(openPR) (Dortmund, den 18.08.2009) Kinder tanzen gerne. Klassischer Tanz lehrt sie, sich auszudrücken. Ein wichtiger Grundstein für Spaß und Erfolg ist die Auswahl des richtigen Studios.
Kaum fällt das Wort Ballett, entstehen vor dem inneren Auge Bilder von großen Aufführungen, Spitzen-Tänzerinnen und grandiosen körperlichen Leistungen. Was im ersten Moment nicht damit in Verbindung gebracht wird: Tänzer erzählen ihrem Publikum etwas, sie versuchen Unsichtbares sichtbar zu machen. Gerade das ist aber der Kern. Denn Tanz ist kein körperlicher Wettstreit, sondern eine darstellende Kunst.
Ballett- bzw. Tanzunterricht beginnt daher eigentlich ganz anders, als es sich Eltern meist vorstellen. Kinder, die schon im Alter von drei Jahren starten, beschäftigen sich zunächst mit Kindertanz, lernen sich zu bewegen und sich mit dem Körper kreativ auszudrücken. „Kreativität zu entwickeln, wird von Eltern oft nicht als richtiges Tanzen empfunden“, weiß Berry Doddema aus seiner langjährigen Erfahrung als künstlerischer Leiter des Modern Dance Center in Dortmund. Und doch ist es eine der ganz wichtigen Grundlagen.
Das ideale Einstiegsalter für junge Tänzer liegt nach Doddemas Einschätzung bei drei Jahren. Dabei gilt: weniger ist mehr. Bis sie sieben oder acht Jahre alt seien, reiche es, wenn die Kinder einmal in der Woche tanzen gingen, erläutert Doddema. Lieber sollten sie zusätzlich noch einmal die Woche zum Sport und einmal zur Musikschule gehen, um danach zu sehen, wo der Schwerpunkt gesetzt werde. Wichtig sei auch, dass die Kinder zunächst möglichst viele verschiedene Bereiche der Schulen ausprobierten, um ihren Interessenschwerpunkt herausfinden zu können, z.B. klassischen Tanz, Jazz/HipHop oder modernen Tanz.
Ein weiterer wichtiger Faktor: die Balance zwischen Spaß und Leistung. Mit dem Spaß fängt alles an, er ist zunächst der ausschlaggebende Faktor. Das Interesse an der Leistung muss sich dann langsam daraus entwickeln. Bei einigen Kindern geschieht dies von alleine, andere benötigen Hilfestellungen der Lehrer. Wird der ideale Einklang zwischen beidem erreicht, fügen sich Feinmotorik, Ausdrucksstärke und ein gestärktes Selbstbewusstsein zueinander – Faktoren, die auch außerhalb des Tanzsaales sehr hilfreich sein können.
Jahrelanges Training ist üblich. Dass das Ergebnis bühnenreife Tänzerinnen und Tänzer sind, ist allerdings eher unwahrscheinlich. Denn 99 Prozent der Kinder, die eine Ballettschule besuchen, werden keine professionellen Tänzer. Doddema: „Selbst bei einem großen Tanzstudio wie dem Modern Dance Center sind es nur ein bis zwei Tänzer pro Jahr, die für ein Studium an einer Tanzhochschule in Betracht kommen und die Tanz zum Beruf machen könnten.“
Doch auch ohne Aussicht auf eine Tänzerkarriere brauchen die Kinder in der Regel nicht auf Publikum zu verzichten. Offene Stunden, bei denen die Eltern zuschauen können, und Werkschauen gehören oft mit zum Angebot. Zum Teil gibt es in den Schulen eigene Bühnen, auf denen das Erarbeitete vor Publikum präsentiert wird. „Erfolgserlebnisse im Rahmen von Vorführungen und das Feedback der Eltern sind sehr wichtig“, betont Doddema, „dabei lernen die Kinder dann auch das Zuschauen bei anderen, das für die eigene Entwicklung sehr hilfreich sein kann.“
Jungen und ihren Eltern scheint die darstellende Kunst in Form des Tanzes indes nicht so zu behagen. Der Jungenanteil in den Ballettschulen und den Studios liegt unter zehn Prozent. Doddema: „Dabei profitieren Jungen in ihrer Entwicklung genauso vom Tanz wie Mädchen.“
Tipps für die Auswahl
Wichtig zu wissen ist, dass es Tanzpädagogik zwar als Studiengang gibt, der Beruf an sich aber nicht geschützt ist. Also: Jeder, der dies möchte, kann eine Ballettschule oder ein Studio für modernen Tanz eröffnen. Folglich ist es wichtig, für die Auswahl einige Informationen zu sammeln. Die Tipps der Profis:
* Vor Ort beobachten, wie sich die Pädagogen verhalten und wie sie mit Eltern und Kindern umgehen.
* Welche Qualifikation und Erfahrung haben die Tanzpädagogen?
* Gibt es Empfehlungen aus dem Bekanntenkreis?
* Den Stundenplan prüfen, ob die Kinder nach Altersstufen aufgeteilt sind.
* Gibt es ab acht oder neun Jahren verschiedene Leistungsniveaus für die jungen Tänzer?
* Wie groß sind die Gruppen? Zehn bis zwölf Kinder sind ideal.
* Die Kinder beobachten: Sind sie glücklich, macht es Spaß – oder werden sie gedrillt?
* Gibt es eine Idee, ein Leitbild bei der tänzerischen Ausbildung?
Klar, dass auch eine Probestunde sinnvoll ist. Bei größeren Häusern sollte diese eventuell bei verschiedenen Dozenten absolviert werden. Und natürlich dürfen auch die Kinder ein Wort mitreden, ob sie sich in der Schule und bei dem Dozenten wohlfühlen.
Infos: www.moderndancecenter.de










