(openPR) Wiedererwachte Urzeit-Welt
Gartenschau Kaiserslautern
verlängert bis 2. August 2009, Mo-Fr. 9-19.00 Uhr, Sa und So 10-19.00 Uhr
Eine Ausstellung versteinerter Pflanzen der Kreidezeit
- und ihre lebenden Verwandten von heute
Schon zur Zeit der Dinosaurier gab es auf der Erde eine üppige Vegetation. Neben Farnen, Koniferen und anderen Nacktsamern, entwickelten sich zu dieser Zeit die ersten Bedecktsamer, also die ersten echten Blütenpflanzen, die heute weit verbreitet sind. Die Ausstellung zeigt sensationelle Neuentdeckungen. Viele der Pflanzen sind noch nicht beschrieben. Eine internationale Wissenschaftlergruppe um Paläobotaniker der Naturkundemuseen von Berlin und Dresden widmet sich gerade diesem spannenden Thema.
Von besonderem Interesse für die Wissenschaftler sind die vollständigen Pflanzen mit Stängel, anhängenden Wurzeln, Blättern und Blüten. Die Flora der Plattenkalke im Nordosten Brasiliens bietet einen einzigartigen Einblick in einen Zeitabschnitt, der für die Entwicklung der frühen Blütenpflanzen höchst wichtig war. Fossil nachgewiesen sind „basale“ (ursprüngliche) Blütenpflanzen aus etwa 135 Millionen Jahre alten Schichten. Die Diversifikation (evolutionäre Veränderung zur Vielfalt) folgte und ist in den Funden der Santana Formation erstmals nachweisbar. Die Ausstellung zeigt u.a. diese ersten „höheren“ Blütenpflanzen.
Die Fossilien sind aus dem Aptium (125 - 112 Millionen Jahre alt) und wurden in Brasilien gefunden. Präpariert hat sie der paläontologische Präparator Michael Schwickert aus Sulzbachtal. Die Sammlung wurde von „fossils worldwide“, der Firma von Annesuse Raquet- Schwickert, zusammengestellt.
Sie hatte auch die Idee zu der Präsentation auf der Gartenschau Kaiserslautern: Versteinerte Pflanzen umgeben von lebenden Pflanzen, vermitteln dem Betrachter besonders anschaulich Ähnlichkeiten und Unterschiede zur Flora von heute.
Die Gartenschau Kaiserslautern bot sich als Ort für diese besondere Ausstellung an, da im Park die lebensgroßen Dinosaurierfiguren ebenfalls einzigartig in einem botanisch ausgeprägten Ambiente eingegliedert sind.
In 30 Schaukästen werden 176 Stück fossile Pflanzen gezeigt. Für kurze Zeit besteht damit die Möglichkeit eine der weltweit besten Sammlungen fossiler Pflanzen der Unterkreide in Kaiserslautern zu besichtigen. Ergänzend pflanzt die Gartenschau Kaiserslautern über 700 rezente Pflanzen. Darunter sind auch die fossil vertretenen Arten, wie die heute noch in Südamerika beheimatete Araucarie, verschiedene Magnolien- und lorbeerartige Gewächse, unterschiedliche Farne und ein riesiger Baumfarn. Orchideen und Pflanzen mit schönen Blütenständen harmonieren mit immergrünen Bodendeckern und Solitärpflanzen.
Von versteinerten und lebenden Pflanzen umgeben sind im großen Wasserbecken der Halle versteinerte fossile Fische zu bestaunen. Sie stehen für die Lebenswelt im Meer der Kreidezeit. Die Fauna dokumentiert auch eine Auswahl von Insekten, die damals die Saurier umschwirrt haben und die wie die Pflanzen im Plattenkalk erhalten blieben.









