(openPR) In den „Tagesthemen“ des Ersten Deutschen Fernsehens (ARD) vom 11. Mai wurde zum derzeitigen Besuch von Papst Benedikt XVI. in Israel ein Filmbeitrag gesendet, der in der Wohnung der 86-jährigen Cousine Felix Nussbaums in der Nähe von Tel Aviv aufgenommen wurde. Zusammen mit ihrem ältesten Sohn Erud verfolgte Gustl Moses-Nussbaum die Übertragung des Besuchs des Papstes in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem. Es war für sie ein bewegender Moment, denn dem Papst wurde als Gastgeschenk eine Reproduktion von Felix Nussbaums „Lagersynagoge“ von 1941 überreicht. Das Bild gehört zur Sammlung des Yad Vashem Kunst-museums. Die Vorzeichnung zu dem Gemälde befindet sich im Felix-Nussbaum-Haus in Osnabrück. Hier wird seit 1998 die weltweit größte Sammlung des Werkes des 1944 in Auschwitz ermordeten Künstlers dauerhaft präsentiert. 204 Gemälde Nussbaums beherbergt das von Daniel Libeskind entworfene Museum.
Gustl Moses-Nussbaum und ihre Schwester Shulamith Jaari-Nussbaum sind die einzigen Überle-benden der Familie Nussbaum. In dem Filmbeitrag berichtet sie über ihre Rettung in den Niederlanden und erzählt von ihrem Cousin Felix Nussbaum. Schmerzliche Erinnerungen, aber auch große Freude und Stolz über die Ehrung ihres Cousins begleiten den Bericht.
Gustl Moses-Nussbaum und ihrem Mann war es nach jahrelangem Rechtsstreit gelungen, die Bilder Nussbaums aus einem Versteck in Brüssel zu bergen und nach Osnabrück zu bringen. Sie bildeten den Grundstock der heutigen Sammlung und sorgten dafür, dass Leben und Werk Felix Nussbaums erforscht und bekannt gemacht wurden. Heute genießt das Werk internationale Anerkennung und ist als singuläre Position der Kunst des 20. Jahrhunderts hoch geschätzt. Um diese Bilder zu sehen, kommen Besucher aus aller Welt in das Osnabrücker Felix-Nussbaum-Haus. Für die Cousinen bedeutet diese Anerkennung die Erfüllung des Wunsches ihres Cousins Felix Nussbaum. „Wenn ich untergehe, lasst meine Bilder nicht sterben.“
Nach der großen Jubiläumsausstellung „Die verborgene Spur. Jüdische Wege durch die Moder-ne“ öffnet das Felix-Nussbaum-Haus ab dem 16. Mai nach vierwöchiger Umbauphase wieder seine Türen. In der neu eingerichteten Dauerausstellung „Felix Nussbaum – Der Maler“ begegnen dem Besucher die herausragendsten Werke des 1904 in Osnabrück geborenen und 1944 in Auschwitz ermordeten Künstlers.
Die Ausstellung präsentiert Gemälde und Grafiken aus allen Schaffensphasen: vom frühen künstlerischen Erfolg in Berlin um 1930, über die künstlerische Auseinandersetzung mit den Erfahrungen des Exils in Italien und Brüssel bis zum beeindruckenden Spätwerk Felix Nussbaums, das in den letzten Lebensjahren in einem Brüsseler Versteck vor der Inhaftierung und Ermordung des Künstlers in Auschwitz 1944 entstanden ist. Mit einer Auswahl von Werken weitere Künstler aus dem Bestand des Museums eröffnen sich interessante Aspekte zum künstlerischen Umfeld Felix Nussbaums.













