(openPR) In der Handweberei Rosenwinkel klappern 20 Webstühle in einem alten Rittergut. Hier werden feine Hauchschals, Wolldecken und Läufer von Menschen mit und ohne Benachteiligung produziert. Jetzt auf KLICK-Germany
Hinter der Tür vom Rittergut Besen-winkel, im Dreiländereck von Niedersachsen, Hessen und Thüringen, scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Wo im Mittelalter eine stolze Wasserburg thronte, steht heute ein Gebäudeensemble aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Unter seinen massiven Balken klappern 20 Webstühle. Hier lebt seit 1992 ein soziales Projekt: behinderte oder benachteiligte und andere Menschen arbeiten zusammen. Zwölf Frauen aus vier Nationen. Unter ihnen Efsaia Pazvanti, gehörlos. Sie ist als gelernte Damenschneiderin für alle "geraden Nähte" zuständig, hat aber auch verschiedene Techniken am Webstuhl gelernt. Die Arbeit sichert ihr Einkommen. Sie lebt in einer eigenen Wohnung und ist dort glücklich. Silke Glowatzki, körperbehindert, ist seit Gründung des Betriebes dabei. Der gelernten Wäschenäherin bereiten selbst schwierige Muster am Webstuhl keine Mühe. Die Arbeit hat ihr Leben verändert. Sie hat ihren Führerschein gemacht, wohnt alleine. Agnieszka Stach verließ vor fast 20 Jahren hochschwanger ihre Heimat Polen. Ihr deutschstämmiger Ehemann wollte eine neue Zukunft in Deutschland aufbauen. Kurz nach der Geburt der Tochter fand sie einen Job in der Handweberei. Sie machte eine Ausbildung, bestand vor zwei Jahren die Meisterprüfung. Sie ist heute Mitglied im Prüfungsausschuss.
Mit jedem Schuss aus dem Weberschiffchen entstehen handgewebte Lieblingsstücke. Fingerdicke Schafwollschnüre werden zu rustikalen Teppichen, aus haarfeinen Seidenfäden entstehen wolkenleichte Halstücher. Jedes Stück ein Unikat. Wunderschön in Farbe und Gestalt. Maximal 2880 Fäden können in einem Stück verarbeitet werden. Um den Webstuhl dafür einzurichten, arbeitet ein Team bis zu drei Tage. Die ungewöhnlichsten Aufträge der Weberei: ein fünf Meter langer Teppich aus Freundschaftsbändern, eine Decke aus Hundehaaren. Die wichtigsten Arbeitsschritte des Weberhandwerks: Schären, Bäumen, Einziehen und Weben. Der älteste Webstuhl in der Werkstatt heißt Elisabeth und wurde 1870 gebaut. Die längste Kette ist 130 Meter lang. Der dünnste Faden ist 67,86 Mikrometer dünn, der dickste Faden daumendick. Von dezenten Naturtönen über zarte Pastellfarben bis zu kräftig bunten Noten - in der Handweberei Rosenwinkel werden viele Garne und Stoffe in der hauseigenen Färberei gefärbt. Natürlich ökologisch unbedenklich. Geschäftsführerin Silvia Hesse ist der Motor des Projektes. Sie gab vor 15 Jahren eine unbefristete Uni-Stelle auf, um Sozialwesen zu studieren. Heute hängt ihr Herz an der Weberei und ihren Weberinnen. Eine Herausforderung, denn die Handweberei bekommt seit 2007 keine Förderung mehr, steht jetzt auf eigenen Füßen.
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