(openPR) Neubrandenburg, 14. Mai 2009. Schon seit vielen Monaten steht der Nordkurier im Mittelpunkt einer Desinformationskampagne der Journalistengewerkschaften Verdi und des DJV, dessen Mitglied ich selber seit vielen Jahren bin. Diese Kampagne, die mit viel Eifer betrieben und erstaunlichen Lügen genährt wird, hat durch die wortwörtliche Wiedergabe einer Falschmeldung des DJV in der „Süddeutschen Zeitung“ in den vergangenen Tagen eine neue Heftigkeit erlitten.
Zahlreiche Journalisten weiterer Medien, die offenbar von Journalisten abschreiben, welche selber abschreiben, haben die Behauptung der SZ kritiklos übernommen und berichtet, dass wir unsere freien Mitarbeiter zwingen sich „in einer Art Onlinebörse“ gegenseitig zu unterbieten, um den Auftrag für eine Geschichte zu gewinnen. Ich will nicht näher auf diesen Unsinn eingehen und hoffe, dass der Urheber des SZ-Artikels sich einfach nur schämt.
Viel mehr möchte ich diesen offenen Brief dazu verwenden, Sie über die Hintergründe solcher Falschbehauptungen aufzuklären, die darauf abzielen, das Image des Nordkurier und seiner Geschäftsführung nachhaltig zu beschädigen.
Auch ich war fünf Jahre lang freier Journalist bevor ich Korrespondent, dann Redaktionsleiter wurde und sitze nun seit einigen Monaten in der Chefredaktion dieser Zeitung. Und ich gebe zu: die Honorare, welche wir unseren Mitarbeitern bezahlen, sind unterirdisch niedrig. So wie die Honorare der meisten freien Mitarbeiter fast aller Tageszeitungen in diesem Land. Ich wünschte, das wäre anders. Wir schätzen unsere freien Mitarbeiter sehr und ich bedaure, dass wir sie nicht besser bezahlen können.
Aber alle Angriffe von DJV und Verdi – ob es ums vermeintliche Honorardumping geht oder die Behauptung, wir würden absichtsvoll die Demokratie insgesamt gefährden, weil wir mit einem benachbarten Zeitungshaus kooperieren, haben nur diesen einen Grund: das Ringen um Macht und Einfluss in den Betrieben, welche die Grundlage jeder Gewerkschaft ist.
Nur dumm, dass sich bei DJV und Verdi in Wahrheit keiner für unsere Mitarbeiter interessiert - jene mehrere hundert Kollegen in den Verlagen der Kurierverlagsgruppe. Die nämlich (ich gehöre dazu) sind sehr froh, dass diese Zeitung, welche zum Jahreswechsel 2007/2008 noch in der Verlustzone stand, heute und dank einer radikalen organisatorischen Umstrukturierung trotz Zeitungskrise stabil im Markt steht und allen angestellten Mitarbeitern Gehälter bezahlt, die über das Doppelte des Durschnittslohns unserer Region weit hinausgehen. Und dies wohlgemerkt ohne nennenswerten Abbau von Arbeitsplätzen.
Sehr geehrte Kollegen, der Kurierverlag hat im Jahr 2007 die Tarifgemeinschaft verlassen. Dies war der erste Schritt zur Rettung des gesamten Unternehmens und seiner insgesamt 2.100 Arbeitsplätze. Damit wurde der Einfluss von DJV und Verdi auf unsere Zeitungen erheblich beschnitten. Seither betreibt meine Journalistengewerkschaft und Verdi diese Kampagne gegen meine Zeitung und alles, was die Geschäftsführung unternimmt, damit wir in dieser weltweiten Wirtschaftskrise unseren Lesern weiterhin ihren Nordkurier bieten können, wie sie ihn schätzen und uns obendrein mit viel Engagement und Pioniergeist für eine multimediale Zukunft aufstellen.








