorlieben und Hobbys ebenso auszutauschen, wie über seine beruflichen Tätigkeiten. Im Microbloggingdienst Twitter wurden via 140 Zeichen unter dem Hashtag #hassmartin alle Informationen über den 24-Jährigen Kandidaten verlinkt, gebündelt und in Sekundenschnelle im Internet verteilt.
Das Beispiel Hans-Martin S. zeigt deutlich auf, dass digitalem Reputationsmanagement in Zeiten der globalen Vernetzung hohe Achtung beizumessen ist, eine Basis an Medienkompetenz und Kenntnisse der Sozialen Netzgegebenheiten sind dessen Voraussetzung. Mit diesem Fokus stellte Christian Schlender kurzerhand die Webseite http://www.hassmartin.de ins Netz und sagt über die Beweggründe:
„Hans-Martin S. ist der erste große Fall in Deutschland, in dem eine Privatperson innerhalb von wenigen Stunden seinen digitalen Ruf, die Reputation, verloren hat. Mit hassmartin.de möchte ich auf die 'Gefahren' der Sozialen Netzwerke hinweisen und einen behutsamen Umgang mit diesen empfehlen. Im Gegensatz zu früher, wo beispielsweise eine Tageszeitung die ersten Tage darüber berichtet hätte, sind die Spuren im Netz heute dauerhaft.“
Mit negativen Reaktionen hätte der Oldenburger Gewinner rechnen können, Netz-Kampagnen in diesem Ausmaße waren aber bisher nur aus Amerika bekannt. Anhand einiger privater Informationen, die Hans-Martin öffentlich und für jedermann leicht zugänglich ins Netz stellte, war dem hitzköpfigen Disput der Netzgemeinde optimaler Nährboden gegeben, der schamlos ausgenutzt und über die entsprechenden Kanäle der Sozialen Netzwerke schnell ausgebreitet wurde. Die Kampagne entwickelte sich über den Austausch der recherchierten Daten bis hin zum blitzschnellen Er- und Einstellen von T-Shirts mit herabwürdigenden Aussagen und Zusammenschneiden von TV-Ausschnitten.
„Das kann eine Gefahr für den Betroffenen werden, die unabsehbare Folgen hat. In Amerika mussten Betroffene schon oft nach einer Hetzkampagne im Internet teure Dienstleister engagieren, um die Spuren zu verwischen und die digitale Reputation einigermaßen wieder herzustellen. Von den psychischen Auswirkungen solcher Attacken ganz zu schweigen.“, so Christian Schlender.











