(openPR) Vernissage: Mittwoch, 29. April 2009
von 19 - 22 Uhr
Sehr geehrte Damen und Herren,
Hansa Wißkirchen ist ein unangepasster und zudem unbequemer Künstler:
Einst der quirligen und schrillen 80er-Jahre-Punk-Szene entsprungen, erweist er dieser Bewegung auch heute noch seine Ehrerbietung und präsentiert neben neuen Collagen auch Werke seiner frühen Schaffensphase. Er selbst charakterisiert seine künstlerische Entwicklung im Rückblick als eine vom belächelten Kitsch-Pop-Akteur zum ernstzunehmenden Politik-Punk-Monteur und deshalb erstarken in den letzten Jahren neben dem kontinuierlich punkigen Farben-, Formen- und Medienexperiment vor allem reflektiert-politische und sozialkritisch-gesellschaftliche Positionen.
Es kann ein alter Münztaler sein, der den „sich auffressenden, gallopierenden Kapitalismus“ verkörpert oder aber lediglich der Schatten eines Reiskornes, der von Hansas Problembewusstsein der Dritten Welt zeugt. Für Hansa sind es jetzt vor allem die kleinen feinen Nuancen, die sein bisweilen irritierendes Oeuvre bereichern und auch vor der Kritik an seiner Person nicht Halt machen.
Einem Löschblatt gleich, saugt Hansa politische, gesellschaftliche, wirtschaftliche und soziale Phänomene unmittelbar in sich auf, vermischt diese, gibt noch je einen kreischenden Tropfen Reizüberflutung und Unberechenbarkeit hinzu, um das ganze dann in seinem Gesamterscheinungsbild genießen zu können. Dabei verzichtet Hansa nicht auf die für ihn so charakteristischen, unerwarteten Materialien, spektakuläre Perspektiven und esoterisch-erotisch-pop-gefärbte Motivik.
Inwiefern die Punkszene der 80er-Jahre hier durchzuscheinen vermag bleibt offen. Hingegen ist gewiss, dass das Zusammenspiel verschiedenartiger ästhetischer Medien und teilweise privater oder spontan entdeckter Gegenstände des Alltags den Betrachter berührt, nachdenklich stimmt und Anlass zu anregenden Diskussionen ist.
Es ist uns eine Freude, das Intermezzo XIII mit neuen Arbeiten des Fotografen und Aktionskünstlers Hansa Wißkirchen zu präsentieren. Der 46-jährige Düsseldorfer und Kurzzeit-Kölner lebt gegenwärtig in Berlin und ist zum ersten Mal mit seiner aktuellen Serie namens „Anarchie im Alltag; oder die Gier zur Selbstzerstörung“ in der EMERSON GALLERY BERLIN
zu sehen.
Dauer der Ausstellung: 30. April bis 09. Mai 2009
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 14 - 19 Uhr, Samstag 12 - 16 Uhr und nach Vereinbarung
Wir bedanken uns bei THE CORPORATE SUPPORTERS PROGRAM.













