(openPR) Profis kennen ihn seit Langem: Der Gefurchte Dickmaulrüssler Otiorhynchus sulcatus hat sich zu einem bedeutenden Schädling in Baumschulkulturen entwickelt. Aber auch in Hausgärten und Pflanzcontainern macht er sich zunehmend bemerkbar und befällt vor allem Rhododendron, Azaleen, Erika, Taxus, Efeu und Cotoneaster. Seine Larven können, durch Wurzelfraß, die Gehölze zum Absterben bringen. Inzwischen bietet die Biologische Schädlingsbekämpfung aber „Nematoden aus der Gießkanne“, mit denen das Problem sicher zu bewältigen ist.
Der grau-braun gefärbte, nachtakive Gefurchte Dickmaulrüssler wird etwa einen Zentimenter groß. Seine Flügeldecken sind verwachsen. Daher kann er sich nur „zu Fu? fortbewegen und ist zwangsläufig recht standorttreu. Der ausgewachsene Käfer macht durch buchtenförmige Fraßstellen an den Blatträndern der Pflanzen auf sich aufmerksam. Auch zeugt Rindenfraß an jungen Eibentrieben von seiner Anwesenheit. Solche Schäden sind zwar unschön, für die Pflanze aber nicht lebensbedrohend. Gefährlich sind die Larven des Dickmaulrüsslers: Sie leben im Boden und fressen an den Wurzeln der genannten Arten. Bei starkem Befall kommt es zum Absterben der Gehölze.
Da die Larven chemisch kaum zu bekämpfen sind und mit zunehmender Ausweitung von Wasserschutzgebieten der Einsatz dieser Pestizide mehr und mehr verboten ist, suchten Wissenschaftler bereits Mitte der achtziger Jahre nach anderen Bekämpfungsmöglichkeiten. Sie wurden fündig, als sie sich nach natürlichen Feinden der Dickmaulrüssler umsahen. Dabei stießen sie auf Fadenwürmer, Nematoden der Art Heterorhabditis bacteriophora. Schnell dämmerte den Fachleuten, daß der Biologischen Schädlingsbekämpfung mit solchen Nützlingen die Zukunft gehörte. Sofort gründeten sie eine inzwischen europaweit tätige Arbeitsgruppe, deren Aufgabe darin bestand, diesen Nützling in der Praxis zu prüfen und nach einer kostengünstigen Vermehrungstechnik zu suchen. Es zeigte sich, dass diese nur 0,5 mm großen Nematoden im Praxisversuch einen Wirkungsgrad von nahezu 100% aufweisen. Inzwischen erfreuen sich die Nützlinge großer Beliebtheit, zumal diese biologischen und umweltfreundlichen `Mittel´ höhere Wirkungsgrade als Pestizide erreichen. Produziert wird auf künstlicher Diät in riesigen computergesteuerten Fermentern.
Im praktischen Einsatz ist zu berücksichtigen, dass die Nematoden nur ausgebracht werden sollten, wenn sich der Schädling im Larvenstadium befindet. Außerdem sollte die Bodentemperatur mindestens 10° C betragen. Daraus ergeben sich für den Freilandeinsatz zwei Ausbringungszeiten: das Frühjahr zwischen Ende April und Ende Mai und der Herbst zwischen Mitte August und Ende September. Beim erstmaligen Einsatz sollten beide Zeitspannen genutzt werden. Später reicht jährlich eine Ausbringung, am besten im Herbst. Die Anwendung erfolgt einfach mit der Gießkanne bzw. mit Gießwagen oder Feldspritze. Auch eine Tauchbehandlung junger Pflanzen kann vorgenommen werden.
Mehr zum spannenden Themenbereich des Biologischen Pflanzenschutzes findet sich auf der Homepage www.re-natur.de in der Rubrik „Nützlinge“ oder im online-Forum.











